Martin Luther – aus besonderem Holz geschnitzt – in der Fauerbacher Kirche

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Martin Luther – aus besonderem Holz geschnitzt – in der Fauerbacher Kirche

Fauerbach v.d.H. Etwas Besonderes gibt es am Reformationstag wieder in der evangelischen Kirche in Fauerbach: Der Chef des Hanauer Marionettentheaters, Roland Richter (Foto) gastiert mit der Luther-Marionette im Philippseck.

Traditionelle Reformationsveranstaltung mit Dialogtheater zwischen Mensch und Marionette

FAUERBACH v.d.H. (pm). Am Donnerstag, 31. Oktober, findet in der evangelischen Kirche in Fauerbach ab 19.00 Uhr wieder die traditionelle Reformationsveranstaltung statt. Hierzu ist die Bevölkerung aus nah und fern herzlich eingeladen, denn der Fauerbacher Kirchenvorstand hat einen besonderen Leckerbissen anzubieten: Martin Luther – aus besonderem Holz geschnitzt. Es handelt sich hier um ein Dialogtheater zwischen Mensch und Marionette. Aufgeführt wird das Stück vom Hanauer Marionettentheater mit einer handgeschnitzten Martin-Luther-Marionette, die dafür eigens nach einem Bildnis von Lukas Cranach geschaffen wurde. 

In der Hanauer Marienkirche kam sie am 28. Januar 2017 zu ihrem  Debüt-Auftritt. Roland Richter, der Leiter des Hanauer Marionettentheaters, spielte Szenen aus dem Leben Martin Luthers mit einer 75 cm großen Marionette vor dem Altar der Marienkirche. Mit beeindruckender Spielkunst erweckte Richter die Marionette zum Leben. 

Zwischen den Spielszenen unterhielt sich Dr. Martinus Luther mit seinem Puppenspieler Roland. Gefühle und Gedanken des großen Theologen kamen dabei zur Sprache. Mit Hilfe weniger Requisiten wurden der Ablassstreit, Reichstag zu Worms, das Leben auf der Wartburg und die Zeit als Reformator in Wittenberg lebendig. Sogar die 95 Thesen nagelte der aus besonderem Holz geschnitzte Luther an die Kirchentür. Ansonsten blieb viel Raum für Phantasie auf der schwarzen Bühne, die durch überraschende Lichteffekte und musikalische Umrahmung noch mehr belebt wurde. 

Es ist zwar eigentlich ein Widerspruch – Martin Luther eine Marionette! Doch in diesem Fall ist diese Behauptung passend. Im Auftrag der ev. Stadtkirchengemeinde führte das Hanauer Marionettentheater zum 500. Jahresstag der Reformation eine Episode aus dem Leben des Reformators auf. Da sich unter den knapp 280 Puppen vom Theaterprinzipal Roland Richter kein „Luther“ befand, ließ die Kirchengemeinde einen schnitzen – bei dem hierzulande renommierten Theater-Figurenbau-Weinhold in Berlin-Köpenick.

Den Text schrieb Ines Fetzer, Pfarrerin in Maintal und Kirchenbeauftragte für Kindergottesdienste. Die aktuelle Fassung eignet sich für Schüler ab 10 Jahren und Erwachsene, im Prinzip für Menschen aller Altersgruppen. Die Autorin versuchte, die Geschichte auch für diejenigen verständlich zu erzählen, die von Luther noch nie gehört haben. Weiterhin gab es auch kein Geld für eine Luther-Marionette. Denn Geld war auch in der Stadtkirchengemeinde rar, der mehrere Pfarreien angeschlossen sind. Man stellte jedoch eine Spendenaktion auf die Beine, damit ein ordentlicher Betrag zusammenkommen konnte. Lt. deren Propst Bernd Böttcher stand von Anfang an fest, dass es etwas Außergewöhnliches sein sollte, nichts aus Pappmaché! Die 2140 Euro für den Marionettenbau samt Einkleidung in einem schwarzen Samttalar wurden so finanziert und Roland Richter, der die Puppe als Dauerleihgabe in Empfang nahm, ist sehr zufrieden mit dem Unikat: Die rund 75 Zentimeter große und 1,8 Kilogramm schwere Glieder-Puppe liege gut in der Hand und besitze eine ausgezeichnete Beweglichkeit.

Klar ist: Mit Ende des Reformationsjubiläums soll Luther nicht im Fundus verstauben. Das Hanauer Marionetten-Theater ging seit 2017 und geht noch immer mit dem Stück auf Deutschland-Tour und hat nun sein Kommen am Reformationstag in der Fauerbacher Kirche zugesagt. Keine Puppenbühne wird die Kulisse bilden. Das Stück wird in der heute üblichen offenen Variante gespielt, in der der Spieler sichtbar für das Publikum neben der Puppe steht. In der Nebenrolle am Faden tritt noch die „arme Sünderin“ auf. 

Der Kirchenvorstand freut sich schon jetzt auf die zahlreichen Gäste zu dieser Reformationsveranstaltung bei freiem Eintritt, da sie großzügiger Weise von der Fauerbacher Kirchengemeinde gesponsert wird.                 

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