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Puttrich bleibt CDU-Vorsitzende

FRIEDBERG. Glückwunsch mit Corona-Abstand gibt es nach der Wiederwahl der CDU-Kreisvorsitzenden Luica Puttrich von Versammlungsleiter Armin Häuser. Text + Foto: jwn

Auf Kreisparteitag 92 Prozent Zuspruch / Lob für „ruhige Hand“ des Landrats / Kritik an Demo in Berlin

FRIEDBERG (jwn). Lucia Puttrich heißt die bisherige und auch die neue CDU-Kreisvorsitzende im Wetteraukreis. Und auch bei der übrigen Spitze bleibt es bei der CDU Kreispartei alles beim Alten.   

Der Kreisparteitag der Wetterauer CDU am Montagabend stand ganz im Rahmen der Corona-Pandemie. Kein Händeschütteln, weder zur Begrüßung noch zur späteren Gratulation, keine Umarmung, stattdessen Mundschutz tragen und stets auf den vorgeschriebenen Abstand achten. Und trotz aller Einschränkungen waren von den 197 möglichen Delegierten doch 159 in die Friedberger Stadthalle gekommen.

Dort waren alle bemüht, wegen der Corona-Auflagen den Parteitag so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Deshalb gab es bis auf den Friedberger Stadtverbandsvorsitzenden Bernd Wagner weder Grußworte noch später eine Aussprache zu den einzelnen Kandidaten. Und auch die hatten keine Möglichkeit, sich persönlich vorzustellen, sondern mussten das einem Video überlassen, das von jedem Einzelnen in Eigenregie  aufgenommen worden war. 

Lediglich die Kreisvorsitzenden Puttrich und der Fraktionsvorsitzende der Wetterauer Kreistags CDU, Sebastian Wysocki sowie der Schatzmeister Christian Loh durften das Wort ergreifen. Alle drei blickten in die Vergangenheit. So zeigte sich Puttrich sehr zufrieden mit dem Zustand der Wetterauer Union: „Die CDU scheint im Augenblick alles richtig zu machen.“ Das zeigten die Umfragen auf Landes- und Bundesebene eindeutig. Und mit der Wetterauer CDU sei sie sehr zufrieden. Dazu beigetragen hätte wesentlich der Wechsel an der Spitze der Kreisverwaltung. „Mit unserem Landrat Jan Weckler ist uns ein echter Glücksgriff gelungen. Seither sind die Schulden des Kreises nahezu halbiert und die Weichen für Investitionen in die Bildungspolitik trotzdem auf Anstieg gestellt worden“, so die 59-jährige Politikerin. Auch führe der Landrat den Kreis unaufgeregt und mit ruhiger Hand durch die Auswirkungen der Coronakrise. „Das schafft Vertrauen bei den Bürgern und deshalb steht die CDU momentan so gut da.“ 

Mit einem kurzen Seitenhieb auf den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, der nicht einmal in seiner Partei das Vertrauen zum Parteivorsitzenden genieße, ging Puttrich dann auf die Ereignisse am Wochenende in Berlin ein. Sicherlich gebe es ein Recht auf freie Meinungsäußerung und damit ein Recht auf Demonstrationen. Doch würde dieses Recht wie vor einiger Zeit bei den Pegida-Demonstrationen nun auch bei den Corona-Demos schändlich missbraucht und zwar von rechten Gruppierungen. Bilder wie die Reichsflagge auf den Stufen des Reichstages dürften sich nicht wiederholen, denn sie seien ein Angriff auf die Demokratie. Und für die Corona-Gegner hatte Puttrich einen Ratschlag: „Der Mund-/Nasenschutz schützt nicht nur euch persönlich, sondern auch eure Mitmenschen. Deshalb etwas auf Kosten der anderen zu machen, ist falsch verstandene Freiheit“.  

Auch Wysocki zeigte sich zufrieden mit dem bisher Erreichten. Er unterstrich noch einmal die hohen Investitionen allein für die Schulpolitik. Sie seien mehr als verdoppelt worden und bildeten mittlerweile den größten Posten bei den Investitionen des Landkreises. Daneben habe die CDU-Fraktion aber noch andere Bereiche, wie das Klimaschutzziel, das Standortmarketingkonzept und den Sozialbereich in Angriff genommen. Ganz besonders freue er sich aber, dass trotz dieser Ausgaben die Kommunen im Wetteraukreis nicht vergessen wurden. Sie sollen nun mit 23 Millionen Euro jährlich entlastet werden. 

Nach dem Bericht des Schatzmeisters Christian Loh, der zwar keine Zahlen nannte, aber immerhin durchblicken ließ, dass die CDU finanziell gut aufgestellt sei, hatten viele Delegierten mit einem Grußwort des zuvor so gelobten Landrates gerechnet, doch das blieb aus.  

Bei den anschließenden Wahlen blieb dann wie gesagt alles beim Alten. Allerdings verbesserte die bisherige Kreisvorsitzende Puttrich ihr Ergebnis von vor zwei Jahren um stolze 7,8 Prozent auf nunmehr 92,16 Prozent der abgegebenen Stimmen. Lediglich 14 Delegierte stimmten gegen sie. Wiedergewählt wurden auch ihre vier Stellvertreter Michael Hahn, Niddatal (97,4 Prozent), Mario Beck, Karben (90,2 Prozent), Barbara Heinz, Altenstadt (86,3 Prozent) und Tobias Utter, Bad Vilbel (82,4 Prozent). Auch der Schatzmeister Christian Loh, Ranstadt, wurde mit 97,3 Prozent wiedergewählt. Als Beisitzer wurden Patrick Appel (Büdingen), Wolfgang Falkenstein (Nidda), Katrin Grüntker (Karben), Michaela Jörg (Karben), Alexander Kartmann (Butzbach), Silke Merz (Niddatal), Beatrice Schenk-Motzko (Bad Vilbel), Christel Schmidt (Florstadt), Leon-Clemens Sehrt (Reichelsheim), Dirk Vogel (Ortenberg), Daniela Vogler (Altenstadt) und Bernd Wagner (Friedberg) gewählt                                        

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