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Markuskirche wird flexibler gestaltet

BUTZBACH. Die Butzbacher Markuskirche steht vor einer Innenrenovierung, die Weichen für die nächsten Jahrzehnte stellen soll. Foto: Wiegand

Neues Nutzungskonzept des Gotteshauses Thema einer Gemeindeversammlung am Sonntag, 16. Februar

BUTZBACH (thg/pd). Ein neues Nutzungskonzept für die Markuskirche ist Thema einer Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag, 16. Februar, ab circa 11 Uhr. Der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde stellt das Nutzungskonzept vor und nimmt anschließend Anregungen, Vorschläge und kritische Anmerkungen entgegen, die gegebenenfalls in das Konzept eingearbeitet werden.

Im Lauf des vergangenen Jahres hat der Kirchenvorstand im Gespräch mit vielen Butzbachern, Mitarbeitern der Markusgemeinde und Kulturschaffenden ein Nutzungskonzept erarbeitet, das zur Grundlage einer Innenraumsanierung der Markuskirche werden soll. Die Sanierung, die voraussichtlich im Lauf der nächsten Jahre erfolgen soll, wird die erste große Generalsanierung seit 1964 sein. Damit wird deutlich, dass die nun anstehende Renovierung für die nächsten 50 bis 60 Jahre vorausschauend geplant werden muss.

Der Kirchenvorstand sah sich vor der Aufgabe, ein Konzept zu erarbeiten, das sehr vielen unbekannten Faktoren Rechnung trägt und Freiräume für Unabsehbares lässt. Fragen lauteten etwa: „In welchen Formen werden die kommenden Generationen Gottesdienst feiern?“ und „Welche anderen Veranstaltungen werden Sie in der Kirche durchführen wollen?“ Zentrales Stichwort des so entstandenen Nutzungskonzeptes ist darum „flexible Raumgestaltung“. Das Konzept steht auch im landeskirchlichen Bezug, denn die Rahmenbedingungen zeigten, dass die dauerhafte Finanzierung des bisherigen Gebäudebestands möglicherweise nicht mehr wie bislang darstellbar sein werde. Auch Kooperationen mit umliegenden Gemeinden seien unter Umständen ein Thema.

„In erster Linie soll die Markuskirche natürlich laut Konzeptentwurf des Kirchenvorstands auch weiterhin Gottesdienstraum bleiben“, unterstreicht Pfarrer Jörg Wiegand. Die „normalen“ Gottesdienste haben derzeit 30 bis 70 Besucher, „große“ Gottesdienste, in erster Linie zu Heiligabend und bei Konfirmationen, haben bis zu 800. Wünschenswert wäre eine parallele Kinderbetreuung, die akustisch vom Kirchenraum getrennt wäre und den Eltern dort während des Gottesdienstes trotzdem eine Teilnahme ermöglicht.

Taizé-Gottesdienste und Lichterabende sollen ebenso Berücksichtigung finden wie Krabbelgottesdienste, die in der „Zuzugsstadt“ Butzbach und der Region einen wichtigen Zugangsweg junger Familien darstellen.

Eine flexible Bestuhlung anstelle der heutigen Kirchenbänke könnte diese unterschiedlichen Anforderungen unterstützen, auch wenn dies zu Lasten der maximalen Kapazität gehen sollte. Von Flexibilität würden auch Konfirmandengruppen, Mitmachgottesdienste und kulturelle Veranstaltungen in der Kirche ebenso profitieren wie gemeinsames Essen und Trinken im Kirchencafé oder beim Erntedank-Suppenbuffet. Die Option, eine flexible Bestuhlung statt Bänke vorzusehen, wirft die Frage nach Stauraum und möglichen Raumteilern auf.

Bisher tagen Kleingruppen der Gemeinde eher in kleineren Gemeinderäumen, in denen die Atmosphäre aber nicht unbedingt den Anliegen entspricht. Meditative und kommunikative Erfahrungen im Glauben könnten im Sakralraum der Kirche einen besseren Rahmen finden. Eine Möglichkeit wäre, die jetzige Bläserempore durch Glaswände einzuhausen, sodass eine „Kapelle“, „Andachtsraum“ für kleinere Gruppen entstünde.

„Große“, klassische Kirchenmusik soll wie bisher in der Markuskirche erklingen. Die dafür großartige Akustik ist unbedingt zu erhalten. Das Repertoire könnte aber erweitert werden um elektrisch verstärkte Rock-, Pop- und Jazzmusik, Gospel und Blues. Optische und akustische „Trennelemente“ in Form von beispielsweise Paravents könnten dabei eine Rolle spielen.

Auf dem Prüfstand stehen auch Technik, Heizung und Beleuchtung sowie paniksichere Fluchtwege. Eine Fußbodenheizung wird im Konzept genannt. Die Warmluftheizung der Markuskirche sei nicht in der Lage, in der Heizperiode eine angenehme Temperatur herzustellen. Außerdem seien die Heizkosten bei niedrigen Außentemperaturen immens und gerade für kleinere Gottesdienste und Veranstaltungen kaum tragbar. Eine zweckmäßige Aufnahme- und Präsentationstechnik ist ein weiterer Punkt.

Die Kirche soll auch für Rollstuhlfahrer oder Rollatorbenutzer ohne fremde Hilfe zu betreten sein. Technische Hilfen sind für Schwerhörige zu überlegen.

Neben dem Nutzungskonzept stehen auf der Tagesordnung der Gemeindeversammlung unter anderem auch Mitarbeiterausflug, Kita-Sommerfest, Sommerfest Haus Degerfeld, Kirche am Markt, Markus-Treff und Anträge an den Kirchenvorstand.

Interessierte, die den Textentwurf des Nutzungskonzeptes im Vorfeld lesen möchten, erhalten Kopien im Gemeindebüro oder auch als PDF-Datei unter der E-Mail-Adresse gemeindeamt@markusgemeinde.de.

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