Pilz hat zwei Eschen am Mischplatz in Niederkleen befallen

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Pilz hat zwei Eschen am Mischplatz in Niederkleen befallen

Niederkleen. Sichtlich gestutzt wurde die Esche in der Bildmitte. Sie wird zukünftig als Nistbaum dienen. Foto: ikr

Der „Zottige Schillerporling“ machte einen Baumrückschnitt notwendig

NIEDERKLEEN (ikr). Am Mischplatz in Niederkleen hat der „Zottige Schillerporling“ mit dem lateinischen Namen „Inonotus hispidus“ zugeschlagen: Dieser Pilz hat zwei Eschen aus der dort am Feldrand stehenden Baumreihe befallen. Die Gemeinde Langgöns hat deshalb aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) beim Landkreis Gießen die beiden Bäume, insbesondere im Kronenbereich, gestutzt.

„Dieser Rückschnitt steht nicht im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mischplatz-Grundstücks an die Firma Bork“, betont der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch. Er versichert: „Der Restbestand der Bäume wird nicht gefällt. Vielmehr sollen für die beschnittenen Eschen Ausgleichspflanzungen vorgenommen werden.“ Denn zuvor hatte im Ort die Gerüchteküche gebrodelt: „Bork lässt die Bäume am Mischplatz fällen!“ Diese Nachricht sprach sich schnell herum und sorgte für Aufregung: Sollte doch gerade die Baumreihe bei der Umsetzung des geplanten Bauprojekts auf dem Mischplatz unbedingt erhalten bleiben. Dafür hatten sich Niederkleener Bürger und die Entscheidungsträger bei den Beratungen und Verhandlungen zum Verkauf des Grundstücks ausdrücklich ausgesprochen.

Dem Rathauschef liegt es deshalb nun am Herzen, in dieser Angelegenheit für Aufklärung zu sorgen. Er informiert: „Christian Ulm, unser stellvertretender Bauhofleiter und Baumkontrolleur, prüft die Bäume in der Gemeinde regelmäßig, unter anderem auf ihre Standsicherheit. Wir führen ein Baumkataster. Bei den zwei Eschen am Mischplatz stellte er Schäden fest.“ Ulm erklärt: „Die Fruchtkörper des Zottigen Schillerporlings erscheinen an älteren Eschen im höher gelegenen Stammbereich oder an stärkeren Ästen, häufiger auch an augenscheinlich intakten Ast- oder Stammpartien.“ Die Pilze würden an Eschen eine Weiß- und/oder Moderfäule verursachen. Auch Spechtlöcher und Nisthöhlen wurden an den beiden Eschen entdeckt. 

„Finden sich solche Löcher und Nisthöhlen an Eschen, deutet dies auf eine Fäule im Holzkörper hin. Bei Eschen handelt es sich meist dann um sehr umfangreiches Fäulen“, erläutert der Baumkontrolleur der Gemeinde, der 2015 bei der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung, Landschaftsbau e.V. (FLL) eine Aus- und Weiterbildung zum zertifizierten Baumkontrolleur absolviert hat. Somit hat er die offizielle Befugnis, einen Baum entsprechend der Richtlinien zu kontrollieren und gegebenenfalls bei der UNB einen Antrag auf Fällung im Rahmen der Verkehrssicherheit zu stellen. 

 Weil das Thema aber sehr sensibel ist, hat die Gemeinde neben der UNB extra noch einen weiteren Gutachter eingeschaltet. Bei einem Vor-Ort-Termin wurden die Bäume gemeinsam begutachtet, hier war auch der Langgönser Umweltberater Uwe Müller zugegen. Es wurde vereinbart, die kranken Bäume zu stutzen und dadurch die Verkehrssicherungspflicht zu gewähren. Die UNB genehmigte den Antrag der Gemeinde. Da solche umfangreichen Baumschnitte aus Tierschutzgründen nur bis Ende Februar zulässig sind, wurde die Maßnahme zügig umgesetzt. 

„Es wurden in den Bäumen aktuell auch keine Nester gefunden“, unterstreicht Marius Reusch. Die gestutzten Bäume sollen zukünftig als Nistbäume dienen. „Vielleicht begrünen sich die Bäume ja auch wieder“, hofft der Rathauschef. Eine vorhandene Spechthöhle soll sogar extra aus dem Baumstamm herausgeschnitten und an einem der verbliebenen Baumstümpfe befestigt werden.

Als Ausgleichspflanzung im Bereich der Teilfällung hat die UNB Apfel- oder Pflaumenbäume ins Gespräch gebracht. Damit könnte die in diesem Bereich ehemals als geschütztes Biotop eingetragene Apfel- und Pflaumenbaumreihe wieder vervollständigt werden. 

Und noch etwas möchte der Langgönser Bürgermeister klarstellen, denn auch hier gab es Gerüchte: Die Container und diversen Gerätschaften, die sich auf dem zum Verkauf vorgesehenen Grundstück momentan befinden, gehören nicht der Firma Bork. „Wir haben der Deutschen Glasfaser, die ja zurzeit in der Großgemeinde das Glasfasernetz verlegt, das Gelände als Lagerplatz zur Verfügung gestellt“, stellt Reusch klar. Der Grundstücksverkauf an das Niederkleener Unternehmen Bork soll in der Langgönser Parlamentssitzung am 18. Februar beschlossen werden. Anschließend muss auch noch ein entsprechender notarieller Kaufvertrag unterzeichnet werden. Erst dann geht das Gelände in den Besitz von Wolfgang Bork über. 

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