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„Riesenbaustelle“ kommt erst noch

Foto: thg

SANIERUNGEN – Butzbacher Wohnungsgesellschaft investiert unter anderem Fördermittel im Degerfeld

BUTZBACH (thg). Von 2,7 Millionen Euro an finanziellen Mitteln aus dem kommunalen Investitionsprogramm profitieren die Mieter der Butzbacher Wohnungsgesellschaft (BWG). Bürgermeister Michael Merle und BWG-Geschäftsführer Alexander Kartmann informierten gestern über die Verwendung der Mittel und erläuterten weitere Aspekte zur Situation der BWG. 

Insgesamt werden 2,7 Millionen Euro investiert, davon stammen circa 1,89 Millionen Euro vom Bund, 211 000 Euro direkt von der Stadt als Kofinanzierungsbeitrag, und 602 000 sind ein Förderdarlehen des Landes, wie Kartmann berichtete. Das Geld stand für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung, der noch in der bindenden Frist für die Nutzung als Sozialwohnraum steht. 

So ist das Objekt in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 18–22 im Degerfeld noch bis 2026 in dieser Bindung – 210 der 838 BWG-Wohnungen fallen darunter. Aus Bundesmitteln werden im 1982 errichteten Gebäude Fenster ausgetauscht, die Fassade gedämmt, die Balkone saniert und eine Aufdachdämmung aufgebracht, für die ein Überstand notwendig wurde. Zudem wird eine Lüftungsanlage eingebaut. Die 980 000-Euro-Arbeiten sollen im September enden. Ähnlich ist das Programm am Haus Solmser Straße 12, für das 560 000 Euro ausgegeben werden. Das benachbarte Projekt Hausnummern 8 und 10 erhält keine Aufdach-, dafür aber eine Dachbodendämmung, 560 000 Euro werden auch dort fällig. 

Neben den genannten Maßnahmen aus Bundesmitteln fließt das vom Land geliehene Geld für den Austausch von Fenstern in die Häuser Solmser Straße 12, Krachbaumgasse 27, Färbgasse 17, Sophie-Spiegelberger-Weg 12–13, Schlossstraße 4 und Haydnstraße 18–20. Hinzu kommt in der Solmser Straße 8–10 noch eine neue Heizungsanlage. 

Bei der Besichtigung in der Johann-Sebastian-Bach-Straße sagte Kartmann, dass die Sanierungen auch die Mieten erhöhen. Dies sei aber so gerechnet, dass die Mieter einen Vorteil haben werden. Denn dank der Dämmung sparen sie an den Nebenkosten. 

Im Zusammenhang mit der Dämmung sei der Einbau von Lüftungsanlagen notwendig. Gerade im Winter sei Schimmel ein bedeutendes Thema für die BWG. Nasse und kühle Winter, das Lüft-Verhalten der Bewohner und die Bausubstanz spielten dabei eine Rolle. 

Merle bezeichnete den „älteren Bestand“ an Wohnraum als Herausforderung. Die drei Hochhäuser seien eine „Riesenbaustelle“, für die der Aufsichtsrat derzeit das weitere Vorgehen prüfe. Ihm liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die das Sanierungsvolumen auf 13 Millionen Euro beziffert, womit die BWG an ihre finanziellen Grenzen stoße. Zehn Prozent der BWG-Wohnungen befänden sich in dem Komplex, die Häuser verfügen als großes Plus über Aufzüge. 

Gegenüber der Häuser in der Pohl-Gönser Straße 12 steht ein bereits saniertes Mehrfamilienhaus. Noch sind nicht alle Wohnungen wieder vermietet. Dort wurde grundsaniert und ein Vollwärmeschutz eingebaut. Neu ist ein Aufzug eingebaut worden, Ziel war es, die Etagen möglichst barrierearm umzubauen. Drei Wohnungstypen gibt es dort unter einem Dach, wobei der kleinste 50 Quadratmeter misst. 1,6 Millionen Euro wurden investiert, die Wohnungen sind frei finanziert.  

Beim Thema Finanzen nannte Merle auch das Problem einer Nachfolge für den vor wenigen Monaten geschlossenen Supermarkt in der Mozartstraße. „Der Spielraum ist eng“, denn die Fläche sei „im Grunde viel zu klein“ für einen „zeitgemäßen“ Betrieb. Laut Kartmann gibt es interne Überlegungen der BWG zur Zukunft des Objekts unter anderem Pläne für eine Vergrößerung. Er führe Gespräche mit Lebensmittelketten und Privatleuten. „Wir geben das nicht auf“, betonte er. 

Den Wiedereinstieg in den sozialen Wohnungsbau startet die BWG nach der Sommerpause. Für das Bauprojekt am Hetgesborn mit 18 geförderten Wohnungen soll dann der symbolische erste Spatenstich erfolgen. 

Foto: thg

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