Plan: Gedenkgang und weiteres Stück

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Plan: Gedenkgang und weiteres Stück

Ratzkatrein Gut besuchte Aufführung am Samstag / Fortsetzung mit Fachvortrag und Aufführungen

GAMBACH (HV). Am Samstag hatte die Gambacher Theatergruppe Lampenfieber zum dritten Mal zu einem historischen Szenenspiel ins „Gambacher Ei“ eingeladen, und weit über 70 Zuschauer waren gekommen. Damit hat das Szenenspiel aus der Feder von Johannes Schütz bereits deutlich über 200 Menschen erreicht, ein großer Erfolg für alle Beteiligten. Eine stattliche Menschenmenge lauschte am Festplatz am Kneiben in Gambach den Ausführungen des Heimatpflegers Hagen Vetter, der als „Gerichtsschreiber“ durch die sechs Szenen der Veranstaltung führte. Begeistert nahm das Publikum an den mit großem Engagement in Szene gesetzten Geschehnissen teil, die allesamt dem Gambacher Gerichtsbuch aus der Zeit des frühen 18. Jahrhunderts entnommen sind und ein Schlaglicht auf Dorf und Gesellschaft aus der Zeit der „Ratzkatrein“ warfen.

In ihren Rollen brillierten Thomas Hillebrand (Bürgermeister Möller), Birger Metzger (Bürgermeister Martin Schmit), Harry Prockl (Waldschütz Jost Wagner), Ralf Schäfer (Waldschütz Georg Fenchel), Antje Rotter (Tochter Dein), Tatjana Hantschel (Tochter Strasheim), Anke Besler (Frau Grieb), Valerie Ziegenbalg (Tochter Anna Regina) Klaus-Dieter Raith (Pfortenhüter), Egon Leist (Trompeter), Sabine Vetter (Catarina Bröder), Michael Hantschel (Johann Conrad Bröder), Finia-Talea Weil (Maria Bröder), Jette-Jördis Weil (Sophia Bröder), Oliver Pitz (Praeceptor Repp), Roland Bachmaier (Bauer Mohr), Niclas Rosemann (Sohn Johannes Mohr), Jirko Ziegenbalg (Hofbesitzer Laux), Carsten Sange (Hofbesitzer Metzger), Claudia Hillebrand (Anna), Kornelia Raith (Margreth), Carola Stromeyer (Clara), Manfred Kremers (Zimmergeselle Baltzer Ordt), Walter Stromeyer (Zimmergeselle Hans Velten Schmit), Julian Maier (Nachtwächter Jost Wagner), Christian Felber (Nachtwächter Dietrich Wächter) und Manfred Penczynski (Schultheiß). Regie führte Manfred Tschertner. Dank ging an Gerhild Schäfer, Gaby Prockl, Daniela White, Siglinde Betz, Aribert Rink und Volker Klös mit seinem Pferd „Grace“ zur Begleitung der Szenen und zur Gestaltung des Stelldicheins in der Rathaushalle. Alle Schauspieler treffen sich mit der Spielleitung am Freitag, 6. Oktober, um 19 Uhr im alten Rathaus Gambach zur Nachbesprechung.

Schon heute kann auf die Fortsetzung des bislang überaus erfolgreichen Projektes „Ratzkatrein“ hingewiesen werden, das mit einem öffentlichen Fachvortrag mit dem Thema „Ratzkatrein – und wie es dazu kam“ am 2. Dezember im Gambacher Bürgerhaus einen weiteren Akzent setzt in der Erinnerung an die tragischen und traurigen Vorgänge um die berühmteste Gambacherin. Vier weitere Wiederholungen des Szenenspiels im „Gambacher Ei“ finden am 14./15. und 28./29. April statt.

Ein großer „Gedenkgang“ für die Ratzkatrein und ihre beiden Leidensgenossinnen, vom damaligen Amtsgefängnis bis zu deren Hinrichtungsstätte, wird sich am Samstag, 26. Mai, anschließen. Mit der „Wiederentdeckung“ der gesamten Vorgänge um die „Ratzkatrein“, Anna Regina Scheidt und Katharina Schöffer durch den „Alt-Heimatpfleger“ Horst Vetter im Jahre 1983 wurde eine jahrhundertealte Legende zur Wirklichkeit. Daher kann und soll der letzte Weg der drei unglückseiligen Gambacherinnen nunmehr beschrieben und ein Gefühl für hautnahe Geschichte vermittelt werden. Der Gedenkgang ist ebenfalls öffentlich und wird mit historischen und heimatgeschichtlichen Informationen zu Feld und Flur angereichert. Unterwegs besteht Gelegenheit zur Rast und Verpflegung.

In Planung ist zum Abschluss des Jahres 2018 ein Bühnenstück von Johannes Schütz als ein „würdiges Erinnern an gesellschaftliche Vorgänge des frühen 18. Jahrhunderts, die heute in ihrer Konsequenz so nicht denkbar wären, aber deren Wurzeln in Vorbehalte, Missgunst, Verleumdung, Denunziation und deren Wirkung nichts an Aktualität verloren haben“, so Hagen Vetter.

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