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Persönlicher Blick auf Madagaskar

BUTZBACH. Eindrücke aus Madagaskar vermittelte Hanitra Ny Ala-Gerull im Markkus-Treff im Haus Degerfeld. Foto: baumann

MARKUS-TREFF – Hanitra Ny Ala-Gerull über Land, in dem sie ihre ersten 25 Lebensjahre verbrachte

BUTZBACH (pd). Der Vortrag über Madagaskar im Markus-Treff der evangelischen Markus-Kirchengemeinde fand großen Anklang. Schon durch die reiche Ausgestaltung des Raumes im Haus Degerfeld sowie mit madegassischer Musik wurden die Besucher von Hanitra Ny Ala-Gerull und ihrer Tochter Zina auf das Land eingestimmt. Bunte Wandbehänge, typische Symbole wie eine Lemure (Halbaffe) und ein Baobab (Affenbrotbaum), Alltagsgegenstände wie eine Reisschüssel oder eine halbe Kokosnuss zum Boden schrubben;  typische madegassische Erzeugnisse wie Pfefferkörner, Vanilleschoten und Halbedelsteine sowie Landkarten, Bücher und Bildbände konnten genauer besehen werden.   

In ihrer Einführung zeigte Ny Ala-Gerull, dass die Insel trotz ihrer Nähe zum afrikanischen Kontinent überraschenderweise starke Verbindungen zu den Inselstaaten Südostasiens aufweist. Schon die Landessprache, das Madegassische, weist stärkere Verwandtschaft zu indonesischen Sprachen auf als zu afrikanischen. Auch in ihrer äußerlichen Erscheinung sind Madegassen vielfältig. Von afrikanischen bis asiatischen Einschlägen sind große Unterschiede zu beobachten. So spricht vieles für die Theorie, dass Madagaskar ursprünglich von südostasiatischen Völkern besiedelt worden ist.  

Den Großteil ihres Vortrags gestaltete Ny Ala-Gerull dann sehr persönlich. So nahm sie mit Fotos und Erzählungen das Publikum mit in das Dorf ihrer Kindheit. Sie beschrieb das Alltagsleben unter einfachsten und oft schwierigen Verhältnissen; die Freuden und Herausforderungen einer großen Familie, deren Alltag oft vom Helfen im Haus und in der Landwirtschaft geprägt war. Dann zeigte sie eine andere Seite Madagaskars: Träume und Wirklichkeit eines besseren Lebens in der Stadt.  

Ny Ala-Gerull beschrieb auch verschiedene Aspekte, die das Leben auf Madagaskar prägen wie Musik, Politik und Religion. So ist etwa das Ritual der Totenumbettungen ein wichtiger Teil der madegassischen Kultur, auch wenn die Bevölkerung insgesamt stark christlich geprägt ist.  

Zum Schluss zeigte Ny Ala-Gerull noch einige Fotos von touristischen Zielen der Insel, gab aber bei etlichen zu: „Da bin ich selbst noch gar nicht gewesen.“ Gerade das machte diesen Vortrag so besonders: Es ging eben weniger um das touristische Madagaskar, sondern um Madagaskar durch die Augen einer Frau gesehen, die dort die ersten 25 Jahre ihres Lebens verbrachte. 

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