Pfarrer Dr. Waclawiak fand den Weg zu den Herzen der Gemeindemitglieder

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Pfarrer Dr. Waclawiak fand den Weg zu den Herzen der Gemeindemitglieder

ROCKENBERG/MÜNZENBERG. Offiziell verabschiedeten sich Kirchengemeinden und Kommune von Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak, der aus der Pfarrgruppe Rockenberg nach Darmstadt wechselt. – Das Foto zeigt 1. Reihe (v.l.): Gabi Hoffmann (Pfarrgemeinderat St. Nikolaus), Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak, Heike Mühlenbruch (Pfarrgemeinderat Mariä Himmelfahrt) und Pfarrer Uwe Wagner-Schwalbe (Evangelisch-Lutherische Gemeinde Münzenberg), 2. Reihe (v.l.): Maria Brückel, Finja Hoppe, Marcel und Patrick Vorstandslechner mit Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer sowie Heidrun Zeiß (Kirchenvorstand) und Pfarrer Jörg Liebig von der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Gambach. Text + Foto: amb

Katholischer Seelsorger verabschiedet / Aus Verwaltungseinheit Gemeinschaft entwickelt

ROCKENBERG/MÜNZENBERG (amb). Ein Hauch Wehmut statt Weihrauch liegt in der Luft. Die vier katholischen Kirchengemeinden der Pfarrgruppe Rockenberg haben sich an diesem Wochenende von ihrem Pfarrer verabschiedet. Dem Ruf seines Bischofs folgend wechselt Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak nach Südhessen und betreut als Pfarradministrator ab sofort die Pfarrgruppe Heilig Kreuz und Liebfrauen im Pfarrverbund Darmstadt-Innenstadt.

Gab es zum Amtsantritt von Pfarrer Dr. Waclawiak vor sechs Jahren in Rockenberg noch einen großen Einführungsgottesdienst mit all den katholischen Traditionen, die einem solchen Anlass angemessen sind, so fällt die Verabschiedung Corona-bedingt, eingebettet in die normalen Gemeindegottesdienste, eher minimalistisch aus. 

Seinen letzten Gottesdienst in der Pfarrgruppe Rockenberg feierte Pfarrer Dr. Waclawiak gemeinsam mit den beiden Münzenberger Gemeinden St. Nikolaus und Mariä Himmelfahrt in der katholischen Kirche in Gambach. Heike Mühlenbruch, die Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates (GPGR) der Pfarrgruppe Rockenberg, dankte Pfarrer Dr. Waclawiak für die seelsorgerische Begleitung während seiner Zeit in der Wetterau. Das Leitmotiv seiner Arbeit sei das Thema Gemeinschaft gewesen. „Sie haben es geschafft, aus der Verwaltungseinheit Pfarrgruppe eine lebendige Gemeinschaft zu entwickeln“, so Heike Mühlenbruch. Ohne gelegentliche Misstöne, Differenzen und Dissonanzen sei es zwar nicht abgegangen, doch das „ist normal, wo unterschiedliche Menschen und Meinungen aufeinandertreffen. Letztlich überwiegen die positiven Erfahrungen“, ist Mühlenbruch überzeugt.

Pfarrer Dr. Waclawiak war es ein Anliegen, die Gläubigen zu eigenverantwortlichem Handeln zu ermuntern. Dies verbunden mit der inzwischen deutlich ausgebauten Zusammenarbeit innerhalb der Pfarrgruppe führt dazu, dass die vier Gemeinden der Pfarrgruppe gerüstet sind für die Anforderungen der anstehenden Veränderungen im Rahmen des Bistums-Reformprozesses „Pastoraler Weg“. Bis spätestens 2030 wird es in der nördlichen Wetterau nur noch eine Pfarrei mit dann insgesamt acht Gemeinden geben. Die gute Vorbereitung der Pfarrgruppe auf diesen Prozess lässt sich unter anderem daran ablesen, dass zwei der drei Teams, die die Grundlagen für die Ausrichtung der künftigen „Pfarrei Nord“ erarbeiten, in Person von Norbert Nagel (St. Laurentius Oppershofen) und Heike Mühlenbruch (Mariä Himmelfahrt Gambach) von Vertretern der Pfarrgruppe Rockenberg geleitet werden.

Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer dankte dem scheidenden Geistlichen persönlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sie wünschte ihm und seinem treuen vierbeinigen Begleiter Rex einen guten Start in der neuen Heimat. 

Dr. Waclawiaks evangelische Amtsbrüder Pfarrer Jörg Liebig (Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Gambach) und Pfarrer Uwe Wagner-Schwalbe (Evangelisch-Lutherische Gemeinde Münzenberg) zogen den Hut vor seiner enormen Leistung bei der pastoralen Arbeit in, mit und für vier Gemeinden. „Dazu braucht es bei uns drei Geistliche“, gestand Pfarrer Liebig. Pfarrer Wagner-Schwalbe bedauerte den Weggang seines katholischen Kollegen: „Es war eine sehr angenehme und konstruktive Zusammenarbeit, die vor allem von großem Vertrauen getragen war.“ Die gute ökumenische Beziehung mündete bei den drei Pfarrern über die vergangenen Jahre hinweg inzwischen in einer guten Freundschaft.

Vom großen Zuspruch und der vielen guten Wünsche zeigte sich Pfarrer Dr. Waclawiak überwältigt. „Ich freue mich, dass ich ganz offensichtlich den Weg zu den Herzen meiner Gemeindemitglieder gefunden habe“, sagte er. Ganz herzlich lud er Interessierte ein, ihn in seiner neuen Heimat Darmstadt zu besuchen.

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