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Mehr Kinder und viel Verkehr

Degerfeldschule Stadt, Kreis und Schule im Gespräch / Alte Pusteblume wohl wieder Kindergarten

BUTZBACH (thg). Steigende Schülerzahlen machen es notwendig: Die Degerfeldschule braucht mehr Platz. „Schule, der Kreis als Schulträger und Stadt führen Gespräche“ über das Thema, sagte Bürgermeister Michael Merle auf Anfrage. Rund 400 Schüler besuchen die Grundschule derzeit. Aufgrund der weiteren Entwicklungen werden künftig rund 500 erwartet. Ein Aspekt ist der Bedarf der Stadt an Kindergartenplätzen. Dafür könnte eine Reaktivierung der früheren „Pusteblume“ bei der Degerfeldschule in Betracht kommen.

„Die Gespräche sind sehr konstruktiv, der Wetteraukreis zeigt eine hohe Sensibilität für die Interessen der Stadt“, sagte Merle. Details, wie an der Schule neue Klassenräume geschaffen werden können, konnte Merle nicht sagen. Eine Anfrage beim Wetteraukreis blieb gestern ohne Ergebnis. Schuldezernent Jan Weckler, der schon kürzlich bei einem Besuch an der Schule gemeinsam mit der CDU-Kreistagsfraktion den Bedarf festgestellt hatte, ist im Urlaub.

Merle sagte aber, es gehe zunächst um kurzfristige Lösungen, aber besonders um die mittel- und langfristigen Perspektiven, den regulären Schulbau und die Frage des Verkehrs – die Astrid-Lindgren-Straße wird zu den Stoßzeiten stark frequentiert (die BZ berichtete). Im Zuge der Vorbereitungen für einen Bebauungsplan zur Wohnbauentwicklung im Degerfeld III solle der Flächenbedarf für Schule und Verkehr „aufgedröselt“ werden. Im nördlich zur Schule gelegenen Teil könne eine Verbindung zur Johann-Sebastian-Bach-Straße geschaffen werden. Damit könnte Platz für Parkraum und den Busverkehr entstehen. Auch kurzfristige Verbesserungen seien zwischen Stadt, Schule und Eltern im Gespräch.

Zu beachten sei bei den Eingriffen in den Boden das Weltkulturerbe Limes. Ein Teil der Schule stehe sogar auf dem Verlauf des römischen Grenzwalls. Doch mit dem Thema habe man sich an dieser Stelle schon öfter beschäftigt.

Die Frage nach einer Kostenbeteiligung der Stadt an möglichen Schulbauten lasse sich derzeit nicht beantworten. „Zunächst müssen wir die Flächen definieren, dann kann man über Kosten reden“, so Merle.

Die frühere Pusteblume – der Name zog mit der Kinderbetreuungseinrichtung mit um in die ehemalige amerikanische Schule – umfasste zwei Gruppen für Kinder ab drei Jahre und eine Hortgruppe. Ob und wie aus dem Gebäude wieder ein Kindergarten werden könnte, soll im fortzuschreibenden Kindergartenkonzept geklärt werden. Derzeit werden die Räume für die Grundschülerbetreuung genutzt, die der Verein JJ im Auftrag der Stadt anbietet. Teils besteht auch die Möglichkeit zur Nutzung der Räume durch die Schule. Fest steht laut Merle, dass die Schülerbetreuung weiter läuft, auch wenn zum Beginn des Kindergartenjahrs 2018/19 dort die jüngeren Kinder wieder einziehen sollen. Denn nach zunächst 70 seien nun 100 Plätze der Schülerbetreuung nachgefragt. Die Bevölkerungszahl in Butzbach nimmt weiter zu. „Voraussichtlich erreichen wir in Kürze die Anzahl von 26 000 Einwohnern“, sagte der Bürgermeister.

Im Herbst sollen sich laut Merle die städtischen Gremien unter anderem mit der Bebauungsplanung befassen.

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