Margarete Becker machte sich um Theater auf der Burg sehr verdient

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Margarete Becker machte sich um Theater auf der Burg sehr verdient

MÜNZENBERG. Das Foto stammt aus dem Jahr 2007. Es zeigt Margarete Becker (M.) mit ihren Helferinnen Andrea Groß (l.) und Heike Bolz-Guckert (r.), der Verantwortlichen des Kostümfundus. Foto: Freundeskreis

Nachruf von Uwe Müller, Vorsitzender des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg

MÜNZENBERG (pe). Am 30. März 2022 verstarb Margarete Becker in gesegnetem Alter von 93 Jahren. Sie hat über Jahrzehnte in unnachahmlicher Manier die Geschicke des Freundeskreises mitbestimmt und maßgeblich zum Erfolg der Theaterstücke und historischen Führungen des Vereins beigetragen. Bekannt war mir Frau Becker schon lange: Als Kind lernte ich sie bereits kennen als stets freundliche Assistentin ihres Mannes, des Zahnarztes Karl Becker. Dass sich unsere Wege aber irgendwann auf andere Weise kreuzen würden, daran dachte ich damals nicht. 

Als einige Münzenbergerinnen und Münzenberger Anfang der 90er Jahre auf die Idee kamen, eine Stadtrechtsfeier anlässlich des 750jährigen Jubiläums Münzenbergs auf die Beine zu stellen, kam „Susi“ Becker, wie sie von vielen genannt wurde, sozusagen ins Spiel. Bei den umfassenden Vorbereitungen zu den zahlreichen Feierlichkeiten und Unternehmungen entstand nämlich auch die Idee, auf Burg Münzenberg wieder Theater zu spielen; doch es gab nichts, wir waren praktisch „nackt“ und mussten von Null beginnen. 

Pfarrer Christian Scholz schrieb das Stück „Kuno, deine Türme“, viele wollten mitmachen, aber Kostüme und viele andere dazu notwendige Dinge waren nicht vorhanden. So kamen wir auf die Idee, bei den DEFA-Studios in Potsdam anzufragen, die uns dann tatsächlich gegen eine entsprechende Gebühr historische Kostüme in buntem Durcheinander ausliehen. 

Das reichte aber nicht: Von daher erhielten wir den Tipp: „Fragt doch mal Margarete Becker, sie wird euch bestimmt helfen; sie ist ausgebildete Schneiderin, eine Frau vom Fach.“ Das taten wir dann auch und siehe da, seit dieser Zeit war Frau Becker nicht mehr wegzudenken aus dem Theaterteam bzw. dem Freundeskreis. Sie erhielt zwar auf allen Ebenen Unterstützung, die meiste Arbeit jedoch hatte sie. Manchmal bis in die tiefe Nacht hinein schuf sie Kostüme, änderte die Größen, setzte hier das, dort jenes ein, entsprach den Wünschen der Schauspielerinnen und Schauspieler, sammelte Stoffe, war stets unterwegs, um Schnäppchen zu erwerben … und das immer in ihrer unbeschwerten und freundlichen, den Menschen zugewandten Art. 

Eine schöne Aussage unseres langjährigen Vorstandsmitglieds Dieter Härtl ist mir noch im Ohr: Als wir 1995 das erste Theaterstück aufführten und Margarete die Potsdamer Kostüme mit zahlreichen eigenen aus gespendeten Stoffen ergänzt hatte, sagte er, als eine Schauspielerin in markantem Blau an ihm vorbeilief: „Schau, da läuft die Übergardine meines Büros!“ Viele Menschen, die die Theaterstücke und historischen Führungen miterleben durften, und besonders der Vorstand des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg werden Margarete Becker in dankbarer Erinnerung behalten. Die Freundeskreisfamilie trauert mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter.    

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