Mit E-Mail des Bürgermeisters versuchen Betrüger Geld zu ergaunern

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Mit E-Mail des Bürgermeisters versuchen Betrüger Geld zu ergaunern

HÜTTENBERG (ga). Die Gemeinde Hüttenberg ist Opfer eines Betrugsversuchs geworden. Der Vorfall habe sich bereits Mitte Juli ereignet, teilte Bürgermeister Christof Heller (CDU) bei einem Pressegespräch mit. „Das war etwas, was uns wirklich überrascht hat.“

Was war passiert? Mitarbeiter der Gemeindekasse hatten eine E-Mail erhalten. Gesendet wurde diese, so schien es, vom Mailaccount des Bürgermeisters. Die E-Mail war, wie sich später herausstellte, eine Fälschung. Zu erkennen war dies nicht: Die Absenderadresse stimmte zu 100 Prozent mit der des Bürgermeisters überein. Deshalb leitete die Abteilung auch die angeforderten Bankdaten weiter. Es waren 14 Stück, darunter Kontodaten von Privatpersonen und Firmen.

Erst am darauffolgenden Tag wurde man in der Verwaltung stutzig: Am 13. Juli traf erneut eine E-Mail über die offizielle Adresse von Heller ein. Diesmal sollte ein sechsstelliger Betrag gezahlt werden. Der Punkt, an dem der Betrug aufflog. „Die Kassenleitung ist sofort hellhörig geworden und hat mich informiert. Der Betrugsversuch lief somit ins Leere“, schilderte der Bürgermeister. Die Gemeinde meldete den Vorfall umgehend bei der Fachabteilung Digitalisierung des hessischen Innenministeriums sowie dem hessischen Datenschutzbeauftragten und erstattete Anzeige bei der Polizei. Bislang konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. 

Ein Schaden sei zum Glück auch den 14 Kontoinhabern nicht entstanden. „Es ging wohl in erster Linie darum, das Geld von der Gemeinde zu ergaunern“, sagte Heller.

Doch warum wird der Betrugsversuch erst jetzt bekannt? Die Landesbehörden hatten mitgeteilt, dass kein weiteres Agieren notwendig sei, da Dritten kein Schaden entstanden sei. Am 16. August hatten sie ihre Meinung dann geändert und die Gemeinde angewiesen, öffentlich zu informieren. Die Kontoinhaber hatten bereits von der Gemeindeverwaltung telefonisch oder per Post von dem Vorfall erfahren.

Wie Christof Heller sagte, habe die Gemeinde jetzt noch einmal Schulungen für alle Verwaltungsmitarbeiter angesetzt. Ziel ist, für den Umgang mit Daten zu sensibilisieren – auch dann, wenn sie anscheinend vom Bürgermeister per E-Mail angefordert werden.

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