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Neun Stolpersteine in Griedel

Stadt Butzbach lädt für Montag, 3. Februar, zum Gedenken und Verlegung mit Künstler Gunter Demnig ein

BUTZBACH (pd). Der Magistrat der Stadt Butzbach lädt am Montag, 3. Februar, ab 13.00 Uhr, zu einer weiteren Etappe der Verlegung von „Stolpersteinen gegen das Vergessen“ in Butzbach ein. Gunter Demnig, bekannter Künstler in Köln, der kürzlich den 75 000. „Stolperstein gegen das Vergessen“ verlegt hat, wird im Butzbacher Stadtteil  Griedel, vor zwei Häusern in der Brudergasse, insgesamt neun „Stolpersteine“ verlegen.  Die Verlegung findet zunächst vor dem Haus Brudergasse 3, danach wenige Häuser daneben, Brudergasse 13, statt. 

Die Steine werden zur Erinnerung an die früheren jüdischen Holocaust-Opfer bzw. des sogenannten Euthanasie-Programmes aus Griedel gesetzt, die dort entweder geboren wurden oder dort zeitweise lebten.  

Vor dem Haus Brudergasse 3 wird die Erinnerung geknüpft an Max Stern (Jg. 1892), ermordet im Vernichtungslager Majdanek, an Paula Stern geb. Simon (Jg. 1884), Schicksal nach der Deportation unbekannt, an Ernst (David) Stern, 1942 ermordet im KZ Mauthausen, sowie an Hans Hermann Stern (Jg. 1927), Verfolgungsschicksal unbekannt, und an Marta Stern geb. Bär (Jg. 1894), die im Ghetto Lodz/Litzmannstadt ermordet wurde.  Im Haus Brudergasse 13, ebenfalls zeitweise in Besitz der alten Griedeler Familie Bär, lebten ehemals Lina (Lili) Bär (Jg. 1901), deren genaueres Schicksal im Holocaust bisher unbekannt ist, Planka Kugelmann geb. Bär (Jg. 1896), ermordet 1941 im Ghetto Lodz/Litzmannstadt;  Max Kugelmann (Jg. 1901), eingewiesen in die Heilanstalt Gießen, 1940 verlegt nach Brandenburg, 1941 ermordet in der Aktion „T 4“; Marion Malwine Kugelmann (Jg. 1927) deportiert 1941 nach Lodz/Litzmannstadt und dort ermordet.   Museumsleiter Dr. Wolf wird wie in bisherigen Stolperstein-Verlegungen den Verfolgungsweg der Gedachten erläutern, soweit Informationen über die Todesopfer bekannt sind. 

Wie bereits in zurückliegenden Jahren auch, werden die Gedenksteine dankenswerterweise von der vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufenen Bundesinitiative „Demokratie leben!“ gefördert. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bei den Verlegungen anwesend sein könnten. Der Magistrat freut sich über viele Besucher.

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