Nach 45 Jahren Ferienspiele neu gedacht

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Nach 45 Jahren Ferienspiele neu gedacht

BUTZBACH. Veranstalter und Sponsoren der Butzbacher Ferienspiele trafen sich am Landgrafenschloss (v.l.): Bürgermeister Michael Merle, Nicole Narwosch, Philipp Hlawiczka (beide Stadtverwaltung), Betina Adami (Marketingleiterin Volksbank Butzbach), Anette Krämer (stellvertretende Sozial-Fachdienstleiterin), UWG-Vorstandsmitglied Gudrun Reineck und Cordelia Weber (Beraterin Sparkasse Oberhessen, Butzbach).  Text + Foto: thg 

Aktionen für 177 Butzbacher Kinder verteilen sich über sechs Wochen / Restplätze sind noch zu haben

BUTZBACH (thg). 45 Jahre lang waren die ersten beiden Sommerferien-Wochen mit den Ferienspielen der Stadt Butzbach belegt. Dieses Jahr ist es anders, Sars-Cov-2 hat dazu geführt, dass das Programm auf sechs Wochen ausgedehnt wird. Für über 300 Kinder wäre Platz gewesen, angemeldet haben sich 177, wie Anette Krämer vom Sozial-Fachdienst gestern am Landgrafenschloss mitteilte. Anlass war der Sponsoren-Termin, der nun, ebenfalls anders als sonst, nicht am ersten Ferien-Montag mit allen Kindern, sondern im kleinen Kreis im Schlosshof stattfand. 

Die Unterstützung der Ferienspiele kommt erneut mit je 300 Euro von Nachbarschaftshilfe Butzbach, Volksbank Butzbach und Sparkasse Oberhessen. Die Sparkasse stellt zudem unter anderem Brustbeutel und Uno-Spiele zur Verfügung, die Volksbank stiftet Poolnudeln und ebenfalls kleine „Giveaways“. Die UWG stellt Bastelmaterial und reichlich Stifte zur Verfügung, denn laut Krämer muss wegen Corona jedes Kind das eigene Material benutzen, es darf nicht weitergegeben werden. Rewe Butzbach spendet erneut die Getränke, aber auch Süßes und natürlich Gesundes zur Stärkung. Bürgermeister Michael Merle bedankte sich bei allen Unterstützern in der besonderen Corona-Situation. 

Die Ferienspiele starten am Montag, 6. Juli, ohne gemeinsames Fest. Für alle vier Altersgruppen, die teilnehmen können, ist aber in den ersten beiden Wochen der Ferienspielspaß gesichert. Die Sechs- und Siebenjährigen treffen sich unter dem Motto „Das große Krabbeln“, „Unser Planet“ steht für die Acht- und Neunjährigen im Mittelpunkt, die Zehn- und Elfjährigen gehen auf „Weltreise“ und für die ab Zwölfjährigen heißt es „Film ab“. 

Für die dritte Woche gibt es noch in den beiden jüngsten Gruppen Angebote, in Woche vier sind es die Jüngsten und die Zehn-/Elfjährigen, die in Gruppen zusammenkommen. In Woche fünf sind es nur die Zehn- und Elfjährigen, Kinder im Alter von acht und neun Jahren kommen noch einmal in der letzten Ferienwoche zusammen. Jede Gruppe umfasst maximal 15 Teilnehmer plus zwei Betreuer. 

Dass es keine komplette Auslastung gibt, dürfte laut Krämer damit zusammenhängen, dass die Familien an die ersten beiden Ferienwochen als Ferienspielzeit gewöhnt sind und dementsprechend ihren Urlaub gelegt haben. 

Nachmeldungen für freie Plätze sind nur für die bestehenden Gruppen möglich. In Wochen ohne volle Abdeckung werden keine weiteren Altersgruppen eröffnet. Wer noch einen Restplatz benötigt, kann sich per E-Mail an anette.kraemer@stadt-butzbach.de oder Telefon (06033/995243; 995158; 995113) an die Stadtverwaltung wenden. 

Kinder aus der Gemeinde Rockenberg nehmen in diesem Jahr wegen der besonderen Corona-Umstände nicht teil. Außerdem gibt es keinen Bus-Transfer aus den Stadtteilen, auch das könnte ein kleinerer Grund für die geringere Teilnehmerzahl sein. Allerdings gibt es für alle Gruppen eine Früh-Betreuung. Die Stadt hat sich laut Krämer für die wochenweisen Gruppen und gegen tageweise Angebote entschieden. Die Erfahrung sei, dass es den Eltern nur etwas bringt, ein verlässliches Angebot in der vorliegenden Form für die Ferienzeit nutzen zu können. 

Über die genauen Regularien und das Hygienekonzept werden die Eltern zusammen mit den allgemeinen Hinweisen informiert. Bei gutem Wetter soll auch stets das Außengelände des jeweiligen Gruppenorts Kita Pusteblume, Alte Turnhalle, Treffpunkt Degerfeld und Schlosssporthalle genutzt werden. Das Programm gestaltet sich auch anders als sonst. Ausflüge gibt es nicht, höchstens geht es mal in den Wald, aber weitere Aktionen wie Besuche von Institutionen oder eines Schwimmbads fallen wegen Corona aus. Auch Elemente mit Lebensmitteln wie Waffeln backen wird es nicht geben. 

In der Vorbereitung haben sich die Verantwortlichen Gedanken über die Gestaltung gemacht, sodass mehr Bastelmöglichkeiten, aber auch Spiele und bei den Größeren wohl auch ein Filmprojekt auf dem Programm stehen. Aber die Corona-Situation könne auch ein Anstoß sein, das Ferienspiel-Konzept grundsätzlich zu überdenken, so Krämer. Unter anderem könnte auch eine Ausweitung des Programms kommender Jahre auf die dritte Woche der Sommerferien überdacht werden. 

Wenn es auch zum Abschluss der Ferienspiele kein Fest mit Vorführungen und Präsentationen gibt, soll es trotzdem möglich sein, etwas über die Butzbacher Ferienspiele zu erfahren. So könnte beispielsweise ein Film auf der Homepage der Stadt gezeigt werden. Auf jeden Fall soll aber jede Gruppe für sich eine Lösung finden, wie sie den Beginn und das Ende ihrer Woche gestaltet. 

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