Mit Verlässlichkeit und Sachverstand wurde in Butzbach „Großes erreicht“

Viele Wechsel in Einsatzabteilungen
23. März 2018
Schwerer Unfall fordert drei Menschenleben  
26. März 2018

Mit Verlässlichkeit und Sachverstand wurde in Butzbach „Großes erreicht“

BUTZBACH. Die Ehrenplakette des Landes Hessen für eine öffentliche Feuerwehr erhielt die Freiwillige Feuerwehr Kernstadt zum 150-jährigen Bestehen in der Jahreshauptversammlung am Freitagabend in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel. Der designierte Landrat Jan Weckler (3.v.l.) überreichte die Auszeichnung – mit etwas Verspätung. Gründungsdatum der Feuerwehr ist der 6. August 1866, womit die Plakette zwei Jahre zu spät für das Jubiläum eintrifft. Die Erklärung: Damals gab es dieses Ehrenzeichen noch gar nicht. Der Erste Kreisbeigeordnete unterstrich, die Feuerwehren seien identitätsstiftend und böten Kameradschaft. Das Foto zeigt (v.l.) die Wehrführer Michael Rensch, Thorsten Kappes und Uwe Holländer mit Stadtbrandinspektor Michael Tiedemann und Bürgermeister Michael Merle. Text + Fotos: thg

VERSAMMLUNG – Personalfindung der Butzbacher Wehren offen / Rückgang auf 170 Einsätze

BUTZBACH (thg). Nach fünfjähriger Amtszeit des Stadtbrandinspektoren-Trios Michael Tiedemann, Uwe Holländer und Dr. Stefan Lugert hätte in der Jahreshauptversammlung aller Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Butzbach die Besetzung der Positionen neu gewählt werden müssen. Doch schon im Vorfeld war klar, dass es dazu am Freitag in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel nicht kommen würde. Die Ankündigung Tiedemanns, das Amt nicht weiterführen zu wollen, bedeutete eine Personalfindung, die derzeit noch nicht abgeschlossen ist.

Bürgermeister Michael Merle lobte das Vorgehen der Feuerwehr, nicht schon Kandidaten zu präsentieren als vorbildlich, Zeichen von Verlässlichkeit und Seriosität. Der Magistrat stehe den Wehren bei Bedarf zur Seite, erneuerte er sein Angebot. Die Entscheidung sei Sache der Einsatzkräfte. Der Magistrat sei auch offen für Erwartungen und Forderungen. Es gehe um eine „Lösung, die Bestand haben muss“.

Tiedemann ging im Verlauf der Versammlung selbst nicht näher auf das Thema ein. Am Rande sagte er aber, die Karten seien „neu gemischt“. Die Stadt Butzbach schrieb jüngst eine „Vollzeitstelle für *einen Mitarbeiterin im kommunalen feuerwehrtechnischen Dienst *zur Leitung des Fachgebietes Feuerwehr in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis“ aus, wie es darin formuliert ist. „Das ist jemand in der Verwaltung, der mir die Arbeiten abnehmen kann, die mir die Zeit weggefressen haben“, sagte der Stadtbrandinspektor. Unter anderem nannte er die Vorbereitung der Ausschreibung für das inzwischen in Dienst gestellte Drehleiterfahrzeug als eine dieser Tätigkeiten. Im kommenden Monat sitzen die Wehrführer erneut zusammen zum Thema Personal. Die Urkunden der Stadtbrandinspektoren hätten kein „Ablaufdatum“, sie blieben im Amt.

Zum Thema Hochbauprojekte fasste Tiedemann zusammen, dass es im vergangenen Jahr keinen der erwarteten Spatenstiche gab oder Umbauarbeiten begonnen worden seien – Tiedemann bezog dies auf die „guten Planungsergebnisse für die Stadtteile Kirch-Göns, Griedel und Ebersgöns, aber auch für den Stützpunkt der Kernstadt“, von denen er im vergangenen Jahr berichtet habe. Teils liege dies an nicht durch die Stadt verschuldeten Gegebenheiten, wie in Kirch-Göns, dass es nicht weiterging. „Für die Hochbau-Maßnahmen erwarte ich nach fertig gestellter Planung auch die Umsetzung und appelliere von hier aus an die Anwesenden politischen Mandatsträger – beschließen Sie bitte die Finanzmittel, starten Sie bitte die Projekte“, sagte der Stadtbrandinspektor.

Merle betonte, er schätze die Fachkenntnis der Amtsinhaber, es bestehe eine Vertrauensbasis. Gemeinsam habe man „Großes erreicht“, wovon die Feuerwehren noch lange profitieren würden. „Es lohnt sich, durchzuhalten.“ Und auch die Bürger profitierten davon, denn die Sicherheit der Butzbacher sei deutlich erhöht worden. Die Führungskräfte zeigten Spitzenleistungen. Und: Der Magistrat sei lernwillig, betonte der Bürgermeister, er sehe einen „Anstieg der Lernkurve“. Die Feuerwehrleute seien „Leistungsträger unserer Stadtgesellschaft“.

315 Einsatzkräfte sind in den 13 Wehren der Stadt aktiv, darunter 36 weibliche Feuerwehrleute. Die Gesamtzahl der Brandschützer im aktiven Dienst liegt damit um 20 niedriger als im Vorjahr, so Tiedemann. 170 Einsätze waren zu absolvieren, und damit 31 weniger als im Jahr zuvor. Neben 68 Bränden wurden 60 Hilfeleistungen und 42 Fehlalarme verzeichnet. Hinsichtlich der Fehlauslösungen von Brandmeldeanlagen stehe die Butzbacher Feuerwehr in Kontakt mit dem Wetteraukreis. Dadurch sei die Zahl der falschen Alarme auf diesem Gebiet reduziert worden. (Weitere Berichte folgen)

BUTZBACH. Eine besondere Ehrung erhielt Hansemil Bang (Mitte) in der Jahreshauptversammlung der Butzbacher Feuerwehren: die Ehrenmedaille des Bezirksfeuerwehrverbands in Gold für 50 Jahre Mitgliedschaft. Im Alter von 13 Jahren trat der Butzbacher in die Feuerwehr ein. Und nach ihm ist auch das Feuerwehr-Oldtimerfahrzeug „Hansemil“ benannt. Es gratulierten (v.l.) Bürgermeister Michael Merle, Kreisbrandmeister Matthias Meffert, Stadtbrandinspektor Michael Tiedemann und Erster Stadtrat Manfred Schütz. Foto: thg

 

BUTZBACH. Die Stadt benötige die Arbeitgeber der Brandschützer als Partner der Feuerwehren, betonte Bürgermeister Michael Merle (l.) in der Feuerwehr-Hauptversammlung. Förderschilder als Partner der Feuerwehren erhielten die Butzbacher Wohnungsgesellschaft vertreten durch ihren Geschäftsführer Alexander Kartmann (2.v.r.) und das Hauptzollamt Frankfurt, für das Patrick Spieß (2.v.l.) die Auszeichnung im Beisein von Stadtbrandinspektor Michael Tiedemann entgegennahm. Foto: thg

Es können keine Kommentare abgegeben werden.