„Manchmal kommt Tod viel zu früh“

Johanniter erweitern Luftrettungsflotte
25. November 2021
Morgen Impfung in Arztpraxis
26. November 2021

„Manchmal kommt Tod viel zu früh“

BAD NAUHEIM. In der Trauerhalle des Friedhofs Bad Nauheim erinnerten Vertreter von jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinschaften an die Corona-Toten. Foto: Hortien

Religionsgemeinschaften gedenken der 555 Wetterauer und fünf Millionen weltweiten Corona-Opfer

WETTERAUKREIS (pd). Mehr als 555 Menschen sind in der Wetterau an oder mit dem Corona-Virus gestorben, weltweit sind es mehr als fünf Millionen. Das betonte Britta Weber vom Vorstand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau (GcjZ) am Sonntag in der Trauerhalle des Friedhofs Bad Nauheim. Vertreter der jüdischen, christlichen und der muslimischen Gemeinschaften aus der Wetterau waren zusammengekommen, um der Opfer der Corona-Pandemie in den vergangenen beiden Jahren zu gedenken. Die GcjZ hatte die multireligiöse Feier initiiert. 

Dr. Peter Noss, evangelischer Pfarrer und wie Britta Weber im Vorstand der GcjZ, sagte: „Durch unser Tun und Handeln sind wir in das Leben eingeflochten, verbunden und getrennt. Krankheiten und Tod sind trennend, weil sie einen Riss bedeuten… aber: Christen glauben an Gottes heilende Kraft. Er wird uns am Ende der Tage bei sich aufnehmen und versöhnen, tiefer als in seine Hand können wir nicht fallen.“ Im Gebet bat er um Trost und Weisheit. 

Yehuda Azulay aus dem Vorstand der jüdischen Gemeinde Bad Nauheim verwendete das Bild des Todes, der im besten Fall zu dem kommt, der sein Leben erfüllt gelebt hat, wie etwa der biblische Abraham. Aber manchmal komme er eben auch als Dieb und Verbrecher und raube das Leben viel zu früh, wie jetzt durch Corona. Er sprach das Kaddisch, ein besonderes jüdisches Gebet, das in Zeiten der Trauer gebetet wird.

Ismael Poslu vom Rumi-Kulturverein Bad Nauheim betonte aus muslimischer Sicht, wie wichtig es ist, in der Not zusammenzustehen – über alle Grenzen hinweg: „Sterblich sind wir alle. Aber uns vereint die Hoffnung auf die Auferstehung und das Wiedersehen.“ Im Anschluss an das Statement zitierte Armagan Yilmaz aus Sure 1 des Korans. 

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier von Norman Reaves mit der Violine. Symbolisch wurde von jeder Gemeinschaft eine Kerze entzündet. Eine Aufzeichnung der Feier findet sich auf der Internetseite der GcjZ (www.gcjz-wetterau.
de) und des evangelischen Dekanats Wetterau (www.wetterau-
evangelisch.de).

Comments are closed.