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Personal wichtiges Zukunftsthema

Butzbacher Feuerwehren hatten 201 Einsätze / Bedarfsplan wird umgesetzt / Geld für Kirch-Göns

BUTZBACH (thg). Der Ehrungsreigen und ein Überraschungsauftritt des ehemaligen Fanfarenzuges der Feuerwehr Kirch-Göns kennzeichneten die Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Butzbach am Freitagabend in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel. Mit 201 Einsätzen verzeichnete Stadtbrandinspektor Michael Tiedemann ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 35, während die Mitgliederzahl in den Einsatzabteilungen um ein Dutzend auf 335 sank. Sichtbare Zeichen der Umsetzung des Bedarfs- und Entwicklungsplans gebe es inzwischen in Münster.
Auf dieses Thema ging auch Bürgermeister Michael Merle ein, der sich für die Eigenleistung der Feuerwehr Münster beim Gerätehausan- und -umbau bedankte. An alle Feuerwehrleute gerichtet sagte er: „Es geht nicht ohne den Idealismus, den Sie mitbringen.“ Die Brandschützer haben die Aufgabe, Feuer zu löschen und müssten für diese Tätigkeit innerlich „brennen“. Für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Kirch-Göns habe das Land 153 000 Euro zugesagt. Für die Verhandlungen mit der Kirchengemeinde sei er frohen Mutes.
Für Fahrzeugneubeschaffungen sehe die Finanzplanung der Stadt für die nächsten fünf Jahre entsprechende Mittel vor. Gleichzeitig habe die Stadt auch für weitere Gebäude zu sorgen, das Thema Kindergärten und den Straßenbau zu beachten. Die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe, die für die Sicherheit der Bürger zu erfüllen sei. Auch insofern nannte Merle die Personalentwicklung als wichtiges Thema. Mit „Hochdruck“ müsse an einem Konzept gearbeitet werden, das bei den Kleinsten ansetzen solle. Unter anderem deswegen plane der Magistrat einen Aktionstag im Butzbacher Freibad für die Nachwuchsbrandschützer. Ferner suche die Stadt nach Entlastungsmöglichkeiten bezogen auf die Rahmenbedingungen, unter denen Stadtbrandinspektoren, Wehrführer und andere arbeiteten. Dazu sehe man über den Tellerrand, unter anderem ob es Kooperationen mit dem Wetteraukreis geben könne.

48 Lehrgänge auf Kreisebene und 36 an der Landesfeuerwehrschule besuchten Butzbacher Feuerwehrangehörige, wie Tiedemann berichtete. 99 Atemschutzgeräteträger hätten die Ausbildungsstrecke in Bad Nauheim absolviert. Fünf Wärmebildkameras seien angeschafft worden. Die Truppmann-II-Ausbildung laufe in Kooperation mit Rockenberg und Münzenberg weiter. 33 Einsatzfahrzeuge stünden in der Stadt zur Verfügung, zwölf davon seien vereinsfinanzierte Mannschaftstransportwagen. Ein Tanklöschfahrzeug 4000 sei in Dienst gestellt worden, das Drehleiterfahrzeug sei Ende des Jahres bestellt worden und soll voraussichtlich im Herbst eintreffen. Die 201 Einsätze gliedern sich in 65 Brände und damit 20 mehr als im Vorjahr, 51 Hilfeleistungen (2015: 76) und 85 Fehlalarme, deren Zahl um 40 stieg. Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen sollen verringert werden, dazu habe er mit dem Wetteraukreis Kontakt, so Tiedemann. Der Gefahrstoffzug hatte keinen Einsatz, Tiedemann appellierte aber an die beteiligten Einsatzkräfte, die notwendigen Übungen zu absolvieren, um die Auflagen zu erfüllen. Die Umstellung auf Digitalfunk soll bis Ende Juni abgeschlossen sein. Zum Bedarfsplan sagte Tiedemann unter anderem, dass gute Planungsergebnisse für Baumaßnahmen in Kirch-Göns, Griedel und Ebersgöns erzielt worden seien. Für den Kernstadt-Stützpunkt seien die Planungen weit fortgeschritten.
Kreisbrandinspektor Lars Henrich war erstmals in dieser Funktion in der Hauptversammlung der Butzbacher Wehren dabei. Er lobte die Einsatz- und Leistungsbereitschaft der Butzbacher Brandschützer. Die Stadt biete alle Möglichkeiten der Feuerwehrarbeit von der Kindergruppe über Musik bis zur Ehren- und Altersabteilung. Gemeinsam Lösungen zu finden, wenn unterschiedliche Interessen zwischen Kreis und Stadtwehren vorlägen, sagte Henrich zu. Unter anderem könnten die Kommunen mit Materialbeschaffungen entlastet werden. Dass die Brandschutzerziehung in den Schulen einen Stellenwert wie die Verkehrserziehung bekommt, hält Henrich für ein erstrebenswertes Ziel, wenn derzeit das Land plane, diese Inhalte nachmittags in den Schulen einzuplanen.
Vereinsring-Vorsitzender Robert Werner bedankte sich bei der Stadt Butzbach dafür, dass die Feuerwehrstandorte erhalten wurden. Die Feuerwehr stifte Identität und verbinde, sie sei Teil der Heimat.
Der Rockenberger Gemeindebrand-inspektor Klaus Anselm, der auch im Namen von Stadtbrandinspektor Alexander Weber aus Münzenberg sprach, lobte die gemeinsame Arbeit in Einsätzen, wenn Sonderfahrzeuge aus Butzbach eingesetzt werden, und in den Übungen. In seiner Gemeinde sei die Wehr schneller als die Politik hinsichtlich eines gemeinsamen Feuerwehrhauses, wie Anselm vor dem Hintergrund von Personalsorgen berichtete.
Eingangs hatte Tiedemann an die verstorbenen Feuerwehrleute Hans Hartmanshenn, Eugen Hofmann, Heinz Imbescheid, Oswald Zörb, Werner Hüller, Jörg Röhrig und Helmut Volk erinnert.

Last Updated on 12. September 2017 by Lothar Müller

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