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Mehrheit will neuen Kindergarten

Nur CDU will Anbau in Oppershofen / Dorfpartei, SPD und Grüne im Rockenberger Ausschuss für Neubau

ROCKENBERG (thg). Der Kindergarten in Oppershofen soll abgerissen und ein Neubau auf dem Gelände errichtet werden. Dafür sprach sich mehrheitlich der Rockenberger Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Montag im Bürgerhaus Oppershofen aus. Die Planungen sollen nun konkretisiert werden, Fördermittel sollen beantragt werden. 

Mit den Stimmen von Dorfpartei (DP), SPD und Grünen wurde der Antrag angenommen, der aus den Anfang Juli gestellten Anträgen von DP und SPD zusammengefasst wurde, die jeweils einen Neubau forderten. Die Grünen hatten sich schon länger für diese Lösung ausgesprochen. 

Die CDU-Vertreter lehnten Abriss und Neubau ab und hatten in der Sitzung am Montag einen Anbau an das bestehende Gebäude beantragt. Der Vorstoß scheiterte bei drei Ja-Stimmen aus den eigenen Reihen an den vier Gegenstimmen der anderen Fraktionen. 

In der Diskussion, in der unter anderem auch Wahlkampf-Vorwürfe ausgetauscht wurden, ging es um die Interpretation der Studie von THM-Professor Maik Neumann. Er hatte für die Gemeinde auf Betreiben von CDU und DP untersucht, welche Möglichkeiten Anbauvarianten oder ein Neubau bieten, nachdem ein 2018 beschlossener Antrag auf Anbau von Kindergartenpersonal und Elternschaft skeptisch betrachtet wurde. 

Aus dem – nach SPD-Angaben 12 000 Euro teuren – Gutachten zogen aber Union und Dorfpartei unterschiedliche Schlüsse. Während die DP die Neubau-Empfehlung als beste Lösung erkennt, sprach sich die CDU für eine Anbauvariante aus. Den Standort selbst hält die DP weiter für den besten, die SPD betonte, der Kindergarten gehöre in die Dorfmitte, die CDU hatte in früheren Zusammenhängen auch einen Neubau im „Burgweg“ zwischen den Ortsteilen ins Spiel gebracht. 

Den großen Nachteil der Neubau-Lösung sieht die Union darin, dass für die Zeit von Abriss und Neubau eine Container-Anlage als Kindergarten zu nutzen wäre, die 250 000 Euro Kosten für die Gemeinde bedeuten würde. Ohne diese Ausgaben seien Anbau und Neubau laut CDU „preislich dasselbe“. 

Je nach Position des Neubaus auf dem derzeitigen Kindergarten-Gelände könnte laut DP aber eine Zeitlang womöglich der bisherige Kindergarten noch parallel zur Bautätigkeit genutzt werden. Die Fraktionen sahen auch Vor- und Nachteile bei einem Container-Standort am Bürgerhaus Oppershofen. 

Das bestehende Gebäude, in den frühen 80er Jahren eingeweiht, wurde als architektonisches Kleinod gelobt. Aber die Form mache Anbauten auch kompliziert. Gegen einen Abriss spreche etwa unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, dass die Bausubstanz noch nutzbar sei, so die CDU. Die Räume entsprächen indes nicht mehr modernen Anforderungen, so die Meinung der Neubau-Befürworter. 

Thomas Weil (DP) warb für den Neubau und warnte davor, denselben Fehler zu machen wie beim Kindergarten Rockenberg. Dort sei der An- und Umbau zunehmend teurer geworden. „Das Transmit-Gutachten ist ganz klar, und wir wollen dem nicht folgen? Das ist abstrus, das ist verrückt.“

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