Oberkleener Verein für hessischen Demografie-Preis nominiert

Ein Film wie eine Kneippkur 
8. August 2019
Ein Leben für die Seelsorge
8. August 2019

Oberkleener Verein für hessischen Demografie-Preis nominiert

OBERKLEEN. Die Oberkleener Schulkinder wie auch die Erwachsenen ließen sich am Montagmittag die „Schullaibchen“ aus dem Oberkleener Backhaus schmecken. Anlass war ein Besuch von Staatsminister Axel Wintermeyer (hintere Reihe 5.v.l.) auf seiner Sommerreise durch das Hessenland. Text+ Foto: ik

Staatsminister Axel Wintermeyer informierte sich über Projekt „HGO macht Schule“

OBERKLEEN (ikr). „Das schmeckt lecker!“, zeigte sich Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei und Demographie-Beauftragter der Hessischen Landesregierung, von ofenfrischen „Schullaibchen“ aus dem Oberkleener Backhaus begeistert. Er besuchte auf seiner Sommerreise am Dienstag den Heimat- und Geschichtsverein Oberkleen (HGO). Dessen Projekt „HGO macht Schule“ in Kooperation mit der Kleeblattgrundschule in Oberkleen ist eine von sechs Initiativen, die für den Hessischen Demographie-Preis 2019 nominiert sind. Insgesamt 85 Bewerbungen gab es.

„Im Grunde haben Sie durch die Nominierung schon gewonnen“, verriet der Staatsminister. Der erste Platz ist mit 8000 Euro dotiert, die beiden zweiten Plätze mit jeweils 5000 Euro, und die drei Drittplatzierten dürfen sich über jeweils 2000 Euro freuen. Am 15. August wird die Jury in Wiesbaden, zu der Wintermeyer übrigens nicht zählt, über die Platzierungen entscheiden. Die Preisverleihung findet dann am 18. September in Wiesbaden statt.

OBERKLEEN. Staatsminister Axel Wintermeyer bewies in Oberkleen im evangelischen Gemeindehaus sein Talent als Brötchenfarmer. Die gesamte Aktion gehört zu einem Projekt von Heimat- und Geschichtsverein und Kleeblattgrundschule.

„Der Verein bewahrt ein wichtiges Stück Kultur und bringt den Kindern im Ort auf spielerische Art und Weise Heimatgeschichte näher. Durch verschiedene Aktionen wird das Miteinander der Generationen im Ort gefördert, so dass große Neugier auf Wissen, Brauchtum und Erfahrung trifft“, sagte der Minister und gab damit zugleich die Begründung für die Nominierung des Projekts.

HGO-Vorstandsmitglied Hans-Gerhard Stahl als Projektverantwortlicher hatte zu Beginn den Staatsminister, ein gutes Dutzend Dorfkinder aus Oberkleen in Begleitung ihrer Lehrerinnen, Aktive der HGO mit dem Vorsitzenden Dr. Kurt Hanika an der Spitze, Thomas Kleinschmidt, Müller der Brücker Mühle bei Amöneburg, Dr. Christiane Schmahl, Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Gießen, Kerstin Gromes vom Staatlichen Schulamt, Heidi Fischer, neue Schulleiterin der Kleeblattgrundschule, Herbert Röhrich, Vorsitzender des TSV Oberkleen, und seitens der Lokalpolitik Bürgermeister Marius Reusch, Gemeindevertretungsvorsitzender Martin Hanika sowie Ortsvorsteherin Peggy Engel begrüßt.

Hans-Gerhard Stahl informierte über das nominierte Projekt „HGO macht Schule“: „Wir gestalten seit 2013 Sachunterricht in der örtlichen Kleeblattgrundschule mit. Durch Mitmach-Aktionen lernen die Kinder beispielsweise beim Projekt ‚Vom Korn zum Brot‘, wie viele Handgriffe notwendig sind, um ein Brot herzustellen. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Projekts ist das jährliche Brotbacken im Gemeindebackhaus und der Besuch der Brücker Mühle.“ Stahl lud dazu ein, ihm ins nahegelegene Backhaus zu folgen, wo bereits Sauerteigbrote und die im Ort traditionsreichen „Schullaibchen“, das sind längliche Brote in Form eines Baguettes, in die eine Mett- oder Bratwurst eingelegt ist, im Ofen backten. Früher bekamen die Erstklässler diese Brote zur Einschulung in die Schultüte gesteckt. 

Brotbäcker Werner Röhrich sorgte dafür, dass die Brote zum idealen Zeitpunkt „ausgeschossen“ wurden. Anschließend wurden Kostproben der Schullaibchen an alle verteilt, die hervorragend schmeckten.  Das war traditionelles historisches Handwerk zum Anfassen und Genießen! Dabei kam der Staatsminister auch mit den Kids ins Gespräch und tauschte sich mit ihnen übers Brotbacken aus.

Danach demonstrierten die Grundschüler im evangelischen Gemeindehaus, wie sie Brötchen formen. Da ließ es sich auch Axel Wintermeyer nicht nehmen, selbst ein Brötchen zu kneten, wofür er herzlichen Szenenapplaus erntete.

Hans-Gerhard Stahl stellte die weiteren Aktionen des Vereins in Kooperation mit der Schule vor: In der „Dialekt-AG“ wird die Mundart gepflegt, indem Begriffe mithilfe von Bildern auf Platt erklärt werden. Auch ein Sketch und zwei Lieder auf Mundart wurden schon eingeübt.

In der Scheune eines ehemaligen Landwirtes können die Mädchen und Jungen erfahren, wie in früheren Zeiten die Felder bestellt wurden. Darüber hinaus bringt der HGO den Kindern das Schreiben in historischer Schrift näher. 

Der Vereinsvorsitzende Dr. Kurt Hanika unterstrich, dass das Schulprojekt fortgeführt und ausgeweitet werden soll. Vom Preisgeld plant man eine Getreidemühle anzuschaffen. Ein neues Projekt mit dem Titel „Vom Schaf zum Pullover“ ist bereits in den Startlöchern. Marius Reusch dankte dem Minister für die „Wertschätzung des Besuchs“, zum Schluss überreichten die Kinder allen ein frisches Backhausbrot.

Mit dem Demographie-Preis zeichnet die Landesregierung seit 2010 jährlich Projekte und Initiativen aus, die dem demographischen Wandel mit innovativen und kreativen Ideen entgegenwirken.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.