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Neuer „Gärtner“ für Garten St. Gottfried

BUTZBACH. Das Evangeliar übergab bei der Amtseinführung symbolisch der stellvertretende Dekan Thomas Korfmann (l.) an Pfarrer Tobias Roßbach. Foto: kipp

Tobias Roßbach wurde als Pfarrer in Butzbach in sein Amt eingeführt

BUTZBACH (kip). Menschen mit Jesus in Berührung bringen – darin sieht der neue Pfarrer der Gemeinde St. Gottfried, Tobias Roßbach, seine Aufgabe. Am Sonntag wurde er vom stellvertretenden Dekan des Dekanats Wetterau-West, Pfarrer Thomas Korfmann, offiziell in sein Amt eingeführt. 

Viele Gemeindemitglieder, aber auch die Familie Roßbachs, Freunde, zahlreiche katholische und evangelische Seelsorger und sogar die Messdiener aus der Gemeinde St. Jakobus in Langen, wo er bis vor wenigen Wochen als Kaplan tätig war, waren in die St. Gottfriedskirche zum Festgottesdienst gekommen. 

„Die Gemeinde St. Gottfried bekommt einen Gärtner als Pfarrer“, scherzte Korfmann zu Beginn des Gottesdienstes in Anspielung auf den früheren Beruf Roßbachs. Der „Garten“ in Butzbach, Fauerbach und Wiesental werde sich verändern, aber dies sei eine Bereicherung, so Korfmann. Der neue Pfarrer wisse, wie man aus kleinen Pflänzchen große werden lasse, die Frucht tragen, er werde sicher auch neue Beete anlegen und bei der einen oder anderen Pflanze auch entscheiden, dass sich das Bewässern nicht mehr lohnt. Korfmann las die Ernennungsurkunde des Bischofs Peter Kohlgraf vor. Der Bischof zählte darin zahlreiche Aufgaben eines Pfarrers auf, forderte zur Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden auf und bat die Gemeinde um das Gebet für den Seelsorger-Nachwuchs. Als Zeichen der Amtseinführung überreichte Pfarrer Korfmann Pfarrer Roßbach den Kirchenschlüssel, das Evangeliar sowie Kelch und Hostienschale.  

„Brennt das Feuer noch?“ diese Frage stellte der neue Butzbacher Pfarrer in den Mittelpunkt seiner Predigt. Nach den ersten zwei Jahren als Priester frage er sich, ob die Begeisterung für den Glauben, die ihn zu dem Berufswechsel ermutigte, noch da ist, ob sie ein Leben lang halten werde oder ob sie schon im Tagesgeschäft des Alltags als Priester untergegangen sei. So, wie die Primizkerze während der Messfeier noch oder wieder brannte, die während seines ersten Gottesdienstes als Priester entzündet wurde, so sei er auch für sich selbst sicher, dass das Feuer noch brenne, auch wenn es gelegentlich „laue Tage“ gebe. Entscheidend dafür sei, so Roßbach, dass er als Priester mit Jesus in Berührung bleibe, nur dann werde das Feuer weiter brennen. Priester sei er nicht für sich selbst, sondern für andere, betonte Roßbach. Er sehe seine Aufgabe darin, Räume zu öffnen, in denen sich Menschen von Jesus berühren lassen könnten, sodass sie am Reich Gottes mitarbeiten, für andere Menschen da sein und sich für Gerechtigkeit einsetzen könnten.  

Zahlreiche Priester und Diakone standen mit Pfarrer Roßbach und Pfarrer Korfmann am Altar: die Butzbacher Seelsorger Pater Georg Menke op (JVA-Seelsorge) und Pfarrer i.R. Günter Hasenbein, die aus Butzbach stammenden Pfarrer Johannes Gans und Andreas Omphalius sowie Diakon Maximilian Eichler, der frühere Fauerbacher Diakon Franz Zecha, Pfarrer i.R. Gottfried Bell (Oppershofen), Pfarrer Ryszard Strojek (Ober-Mörlen) und Kaplan Christian Kaschub (Friedberg). 

Die beiden Butzbacher Gemeindereferentinnen Brigitte Mackrodt und Barbara Böhm begrüßten ihren neuen Chef. Dietmar Gillmann brachte als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats die Freude der Gemeinde zum Ausdruck, dass so schnell ein Nachfolger für Pfarrer Eberhard Heinz gefunden wurde und sagte dem neuen Geistlichen die gute Zusammenarbeit der ehrenamtlich Engagierten zu. Kirchenchor und Singkreis gestalteten teils gemeinsam, teils einzeln mit zahlreichen Liedern den Gottesdienst mit. 

Pfarrer Roßbach dankte allen, die ihn auf seinem Weg zum Priester und Pfarrer begleitet haben, vor allem seinen Eltern, er dankte aber auch den Butzbacher Ordensschwestern, die ihm vorübergehend „Obdach“ gewährten, bis das Pfarrhaus renoviert ist.  

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus hieß Bürgermeister Michael Merle Pfarrer Roßbach für die Kommune willkommen und lud ihn und den Pfarrgemeinderat zu einer Stadtführung auf den Spuren Weidigs ein. Pfarrer Jörg Wiegand von der evangelischen Markusgemeinde hoffte, dass die „gute und lange bewährte ökumenische Zusammenarbeit“ in Butzbach mit Pfarrer Roßbach fortgesetzt werden könne. Dass Roßbach eine Art  „Brandstifter“ im geistlichen Sinne sein könne, wünschte ihm Pastor Kornelius Weiß von der Evangelischen Stadtmission. Für den Vereinsring begrüßte der Vorsitzende Robert Werner den neuen Pfarrer und hoffte auf viele ökumenische Gottesdienste bei den Festen in der Stadt. Dieter Böcher überbrachte die Glückwünsche der evangelischen Gemeinde Griedel. Bei Kaffee und Kuchen kamen anschließend viele Gemeindemitglieder mit dem neuen Geistlichen ins Gespräch. 

BUTZBACH. Bürgermeister Michael Merle (r.) lud Pfarrer Roßbach zu einer Stadtführung ein. Foto: kip

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