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Natalie Pawlik zieht in Bundestag ein

WETTERAUKREIS. Natalie Pawlik vertritt die westliche Wetterau

„Überglückliche“ SPD-Kandidatin gewinnt Wahlkreis 177 Wetterau I / Armin Häuser setzt CDU-Lauf nicht fort

WETTERAUKREIS (jwn). Deutliche Verluste gab es bei der gestrigen Bundestagswahl im Wahlkreis 177 Wetterau I bei der CDU bei den Zweitstimmen im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Die SPD hingegen verzeichnete leichte Gewinne. Doch wie sieht es bei der Erststimme, also bei der Stimme für den Kandidaten für den Wahlkreis aus?

Nach einer langen Auszählphase stand die Siegerin im Kampf um die Erststimmen im Wahlkreis kurz nach 21.30 Uhr fest: Es ist die 29-jährige Bad Nauheimerin Natalie Pawlik, zurzeit noch beschäftigt mit ihrer Masterarbeit in Gesellschaftspolitik und mit der Büroleitung für den SPD-Europa-Abgeordneten Udo Bullmann „Ich bin überglücklich mit meinem Wahlergebnis“, sagte sie gestern Abend im Kreishaus. 

Im Jahr 2017 war sie noch ihrem CDU-Kontrahenten Oswin Veith klar unterlegen. Sie kam damals auf 29,2 Prozent der Stimmen, Veith auf 36,4. Doch davon ließ sie sich nicht unterkriegen. Sie kämpfte weiter, obwohl sie dieses Mal auf der SPD-Landesliste einen sicheren sechsten Platz hatte und auch so auf jeden Fall in den Bundestag eingezogen wäre. Und damit hatte sie Erfolg. 

Neun Kandidaten hatten sich in diesem Jahr um das Bundestagsdirektmandat für den Wahlkreis beworben, der seit Anfang 2020 nur noch von dem FDP-Politiker Peter Heidt in Berlin vertreten wird. Der CDU-Abgeordnete Veith hatte sein Mandat nach dem Wechsel in die Wirtschaft – in den Vorstand der Ovag – Anfang 2020 niedergelegt. 

Die Wetterau galt viele Jahrzehnte lang als Hochburg der Sozialdemokratie in Hessen. Von 1949 bis 1980 gewannen die SPD-Kandidaten bei den Bundestagswahlen jeweils die Direktmandate in den früheren Landkreisen Büdingen und Friedberg und dann im Wahlkreis Wetterau, der zuletzt 2013 neu zugeschnitten wurde. Die jahrzehntelange Dominanz der SPD endete erst 1983 nach dem Ende der sozialliberalen Koalition in Bonn, als der damalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) das Direktmandat errang. 

Erst 1998 gelang es der späteren Wetterauer SPD-Vorsitzenden Nina Hauer, den Wahlkreis 177 für die SPD wieder zurückzugewinnen. Zwei Mal, und zwar 2002 und 2005, verteidigte sie das Direktmandat für die SPD. Das änderte sich erst wieder 2005, als die CDU-Politikerin Lucia Puttrich das Direktmandat im Wahlkreis zurück eroberte. Ihr folgte 2013 Veith, der dann aber von dieser zur nächsten Wahl stark an Stimmen einbüßte. 

Mit Armin Häuser wollte die CDU einen Neuanfang starten. Doch offensichtlich war die allgemeine Wechselstimmung dieses Mal gegen die CDU und auch viele ihrer Kandidaten.   

Folgende Direktkandidaten traten in diesem Jahr zur Wahl an:

• Armin Häuser, CDU

• Natalie Pawlik, SPD

• Andreas Lichert, AfD

• Peter Heidt, FDP

• Michaela Colletti, Grüne

• Julian Eder, Linke

• Cenk Gönül, Freie Wähler

• Stephan Flindt, Piraten

• Eva Rosen, Basis

Wetteraukreis. Der unterlegene CDU-Bewerber im Wahlkreis Wetterau I, Armin Häuser, gratulierte Natalie Pawlik (SPD) zum Gewinn des Direktmandats.

 

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