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Merle: Hochhäuser werden saniert

Große finanzielle Aufgabe für Wohnungsgesellschaft / Rauchschutztüren vor drei Jahren eingebaut

BUTZBACH (thg). Die drei Hochhäuser der Butzbacher Wohnungsgesellschaft (BWG) im Degerfeld sind ein Sanierungsfall, das ist seit Jahren bekannt. Im Raum stand in den zurückliegenden Monaten unter anderem ein Verkauf. Diese Lösung ist nach Worten von Bürgermeister Michael Merle, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BWG, vom Tisch. Die BWG mit Unterstützung der Stadt müsse nun sanieren. In Kürze will er zum Thema auch eine Aufsichtsratssitzung einberufen. 

Der Brand habe die Lage vollkommen verändert, so Merle. Angesichts des Schadens im betroffenen Haus müsse das Gebäude kernsaniert werden, war Merles Einschätzung gestern Vormittag. „Wir werden sanieren müssen“, schätzte der Bürgermeister. Dazu müsse geklärt werden, welche finanziellen Mittel erforderlich sind. 

Für die BWG werde bereits geprüft, ob weiterer sozialer Wohnungsbau erfolgen soll. Es gebe verschiedene Szenarien. Dazu zählt auch die Option, die Bestände an Wohnungen zu erhalten. Der Brandschaden werde die Entscheidung nun beschleunigen. 

Unter anderem müsse die Stadt mit der Kommunalaufsicht beim Wetteraukreis darüber sprechen, inwieweit sie als Gesellschafter Geld zur Verfügung stellen könne. Es sei klar, dass die BWG die Investitionen nicht allein stemmen kann. „Wir gehen davon aus, dass alle drei Hochhäuser nach und nach saniert werden“, unterstrich Merle. 

BWG-Geschäftsführer Alexander Kartmann hatte gestern bereits Kontakt mit der Versicherung. Es würde aber noch ein Fachmann des Unternehmens hinzugezogen. Er wies darauf hin, dass die BWG die Auflagen des vorbeugenden Brandschutzes erfüllt habe. Vor drei Jahren seien beispielsweise für 120 000 Euro die Rauchschutztüren in allen drei Häusern eingebaut worden, die nun dafür gesorgt hätten, dass die Wohnungen rauchfrei blieben. Maßnahmen, die noch zu erledigen seien, seien mit der entsprechenden Behörde abgeklärt. „Wir machen, was notwendig ist.“

Über die Brandursache wollte Kartmann nicht spekulieren, auch zu eventuellen Gerüchten in sozialen Medien nicht. Stand gestern sei aber ein technischer Defekt wohl auszuschließen. Die Polizei-Ermittlungen dauern an. 

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