Projekt-Vorstellung in Ober-Mörlen: Betreuung mehrerer Generationen

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Projekt-Vorstellung in Ober-Mörlen: Betreuung mehrerer Generationen

OBER-MÖRLEN. So könnte nach den Plänen von Kirche und Investor die kombinierte Alten- und Kinderbetreuungseinrichtung aussehen. Repro: nns

Pläne für Neubau von Seniorenresidenz von evangelischem Dekanat und Investor GfDE diskutiert

OBER-MÖRLEN (nns). Eine Seniorenresidenz mit integrierter Kindertagesstätte: Das Projekt zur „Intergenerativen Betreuung“ könnte Wirklichkeit werden. Investor und Betreiber stellten es am Dienstag im Ober-Mörler Haupt- und Finanzausschuss vor. Wäre es nach dem Gemeindevorstand gegangen, wäre der Ausschuss der Beschlussvorlage nachgekommen und hätte das außergewöhnliche Projekt dem Parlament zur Befürwortung ans Herz gelegt. Ein Beschluss wurde zwar nicht gefasst, die Politiker äußerten aber ihren persönlich positiven Eindruck baten um Bedenkzeit. Spätestens im Mai soll die Entscheidung im Parlament fallen.

Lange hatte man im Dorf nichts mehr von den Plänen rund ums Seniorenzentrum gehört, nachdem die Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH (GdfE), kurz Diakonie, vor Jahresfrist im Neubaugebiet Schießhütte II ein gut vier Hektar großes Grundstück oberhalb der Feuerwehr erworben hatte. Ursprünglicher Plan der Diakonie war der Neubau einer betreuten Wohnanlage sowie eine Pflegeeinrichtung für Senioren im Hausgemeinschaftsmodell. Parallel dazu überlegte die Gemeinde, wo sie die spätestens durchs Neubaugebiet nötigen Kinderbetreuungsplätze errichten könne. Auf wenig Gegenliebe war ein möglicher Anbau an die kommunale Kita „Sternschnuppe“ gestoßen.

Nun steht der Plan im Raum, beides miteinander zu verbinden: Die Betreuung von Alten und von Kindern unter einem Dach und doch getrennt. Intensiv haben die GfdE (Investor und Betreiber Seniorenzentrum), das evangelische Dekanat Wetterau (Betreiber Kita) und der Gemeindevorstand offenbar über eine solche Lösung verhandelt. GfdE-Geschäftsführer Karlheinz Hilgert und Dekan Volkhard Guth hatten den Gemeindevorstand kürzlich mit ihren Plänen überzeugt, am Dienstag zeigten sie im Langenhain-Ziegenberger Dorfgemeinschaftshaus ihre Projektpräsentation. 

Die Vorteile der „intergenerativen Betreuung“ schilderte Dekan Guth. Statt die Generationen voneinander abzuspalten – immer seltener begegneten sich Alt und Jung selbstverständlich und täglich – könnten durch die Begegnung alle profitieren, beispielsweise beim Einkaufen, Kochen, Musizieren oder Vorlesen. Deutschlandweit gebe es bislang eine Handvoll derartiger Projekte.

Im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes könnten eine Kita mit vier Gruppen für insgesamt 87 Kinder, ein Café, eine Arztpraxis und Verwaltungsräume untergebracht werden. Rundum angeordnet wären Spielplätze, Begegnungsgarten und 27 Parkplätze. Im ersten Obergeschoss sind drei Wohngruppen mit zusammenschaltbaren Aufenthaltsbereichen geplant, für den zweiten Stock zwei weitere Wohngruppen und fünf betreute Wohnungen, insgesamt also 48 Pflegeplätze plus fünf Wohnungen. Räume für den ambulanten Pflegedienst, Schulungsraum und Küche sollen im Untergeschoss angesiedelt werden. Eine Kurzzeitpflege sei möglich, die Tagespflege nicht geplant.

Falls sich die Gemeinde gegen die integrierte Kita entscheiden sollte, könnten die gut 700 Quadratmeter in betreutes Wohnen umgewandelt werden, erklärte Hilgert, ebenso die Arztpraxis, die Gespräche mit einer interessierten Praxis liefen. Eine Herausforderung sei die Stellplatzfrage. Bis Ende März 2024 könne das Gebäude fertig sein.

Aus Sorge um die geringere Zahl von betreuten Wohnungen fragte die Versammlung, ob die Diakonie auch Wohnungen in einem benachbarten Wohnkomplex mit betreuen könne. Hilgert bejahte dies. Oberhalb des zu errichtenden Seniorenzentrums baut die das Baugebiet entwickelnden Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) – sie besteht aus Imaxx-Entwicklungsgesellschaft und Volksbank Ober-Mörlen – ein Mehrfamilienhaus.

Man sehe sich nicht in der Verantwortung, den wegfallenden Anteil betreutes Wohnen vorzuhalten, stellte Geschäftsführer Fabian Schäfer (GEG) klar. Wie Hilgert berichtete, zeige die Erfahrung, dass der Wunsch nach betreuten Wohnungen im Vorfeld die tatsächliche Nachfrage deutlich übersteige. Er sehe kein Problem in der nun geplanten Anzahl. 

Der Gemeindevorstand hatte den Ausschuss um Zustimmung der Gemeindevertretung zum „Bau einer Kindertagesstätte als integriertem Bestandteil in der Seniorenresidenz in der ‚Schießhütte‘” gebeten.  „Der Gemeindevorstand schließt mit der GfdE einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab. Die Gemeinde zahlt einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 100 000 Euro, wodurch sich die Jahresmiete auf 112 466,40 Euro reduziert. Hinzu kommen die Nebenkosten.“

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