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Notbetrieb im fertiggestellten Hallenbad

Einzig Corona-Pandemie verhindert derzeit Öffnung der Butzbacher Sportstätte / Reparatur für 270 000 Euro

BUTZBACH (thg). „Das Butzbacher Hallenbad ist eigentlich betriebsbereit.“ Das sagte der Geschäftsführer der Butzbacher Bäderbetriebe (BBB), Michael Weiß, im Gespräch mit der BZ. Allerdings müssen wegen der Corona-Pandemie Bäder geschlossen bleiben. 

Daher wurde das Bad vom klassischen Stand-by- auf Notbetrieb umgestellt. Die Umwälzung des Beckenwassers läuft weiter, aber Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung wurden abgeschaltet. Fixkosten von 10 000 Euro im Monat schlagen ansonsten zu Buche. 

Wegen Reparaturarbeiten wurde das Bad vor rund einem Jahr geschlossen. Unter anderem wurden fehlerhafte Befestigungen an Lichttraversen festgestellt. Nun sind alle Arbeiten erledigt, ebenso die Abnahmen, die sich verzögert hatte. Das BBB-Personal hat während der Schließung auch die jährliche Wartung und die Reinigung bereits absolviert. Es stehe nur die kurz vor der Eröffnung notwendige Begehung des Gesundheitsamts aus. 

270 000 Euro haben die Reparaturarbeiten im Deckenbereich gekostet, so Weiß. Als Ziel war zunächst formuliert, das Geld gewissermaßen vom Verursacher zurückzufordern, notfalls auch per Klage. Dazu haben die Bäderbetriebe einen Fachanwalt hinzugezogen. Die juristische Bewertung lässt erahnen, dass die Erfolgsaussichten nicht gut sind. Die normale Gewährleistung nach dem Bau ist abgelaufen. Arglistig herbeigeführte Mängel könnten nun angeführt werden. Die Frage sei aber, ob man wegen der zu erwartenden Kosten in ein Verfahren überhaupt einsteigen sollte. 

Zur wirtschaftlichen Lage der BBB sagte Weiß, dass sie erstmals in den 20 Jahren der bestehenden Konzernstruktur für die Jahre 2020 und 2021 einen Verlust verzeichnen. Es gebe keine Einnahmen, die Fixkosten liefen weiter, die Ausgaben seien erheblich. Seit dem 1. März vergangenen Jahres seien die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Entsprechende Zuschüsse erhalten die BBB. Auch Bescheide für die November-  und Dezember-Hilfen wegen Corona seien eingegangen, es handele sich um fünfstellige Beträge, die die Einnahmesituation aber nicht wesentlich verbesserten. Die Energie und Versorgung Butzbach als Tochter des Unternehmens führe aus ihrem Ergebnis entsprechend Geld an die Bäderbetriebe ab. 

Sollte das Bad bald öffnen können, werde es aber nicht zu den kompletten gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung stehen, so Weiß. Grund ist der Personalmangel. Allgemein fehlten Fachkräfte für den Bereich Bäder. Zwei Teilzeitkräfte aus dem Bereich Reinigung fehlten inzwischen. Die Suche auf dem Arbeitsmarkt sei bislang erfolglos gewesen. Es fehlt auch eine Fachkraft für Bäderbetriebe für die Beckenaufsicht, die eine andere Stelle angenommen hat. Erst ab Januar seien die Bäderbetriebe auf dieser Position wieder verstärkt. 

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