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Reformationsstätten in Butzbach sind Themen einer Altstadtführung

Am Samstag, 16. September, um 15.00 Uhr mit Museumsleiter Dr. Dieter Wolf

BUTZBACH (pe).  Dem Reformationsgeschehen in Butzbach widmet sich schwerpunktmäßig auch der nächste historische Altstadtrundgang unter Leitung von Museumsleiter Dr. Dieter Wolf, der am Samstag, 16. September, ab 15.00 Uhr ab Marktbrunnen stattfinden wird.

Bis zur Reformation entfaltete sich auch in Butzbach ein weit gefächertes religiöses Leben. Es gab hier an der St. Markuskirche ein aktives Chorherrenstift, das 1468 in die Gemeinschaft der Kugelherren verwandelt wurde und besonders unter dem bekannten Theologen Dr. Gabriel Biel weite Beachtung fand. Wenn Dr. Martin Luther wahrscheinlich nicht persönlich durch Butzbach gereist ist, so haben doch Butzbacher früh von ihm erfahren. Ein Butzbacher hat bereits mit Martin Luther in Wittenberg zusammen studiert (1508). Bereits um 1525 Jahre haben die ersten evangelischen Predigten in Butzbach noch vor den Kirchen stattgefunden (durch sog. Winkelprediger). Erste evangelische Gottesdienste fanden dann in der landgräflichen Schlosskirche statt.

Nach Einführung der Reformation 1527 in der Landgrafschaft Hessen versucht der Mit-Stadtherr Landgraf Philipp der Großmütige, auch in Butzbach die Reformation einzuführen (seit 1528). Er hatte aber nicht das Hauptgewicht in der Wahl der Konfession der mehrherrischen Stadt. Die Wende kam, als der evangelisch gesinnte Graf Ludwig zu Stolberg-Königstein, der selbst 1521 in Wittenberg studiert hatte, die Nachfolge als Mit-Stadtherr in Butzbach antrat. So konnte 1536 der erste evangelische Pfarrer eingestellt werden (Nicolaus Bleichenbach), im Langhaus der Markuskirche wurde seitdem evangelischer Gottesdienst abgehalten.

Der Chor der Kirche wurde vom Schiff durch eine Bohlenwand abgetrennt, und im Chor feierten die katholisch gebliebenen Kugelherren ihren Messgottesdienst. Da weitere Neuaufnahmen im Kugelhaus von den Stadtherren untersagt wurden, starb das katholische Butzbacher Fraterherrenstift (Kugelhaus) 1555 aus. Der Besitz des Kugelhauses wurde nicht zugunsten des Staates enteignet, sondern blieb der nunmehr evangelischen Pfarrei und der Stadt erhalten.

Stationen des Rundganges werden u.a. die Markuskirche und der sich rundherum befindliche ehemalige Bezirk des Kugelhauses (der Brüder vom Gemeinsamen Leben), das Gelände vor dem Griedeler Tor, das ehemalige Landgrafenschloss, ein Haus am Marktplatz (wo ca. 1531 die erste evangelische Taufe stattfand) und in der Weiseler Straße sein. Eintritt 4 Euro (ermäßigt 2 Euro Euro) Tickets sind vorher zu kaufen bei der Touristinfo am Marktplatz 2; wenn Geld abgezählt ist, nimmt der Stadtführer auch das Geld in bar entgegen.

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