Populismus — Betr.: Leserbrief „Größte Ungerechtigkeit“ von Norbert Gonter (FDP) – vgl. BZ v. 14.5.2018

Ohne Führerschein zum Eignungstest
16. Mai 2018
Konfirmation in Ostheim
16. Mai 2018

Populismus — Betr.: Leserbrief „Größte Ungerechtigkeit“ von Norbert Gonter (FDP) – vgl. BZ v. 14.5.2018

 

Ob Aggressivität die richtige Reaktion ist, wenn auf dem Rücken von gehbehinderten Menschen versucht wird, Politik zu machen, sei einmal dahingestellt. Aber sind wir einmal ehrlich: Es geht nur darum Einzelne, wie Herrn Kartmann, zu denunzieren. Ich persönlich fühle mich aber auch durch die Aussagen von Herrn Schmidt angegriffen, hat er doch keine politische Erfahrung, wie sehr um jeden Euro gerungen wird in abendfüllenden Veranstaltungen, die die Mehrheit der Bürgerschaft gar nicht zur Kenntnis nimmt.  Ist Herrn Schmidts Meinung mehrheitsfähig? Ist die FDP-Meinung in Sachen Aufzug mehrheitsfähig? Wohl kaum. Denn ansonsten würde sich die Gesellschaft gegen die Förderung behinderter Menschen stellen, und das ist unsozial. 

Ich bin im H+F Ausschuss ganz bewusst nicht auf die Argumente u.a. der FDP eingegangen, aber es scheint mittlerweile auch Mode in etablierten Parteien zu sein, Menschen auszugrenzen. Spätestens seit der Brandrede von Christian Lindner am vergangenen Wochenende ist klar: Man rückt nach rechts und grenzt aus. Und hier ist jeder Widerstand gefragt, denn so kann man mit Menschen, die von einer „Norm“ abweichen, nicht umgehen.

Inhaltlich müssen sich Herr Schmidt und auch die FDP fragen, wo sie waren, als Tausende von Euro für andere Gemeinschaftshäuser investiert wurden, damit Behinderte Zugang erhalten?  Warum war das kein Anlass zur Kritik?  Dass der SV Nieder-Weisel für das Sportlerheim Eigenleistung in einem Wert von 350 000 Euro erbracht hat, wird in dem Katalog von Norbert Gonter ebenso vergessen wie der Hinweis, dass im Nachtragshaushalt 2017 Mittel z.B. für die Sanierung der Treppe an der August-Storch-Hütte bereits erfasst sind (dort unter „Sanierung Turnerplatz Schrenzer“). Und wo war der FDP-Antrag für die Sanierung der Treppe in der Kleeberger Straße oder die Dachsanierung der Reithalle? Mir sind solche Anträge zur Änderung des Haushalts nicht bekannt. Man kann viel im Nachhinein fordern, aber das ist leider derselbe Populismus, in den sich auch Herr Schmidt zu kleiden versucht. 

Was die Leichtathletik anbelangt: Der TV Nieder-Weisel hat eine funktionierende, erfolgreiche Kinder- und Jugendgruppe, die – anders als im Schrenzerstadion – auf „Hoppelstrecken“ trainieren muss und über Zuschauerränge laufen darf. Auch dieses Geld ist gut angelegt, um Fußbrüche zu vermeiden. Entweder aus Unkenntnis oder aus Absicht wird das wohl seitens des FDP-Stadtrats billigend in Kauf genommen, kritisiert er doch die Umschichtung der Mittel.

Wer Verantwortung übernehmen möchte, muss Verantwortung erkennen und leben.

                     Markus Ruppel, Butzbach, 

                   CDU-Fraktionsmitglied

Es können keine Kommentare abgegeben werden.