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Mehrfamilienhäuser rücken an südlichen Rand im Neubaugebiet

Mehrheit befürwortet Bebauungsplan Weiseler Straße Südost / Unternehmen informiert über Pläne

BUTZBACH (thg). Ohne weitere Aussprache nach der Vorstellung von Bebauungsplan und Bauprojekt fasste die breite Mehrheit des Butzbacher Bauausschusses den Abwägungs- und Entwurfsbeschluss für die „Weiseler Straße Südost“. CDU, SPD, FDP und Grüne stimmten bei Enthaltung der Linken und Nein-Votum der UWG für den Entwurf. Am 2. März vergangenen Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen, es folgte das Beteiligungsverfahren. 

Etwa ein halbes Dutzend Zuhörer waren zur Sitzung gekommen, darunter Anwohner. Unternehmer Daniel Beitlich und Architekt Felix Feldmann möchten das Bauprojekt mit Ein-/ und Zweifamilienhäusern und Geschosswohnungsbau südlich der Straße „Im Weidchensgarten“ gegenüber der früheren Papier-
fabrik umsetzen. Dagegen hatten sich nach einer ersten Vorstellung des Vorhabens Proteste geregt, speziell gegen die Bebauung mit den mehrstöckigen Wohnhäusern gegenüber der derzeitig bestehenden Wohnhäuser der Straße. Der Entwurf wurde umgeplant. Feldmann stellte die Neufassung am Dienstag in der Sitzung im Bürgerhaus Butzbach vor. 

Die Entwickler haben ein weiteres Grundstück erworben, berichtete der Architekt. Der Streifen macht die Ausdehnung des Bebauungsplanbereichs in Richtung Süden möglich. Dort nun sollen fünf Geschosswohnungsbauten entstehen, die mit drei Stockwerken und Staffelgeschoss versehen sind. Im Haus, das an der Weiseler Straße liegt, soll neben Wohnen auch „nicht störendes Gewerbe“ möglich sein. Die Wohnblöcke sollen über eine Privatstraße erschlossen werden. Sie mündet gegenüber der hinter die Fabrik führenden Straße auf die Weiseler Straße ein. Die Anzahl der Wohneinheiten in den Mehrfamilienhäusern reduziert sich gegenüber den zunächst geplanten 100 auf nun etwa 60 bis 70. 

Nach Norden schließen sich an die Privatstraße im Bebauungsplangebiet sechs Einfamilienhäuser an. Vier Paare von Einfamilienhäusern, also acht Doppelhaushälften, werden zudem gegenüber den bestehenden Wohnhäusern auf der anderen Seite der Straße „Im Weidchensgarten“ angeordnet und „spiegeln“ damit gewissermaßen die vorhandenen Häuser als eine gleichartige Bebauung. Sie sollen direkte Zufahrten vom Weidchensgarten aus erhalten. Das energetische Konzept für die geplanten Gebäude soll beibehalten werden, es sieht unter anderem Dachbegrünung und Photovoltaik-Anlagen vor. 

„Wir glauben, dass es sich um ein ansprechendes Wohnprojekt handelt“, sagte Feldmann. Es liege in einer „wertigen Situation“ in einer reizvollen Umgebung mit Blick in die Wetterau. 

Zur Beteiligung von Institutionen und Öffentlichkeit äußerte sich Planer Holger Fischer. Die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil hatte auf die zusätzliche Verkehrsbelastung hingewiesen, die Umwelterfassung lief noch, als die Naturschutzbehörden Stellung nahmen. Vier Kompensationsmaßnahmen seien im Gebiet möglich. 

In 29 der 30 Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit sei die „Zielrichtung identisch“. So wurde der Bedarf an Wohnraum angezweifelt und befürchtet, dass die Objekte leerstehen könnten. Für eine Baulandentwicklung im Degerfeld gebe es aber rund 400 Anfragen. Auch die Dichte der Bebauung sei Thema gewesen, allerdings werde eine Grundflächenzahl von 0,4, also 40-prozentige Bebauung, vorgesehen. 

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