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Noch viel Arbeit im alten Arbeitsamt

Im Herbst 2021 ist im Ostbahnhof Schluss / Musikschule Butzbach sucht gemeinsam mit Stadt neue Räume

BUTZBACH (thg). Die Musikschule Butzbach benötigt ein neues Domizil. Denn das Gebäude des ehemaligen Ostbahnhofs steht künftig nicht mehr zur Verfügung. Die Hessische Landesbahn als Eigentümer hat den Mietvertrag mit der Stadt Butzbach gekündigt (die BZ berichtete). Derzeit einzige Alternative ist das ehemalige Arbeitsamt in der Innenstadt. 

Musikschulleiterin Marion Adloff berichtete auf Bitten von Bürgermeister Michael Merle in der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses über die Situation. Er sagte, dass die Rahmenbedingungen geklärt werden müssten. Mit dem Eigentümer sei bereits gesprochen worden. Die Frage sei, ob die Gremien dazu bereit seien, das notwendige Geld auszugeben. Gleichzeitig sagte Merle, auch die Stadtschule habe Bedarf an Unterrichtsräumen. Zu diesem Thema werde auch noch mit dem Schulträger Wetteraukreis gesprochen. 

Adloff findet die Gebäude-Lösung „sehr positiv“. Allerdings machten wahrscheinlich die Fenster „eine Menge Arbeit“. Zudem gebe es das Gerücht, dass Asbest in Bauteilen enthalten sei. 

Ganz wichtig sei die Akustik. Würde der Vorschlag verfolgt, dass die Musikschule ein Stockwerk bezieht, würden die Musiker alle darüber und alle darunter mit ihren Klängen „beglücken“. So gebe es die Idee, das Haus „vertikal“ zu teilen. Aber auch dann sei eine Geräuschdämmung erforderlich. 

Im Jugendbahnhof hat die Kultur-Institution derzeit zwei Verwaltungsräume, ein Instrumentenlager, einen Schlagzeugraum und einen Harfenraum zur Verfügung. Die große Konzertharfe, aber auch die kleinere, für jüngere Schüler vorhandene Harfe in der Weidigschule unterzubringen, sei „unmöglich“. Räumlich sei es dort bereits sehr eng, sodass es gelegentlich „knirscht“ im Verhältnis zwischen Schule und Musikschule, weil es beispielsweise zu Überschneidungen bei der Raumbelegung kommt. 

Die Musikschule sei „verteilt über die Stadt“, das meiste befinde sich im Gymnasium. An manchen Tagen benötige die Institution 18 Räume in der Weidigschule. Hinzu kommen Lehrer, die zu Hause Unterricht geben. Platz benötigten auch die Angebote wie musikalische Früherziehung oder Ballett. 

Auch mit einer Nutzung des Arbeitsamts würde weiter ein Teil des Unterrichts am Gymnasium stattfinden müssen. Das habe auch Vorteile, etwa wegen des gemeinsamen Orchesters der Institutionen. 

Der Raumbedarf der Musikschule an einem eigenen Standort sei dann „mindestens zehn, gern auch 20“. Beispielsweise gebe es kein Lehrerzimmer, Besprechungen fänden im Treppenhaus der Weidigschule statt. 

Wichtig sei, dass die Musikschule einen Standort in der Innenstadt hat. Denn sowohl viele Musiklehrer als auch viele Schüler nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Solch ein Standort biete auch dem örtlichen Handel Vorteile, wie Adloff in ihrer Tätigkeit an der Musikschule in Rosenheim erfahren hat. Dort nutzten Eltern, die ihre Kinder begleiteten, die Unterrichtszeit, um in die Geschäfte zu gehen. 

Wie Adloff der BZ sagte, müsse die Musikschule bis zum Herbst kommenden Jahres den Jugendbahnhof verlassen. Rund 700 Musikschüler zählt die Butzbacher Kultur-Institution zum November-Beginn. Über den Zeitraum eines Jahres steigt die Gesamtzahl aber auf etwa 1000 an, wenn zeitlich begrenzte Angebote wie etwa Drei-Monats-Kurse besucht werden. Bezogen auf die Corona-Einschränkungen sagte Adloff, dass die Musikschule geschlossen ist (die BZ berichtete) und mancher Unterricht online läuft. Auf aktuelle Entwicklungen werde aber reagiert. Informationen gibt es stets auch auf der Internetseite www.musikschule-butzbach.de. 

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