„Nach Brexit Zukunft der EU gestalten“

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„Nach Brexit Zukunft der EU gestalten“

Europa-Union Wetterau appelliert an Bürger, mit Briten Freundschaft zu pflegen und neu zu schließen

WETTERAUKREIS (pd). Der Vorsitzende der Europa-Union Wetterau Dr. Johannes Fertig bedauert den Brexit, „denn unser Ziel  als Europa Union ist ein föderaler europäischer Bundesstaat, der alle Europäerinnen und Europäer in Frieden und Freiheit vereint“. Das schreibt er in einer Pressemitteilung.

„Der Brexit ist und bleibt ein historischer Rückschritt. Er wurde begünstigt durch Unwissen und Unwahrheiten, europaskeptischen und fremdenfeindlichen Populismus, der auch unser Land bedroht“, so der Vorsitzende.

„Wir vom Kreisverband Wetterau setzen uns für ein freiheitliches, demokratisches, vielfältiges Europa ein“, unterstreicht Fertig. „Wir hoffen dass die Vereine und Menschen in der Wetterau, die Verbindung zu den Menschen im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland haben, diese halten und  wo immer möglich ausbauen.“

Europa sei auch und gerade auf der Basis von Städtepartnerschaften, des grenzübergreifenden Miteinanders von bürgerschaftlichen Vereinen, Sportbegegnungen und Jugendaustausch gewachsen. „Daran sollten wir festhalten und bestehende Freundschaften zu Briten pflegen und neue anstreben.“

Das gemeinsame Haus Europa zu errichten, sei ein Generationenauftrag, der weder mit den Römischen Verträgen noch mit  den Verträgen von Maastricht oder Lissabon abgeschlossen war. Das Brexit-Referendum von 2016 und der am 31. Januar erfolgende Austritt Großbritanniens gäben keine endgültigen Antworten auf die Frage nach Großbritanniens künftigem Platz in Europa.

Die Europa-Union erwarte von der Politik auf allen Ebenen, dass nun alles darangesetzt werden muss, eine gute Lösung für die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien zu finden. „Wir dürfen nicht vergessen, dass in der EU wie im Vereinten Königreich die Lebensentwürfe von Millionen Bürgerinnen und Bürgern vom Ausgang der nun anstehenden Verhandlungen über die Trennungsbedingungen abhängen.“ Diese Verhandlungen sollen, so die Absicht der britischen Regierung, bis 31. Dezember abgeschlossen werden. Aber zunächst ändere sich nach dem 31. Januar für die EU und Großbritannien erstmal nichts. In einer Übergangsphase können Studenten und Touristen weiter ohne Probleme nach London fliegen und Waren würden weiter ohne Zölle zwischen Calais und Dover transportiert. „Für die anstehenden schwierigen Verhandlungen muss allerdings klar sein, dass die EU keine Zugeständnisse machen darf, die sie selbst in Frage stellen würde.“

Unabhängig davon sieht Fertig es als wichtig an,  die Zukunft der EU weiter zu gestalten. Er bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Konferenz zur Zukunft Europas, die im Mai beginnen soll, eine Chance für die Weiterentwicklung der EU bedeute. Er hofft, dass sich daraus konkrete Vorschläge für  ein sozialeres und demokratischeres Europa ergeben. Die Konferenz soll bis 2022 neue Antworten für die Zukunft der europäischen Demokratie formulieren. Die Arbeiten sollen auch die Bürger einbeziehen. „Die angekündigte Bürgerbeteiligung darf meines Erachtens aber kein Feigenblatt sein“ meinte Fertig.

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