Pohl-Gönser Fassenachtsshow war zweimal ausverkauft und begeisterte

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Pohl-Gönser Fassenachtsshow war zweimal ausverkauft und begeisterte

POHL-GÖNS. Vor zweimal restlos ausverkauftem Haus brannten die Akteure des Pohl-Gönser Fassenachtsvereins am Freitag und Samstag in ihren Fremdensitzungen ein tolles närrisches Feuerwerk ab, das für glänzende Stimmung sorgte. Beeindruckend war schon der Einzug des Elferrates mit drei Tanzgarden (Bild 143). Für Lachsalven aus der Bütt sorgten Konstantin Jantos als zweisprachiger Fremdenführer (Bild 191) sowie Pfarrer William Thum und Förster Lutz Herbel als Zahnfeen (Bild 245). Eine Augenweide waren einmal mehr die Showtänze. Als Hyänen und Löwen duellierten sich die Tänzerinnen der Mittleren Garde (Bild 189), in die Steinzeit führte der Showtanz der Großen Garde Bild 233), als Roboter eroberte die Gruppe „Dance Revolution“ die Bühne (Bild 260). Nach 20 Jahren Showtanz verabschiedete sich die Gruppe „Men in Black“ als Engel und Teufel von einem begeisterten Publikum (Bild 214, vgl. Bericht). Text + Fotos: br

POHL-GÖNS (br). „Ihr wart einfach sensationell!“ Mit diesem Ausruf brachte Sitzungspräsident Philipp Riethmüller die närrischen Aktivitäten von über 120 Mitwirkenden auf, vor und hinter der Bühne in der bunt dekorierten Mehrzweckhalle auf den Punkt. Am Ende eines abwechslungsreichen und stimmungsvollen Programms erhob sich das närrische Publikum bei den beiden ausverkauften Fremdensitzungen des Pohl-Gönser Fassenachtsvereins am Freitag und Samstag und verabschiedete Elferrat, Büttenredner, Gesangs- und Tanzgruppen mit begeistertem Applaus und einem lauthals mitgeschmetterten Emmersberglied, bevor die „Wicking-Band“ dafür sorgte, dass das närrische Stimmungsbarometer weiter in Feierstimmung blieb.

Dass sich der Pohl-Gönser Fassenachtsverein keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss, bewies schon der erste Bühnenaufzug, bei dem 36 Gardemädchen in schicken Gardekostümen den Elferrat flankierten. Im ersten Teil des Programms stellten auch alle drei Gruppen, die „Junge Garde“ unter Leitung von Nadine Groß-Spangenberg, die „Mittlere Garde“ unter Leitung von Michelle Herbel und Anne Morkel und die „Große Garde“ unter Leitung von Anna-Lena Schilken und Rebecca Högel, eindrucksvoll unter Beweis, dass sie schwungvolle, akkurat getanzte Gardetänze mit vielen akrobatischen Elementen auf die Bühne zaubern können. Ganz allein tanzte und turnte Tanzmariechen Anna-Lina Lindstedt eine mitreißende Kür und sicherte sich so den Beifall des Publikums, in den die Trainerinnen Cindy Antmansky und Nadine Groß-Spangenberg eingeschlossen wurden.

Büttenredner gesucht? „Ich bin der beste Mann für den Job!“ rief Konfirmand Fabio Schwenz dem Elferrat zu und stellte dies mit einem jugendlich-frechen Vortrag eindrucksvoll unter Beweis. Schmunzelnd nahm er Pfarrer Thum, Förster Herbel und etliche Pohl-Gönser Begebenheiten auf die närrische Schippe und rechnete dann dem johlenden Publikum vor, wie man den Wert einer Freundin in Kamelen ermittelt. Die Texte stammten aus der Feder von Anne Morkel.

Die Umbaupausen nutzte Präsident Riethmüller für Dankadressen an alle Helfer und Sponsoren und stellte das 10-köpfige Technikteam vor, welches diesmal einheitlich im Sträflingslook gekleidet war.

Ein Garant für gute Stimmungslieder aus eigener Feder sind die „Wetterauer Schürzenträger“, bei denen Paul Sonntag mit der Gitarre Rhythmus und Melodie vorgibt. Schnell sprang der Funke über und die Narrenschar sang lauthals mit, ohne Zugabe ihres Schuhplattler-Klassikers „Rock me heut Nacht“ durften sie nicht den Rückzug antreten.

Den Reigen der beliebten Showtänze eröffnete die „Mittlere Garde“, die eine Anleihe beim „König der Löwen“ machte und ins Land von Simba und Co. entführte. Toll geschminkt und mit bis ins Detail gestalteten Outfits eröffneten Tänzerinnen auf den Tischen mitten im Publikum im Wechsel mit Bühnentanz die Show, zu afrikanischen Rhythmen vereinten sich Löwen und Hyänen auf der Bühne und tanzten sich in einer mitreißenden Choreografie von Michelle Herbel, Anne Morkel und Anna Stehr in die Herzen das Publikums.

Ein brillantes Debüt in der Pohl-Gönser Bütt gelang Constantin Jantos von der Butzbacher St. Gottfriedsgemeinde als zweisprachiger Fremdenführer, der mit einem Feuerwerk von Übersetzungskalauern zuerst  Butzbacher Touristenhighlights vorstellte und dann „dem Vater Rhein von Oberhessen“, dem Gönsbach, in die Pohl-Gönser Narrhalla folgte, um den englischen Gästen am Beispiel einer Fremdensitzung das Phänomen Fastnacht zu erklären.

„Himmel und Hölle“ setzte die Tanzgruppe „Men in Black“ aus Kirch-Göns in Szene. Weißgekleidete, beflügelte Engel konkurrierten mit rotbemäntelten Teufeln um die Gunst des Publikums, doch dann folgten die Engel dem Motto „Liebe, Sünde, Leidenschaft“ und tanzten in roten Tütüs und mit teuflischem Dreizack zu den Klängen von „Heaven is a place on earth“ ein furioses Finale. Das Publikum forderte begeistert eine Zugabe der Choreografie von Tina und Lara Ceh sowie Steffi Henseling, zumal die Gruppe nach 20 Jahren ihren Rückzug aus der närrischen Kampagne angekündigt hatte.

Rebecca Högel und Anna-Lena Schilken hatten für den Showtanz der großen Garde das Motto „Pohl-Göns in der Steinzeit“ ausgewählt. Zwei Jäger trugen zu Beginn ein erlegtes Schwein auf die Bühne,  was einen eindrucksvollen, mitreißenden Tanz der Steinzeitfrauen in herrlichen Kostümen mit umjubelten Akrobatikeinlagen auslöste.

Ganz ruhig wurde es im Saal, als zwei „zartbesaitete“ Zahnfeen in weißen Plüschpantoffeln das Scheinwerferlicht betraten. Mit großem maskenbildnerischen Aufwand hatten sich Ludovico (Lutz Herbel) und Rocky Ravioli (William Thum) verwandelt und es war zum Schreien komisch, als sie Hand in Hand ihr „Heile, heile Zähnche, es wird schon widder gut“ anstimmten. Aus der Perspektive einer nächtlich umherfliegenden Zahnfee berichteten sie über etliche Beobachtungen ahnungsloser Pohl- und Kirch-Gönser Bürger und enthüllten das Geheimnis, warum sich immer mehr Wildschweine auf der B3 in der Kirch-Gönser Gemarkung  vor die Autos werfen.

Die beiden Pohl-Gönser Fastnachts-Urgesteine wurden ebenso mit einem dreifachen „Pohl-Gies helau“ verabschiedet wie das Männerballett, das den Zuschauern vor Augen führte, was sich abspielt, wenn Schotten in ihren rotkarierten Röcken auf grün gekleidete Iren treffen. Ein Dudelsackspieler sorgte nach ersten Raufereien für die tänzereische Vereinigung, die Choreografie hatten sich Michelle Herbel und Anne Morkel zusammen mit dem „Männerbeauftragten“ Willi Biermann ausgedacht.

Den Reigen sehenswerter Showtänze komplettierte die Gruppe „Dance Revolution“ unter Leitung von Anna-Lena Schilken. 14 Tänzerinnen und ein Tänzer in schwarzem Lederbody mit silbernen Röckchen und Kniekappen – für die Kostüme zeichnete Rosi Penczinski verantwortlich – tanzten vor futuristischem Hintergrund gekonnt als Roboter, danach wurden sie umprogrammiert, um mit dem passenden Musikwechsel effektvolle Tanzbilder auf die Bühne zu zaubern, die von der Narrenschar begeistert beklatscht wurden.

Zum fünften Mal in Folge blieb es der Gesangsgruppe „Die Pohl-Gieser“ vorbehalten, den musikalischen Schlussakzent zu setzen. Ganz in schwarz mit roten Zylindern und Krawatten zündeten die 8 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Volker Busch noch einmal alle Register der närrischen Unterhaltung und trafen mit ihren Potpourris aus Fastnachtshits zum Mitsingen mitten ins Schwarze.

Fot: br

Foto: br

Foto: br

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