Einst „rustikale“ Räume sind nun größer, heller und freundlicher
24. Oktober 2017
Heute ab 14 Uhr „Tag der offenen Grabung“ in Butzbach
25. Oktober 2017

Noch nichts klar bei Kindergärten

Ausbaubedarf Rockenberger Einrichtung Thema im Ausschuss: 1,25 Millionen Euro für Bau und Sanierung

Rockenberg (thg). Architekt Alfred Möller stellte in der Sitzung des Rockenberger Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend sein Konzept für einen Ausbau des Rockenberger Kindergartens vor. Dies sieht zusätzlichen Platz über den aktuell bestehenden Bedarf hinaus vor, damit, wie auch Bürgermeister Manfred Wetz sagte, nicht in fünf, sechs Jahren wieder das Thema Anbau aufkommen müsse. Doch ob der Plan so oder eine Erweiterung überhaupt kommt, war nach Ende der Beratung noch nicht klar. Denn noch besteht Beratungsbedarf in den Fraktionen.

Acht Gruppenräume soll die erweiterte Kindertagesstätte nach einer Erweiterung umfassen, drei davon für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Die Machbarkeitsstudie von Diplom-Ingenieur Möller sieht durch die Schaffung eines separaten Eingangs für die Kinder ab drei Jahre eine räumlich deutlichere Trennung der beiden Betreuungszweige vor. Zusätzliche Räume werden am östlichen Gebäudeteil geschaffen, wo die Kindergartenkinder untergebracht sind. Der Mehrzweckraum soll wieder als solcher nutzbar sein, denn derzeit ist dieser als Gruppenraum belegt.

Nach Ende des Umbaus hätte die Kita knapp 990 Quadratmeter Fläche, davon 315 Quadratmeter neu und 189 Quadratmeter umgebaut. Die reinen Baukosten bezifferte Möller auf knapp 590 000 Euro, die Gesamtkosten inklusive 150 000 Euro für Außenanlagen liegen bei gut 1,16 Millionen Euro. Hinzu kommen Sanierungen von knapp 80 000 Euro, davon 11 000 Euro für die Heizung.

Im Verlauf der Diskussion, die nach der Verabschiedung Möllers weiterlief und in deren Verlauf auch Kindergartenleiterin Christine Kling nach Details gefragt wurde, kristallisierte sich heraus, dass eine Entscheidung noch nicht gleich getroffen werden könnte. Unter anderem wurde angeregt, über Alternativen zum Anbau nachzudenken. Karl Maria Weckler (CDU) führte an, dass 1,25 Millionen Euro Ausgabe für den Rockenberger Kindergarten zusammen mit Maßnahmen am Oppershofener Kindergarten die Gemeinde rund zwei Millionen Euro kosten würden. Er plädierte dafür, Kostenschätzungen für Alternativen einzuholen. Wolfgang Langsdorf (Dorfpartei) nannte die Baukosten zu hoch, zumal für einen Umbau. Wieviel ein Neubau auf der grünen Wiese kosten könnte, wurde nicht klar, zumal für einen möglichen Standort Burgweg die Frage aufgeworfen wurde, ob dort eine Gesamteinrichtung für die Gemeinde oder auch nur eine reine „U3“-Einrichtung gebaut werden könnte.

Kling gab zu bedenken, dass mehrere Familien Kinder über und unter drei Jahre hätten, sodass dann morgens in zwei Einrichtungen die Kleinen verabschiedet werden müssten. In einer kombinierten Kita lernten die U3-Kinder jetzt schon den Ü3-Bereich kennen, was den Übergang dann erleichtere. Eltern müssten für die Eingewöhnung dann beispielsweise nicht noch einmal zusätzlich Urlaub nehmen. Ein Neubau für die ganze Gemeinde werde zu einer Massenabfertigung von über 200 Kindern. „Die Qualität der Betreuung zu sichern, wird dann schwierig.“ Zudem werde dann ein „riesiges Außengelände“ mit entsprechenden Spielgeräten benötigt.

Die SPD sprach sich dagegen aus, die in den Ortsteilen „optimal gelegenen“ Standorte, so Tobias Gniza, aufzugeben. Dem pflichtete Achim Mosch (Grüne) bei. Auch ist die SPD-Fraktion ebenso wie die Grünen dagegen, die U3-Betreuung auszusondern. Und auch Dorfpartei-Vertreter Günter Behr sprach sich dagegen aus.

Sein Fraktionskollege Langsdorf schlug den Bogen weiter und verknüpfte die zu treffenden Entscheidungen miteinander. Zunächst müsse unter anderem auch das Thema der Trägerschaft – ob Bistum oder Gemeinde – des Oppershofener Kindergartens geklärt werden. Auch die dortige Erweiterung müsse noch besprochen werden.

Der Ausschuss wird sich also weiter mit dem Thema befassen. Der Gemeindevorstand soll kurzfristig klären, mit welchen Zuschüssen bei der Schaffung von 40 bis 45 neuen Betreuungsplätzen in Rockenberg zu rechnen ist.

Comments are closed.