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OB Feldmann auf Weidigs Spuren

BUTZBACH. Auf dem Abstecher nach Butzbach trug sich der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann am Montag ins Gästebuch des Museums der Stadt ein. Text + Foto: thg

STIPPVISITE — Thema Vormärz in der Wetterau: Frankfurter Oberbürgermeister im Butzbacher Museum

BUTZBACH (thg). Sie sind bereits Kooperationspartner auf der Verwaltungsebene, die Städte Butzbach und Frankfurt – mit der Behörden-Telefonnummer 115. Über den Tourismus folgt nun ein weiteres Feld, zumindest hat der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann am Montag zusammen mit Landrat Jan Weckler eine Leserreise von Bild Frankfurt auf den Spuren der Demokraten in der Wetterau unternommen. Und diese führte auch ins Butzbacher Museum. 

Bürgermeister Michael Merle und Museumsleiter Dr. Dieter Wolf erwarteten die Gruppe, die per Bus an diesem Tag bereits Dortelweil, Fried-berg und Bad Nauheim erkundet hatte. Landrat Weckler hatte zwischendurch die Teilnehmer bereits verlassen. Hauptthema in Butzbach war Friedrich Ludwig Weidig.

Feldmann betonte, dass die Fahrt nicht rein touristisch gedacht sei. Neben dem Thema Demokratie bestehe auch die Verbindung zur Wirtschaftsgeschichte, Ideen, die Weckler und Feldmann besprochen hätten. Bis in die Römerzeit zurück reichten die kulturellen und wirtschaftlichen Bezüge zwischen Wetterau und Frankfurt. So wolle er auch aktuell den Blick über seine Stadt hinaus richten, weg von der „Frankfurt-Zentriertheit“. Die Bauern aus dem fruchtbaren Landstrich seien schon früh von der Stadt aus mit „Termingeschäften“ auf Nahrungsmittellieferungen festgelegt worden, wusste der Oberbürgermeister zu berichten. 

Wolf bestätigte, dass die Messestadt für die Wetterauer Bauern große Bedeutung gehabt habe. Unter anderem sei ein Haus auf dem Liebfrauenberg während der Messezeit angemietet worden. Seien alle Waren verkauft worden, hätten die Wetterauer gekauft, was sie benötigten und hätten sich auf den Rückweg gemacht. 

Feldmann ging auf die Bedeutung der alten Handelsachse, die etwa der Bundesstraße 3 entspreche, ein. Entlang dieser Achse habe sich der Wohlstand gezeigt, unter anderem in Butzbach. Im etwas entfernter liegenden Wölfersheim sei dies nicht der Fall gewesen. So erklärte auch Feldmann, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in Butzbach starke kommunistische Tendenzen zu finden waren, während in Wölfersheim Rechtsextreme aufgekommen seien. 

Cornelia Dörr von der Tourismus-Region Wetterau erläuterte, dass die Gruppe der 40 Teilnehmer ausgelost worden sei. Frankfurt-Tourismus und die Tourismus-Region Wetterau wollten enger zusammenarbeiten. Für diese Tour kam die Unterstützung aus der Wetterau zum Thema „Vormärz“. 

Wolf informierte die Besucher über Weidig und seine Zeit, den Werdegang des Pfarrers, Turners und Pädagogen bis hin zu seinem Tod in der Haft – von eigener Hand. Auch das Verhältnis zu Büchner und Bezüge wie den Hessischen Landboten führte Wolf an. Außerdem hatten die Gäste Gelegenheit, die Weidig-Ausstellung anzusehen. Davon machte auch Oberbürgermeister Feldmann ausgiebig Gebrauch. 

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