Plädoyer für Katzen-Kastrationspflicht 

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Plädoyer für Katzen-Kastrationspflicht 

BUTZBACH. Vermehrt nimmt das Butzbacher Tierheim derzeit Streuner-Katzen und ihre Babys auf. 

Butzbacher Tierheim hat viel zu tun mit Streunern und ihrem Nachwuchs / Hohe Kosten nicht gedeckt

BUTZBACH (thg). Alljährlich hat das Butzbacher Tierheim mit der Zunahme der Anzahl der Katzen zu tun, wenn die Neugeborenen oder auch bereits trächtige Katzen ins Heim kommen. In diesem Jahr stellt Tierschutzvereins-Vorsitzende Hanne Kolb aber einen besonders hohen Zulauf von streunenden Katzen und ihrem Nachwuchs fest. Bereits 36 Streuner betreue die Einrichtung. Und die Zeit der Frühjahrswürfe sei noch nicht vorbei. Das verursache dem auf Spenden angewiesenen Verein Kosten. Denn sie kommen noch zusätzlich zu den regulären Tierheimbewohnern hinzu. 

Von zwei Millionen streunenden Katzen in Deutschland ist auszugehen. Und sie sind nicht kastriert, denn der Anteil von Tieren, die aus einer Haltung entlaufen sind, sei verschwindend gering. So vermehrten sich die Tiere unkontrolliert. Erschwerend komme hinzu, dass eine Katze bereits sechs Wochen nach der Geburt ihres Nachwuchses erneut trächtig werden kann. „Viele überleben nicht“, so Kolb. Im Schnitt blieben drei Kätzchen eines Wurfs übrig. 

Oftmals seien die Streuner auch krank, litten unter Entzündungen wie etwa bei einem jüngst in Rockenberg gefundenen Fall. Der notwendige Tierarztbesuch muss vom Tierheim bezahlt werden. Operationen können je nach Eingriff von 300 bis 400 Euro kosten, aber wie jüngst bei einem Tier mit einem geschädigten Bein, auch mal 800 bis 900 Euro. Die Kastration einer Katze koste 120 Euro, eines Katers 80 Euro. Eine Impfung schlage mit 45 Euro zu Buche, Babykatzen benötigen zwei, weitere kleinere Beträge kommen hinzu. „Unsere Kosten explodieren“, berichtete Kolb. 

150 Euro nimmt das Tierheim für eine Vermittlung ein. Das decke die Kosten aber bei weitem nicht, ob ärztliche Behandlung, Futter, Aufzuchtmilch für Babys und die Betreuung. 

Seit einem Jahr betreut das Tierheim eine Futterstelle von 13 Streunern in einem Butzbacher Stadtteil. Sie sind kastriert, und das Tierheim überwacht auch, ob sich weitere Tiere einfinden, unter anderem mit Wildkameras und Lebendfallen. Eine weitere Stelle im Stadtgebiet beobachte das Tierheim derzeit ebenfalls. 

Kolb macht zudem klar, dass das Leben einer streunenden Katze auch nicht schön ist. Ob bei Sommerhitze oder Minusgraden im Winter sei das Tier draußen und auch Gefahren wie Krankheiten ausgesetzt. 

Vor dem Hintergrund der Gesamtproblematik plädiert der Tierschutzverein für eine Kastrationspflicht für Katzen. Diese könne jede Kommune selbst verhängen, einzelne hätten dies bereits getan. „Am Ende hilft aber nur eine bundesweite Regelung“, glaubt Kolb. 

Der Verein bittet speziell um Geldspenden, um die Kosten bezahlen zu können. Informationen gibt es auf der Internetseite https://tierheim-butzbach.de. Neben der Iban DE68 5185 0079 0002 0005 39 für eine Überweisung kann auch per Paypal bezahlt werden. Sachspenden können auch aus der bei einem Online-Händler hinterlegten Wunschliste für das Heim gekauft werden. 

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