Rockenberg ist bereit, 50 Flüchtlinge aus aller Welt ab Januar aufzunehmen

Sechs Millionen Euro für den Ausbau von Glasfaser im Wetteraukreis
23. November 2022
Symbolischer Spatenstich am Freitag in Nieder-Weisel
23. November 2022

Rockenberg ist bereit, 50 Flüchtlinge aus aller Welt ab Januar aufzunehmen

Kreis übernimmt dann Kosten / Zuweisungsquote von 27 ab Januar / Suche nach Flächen für Container   

ROCKENBERG (thg). Die Gemeinde Rockenberg muss nach Rücksprache mit dem Wetteraukreis Flüchtlinge aus aller Welt aufnehmen. Bürgermeisterin Olga Schneider nannte in der Sitzung der Gemeindevertretung am Montag in der Burg Rockenberg die Zahl 27 als Zuweisungsquote für den Januar. Sollte die Gemeinde sich bereit erklären, mindestens 50 Flüchtlinge aufzunehmen, würde der Kreis übernehmen und die dann voraussichtlich notwendigen Con-
tainer oder Zelte und die Betreuung der Menschen übernehmen. 

Grundsätzlich zeigten sich die Vertreter der Fraktionen dazu bereit, auch die größere Anzahl an Schutzsuchenden aufzunehmen, einstimmig bei einer Enthaltung. Einzelne Details waren noch offen. So plädierten die Gemeindevertreter dafür, nicht alle Menschen zentral an einem Ort, sondern an verschiedenen Standorten unterzubringen. Allerdings sei das dann abhängig davon, wie der Kreis dies dann von der finanziellen Seite her betrachtet. Es sei denkbar, dass es wirtschaftlicher sei, nur einen Standort zu betreiben. Tenor im Parlament war es auch, dass die Geflüchteten möglichst nicht „draußen“ außerhalb der Dörfer einquartiert werden sollten. 

Klar ist den Ausführungen zufolge, dass bei der Aufnahme der 27 Zugewiesenen die Gemeinde Rockenberg selbst für die Unterbringung und Betreuung zuständig ist. Das gilt auch für die Übernahme der Kosten bis auf eine gewisse Pauschale pro Kopf. 

Die Bürgermeisterin erläuterte, dass der Gemeindevorstand bereits erste Nachfragen nach Unterbringungsmöglichkeiten gestartet habe, ebenso nach potentiellen Standflächen für Container. Für die Gemeindevertreter steht fest, dass die Wettertalhalle nicht zur Unterbringung genutzt werden soll, um den Sport- und Vereinsbetrieb aufrecht zu erhalten. Das Bürgerhaus Oppershofen kommt ebensowenig in Frage als Unterkunft, weil dort die „Wärmeinsel“ für den Notfall mit einer auf 50 Menschen ausgelegten Kapazität vorgesehen ist. 

Positive Rückmeldungen gab es bislang laut Schneider von einem ehemaligen Gewerbebetrieb im Lattwiesenweg, für einen Teil des ehemaligen Soccergeländes und für den Festplatz gegenüber des Rockenberger Sportplatzes und einzelner freier Bauplätze für kleinere Einheiten. Eine Antwort des Landes steht noch aus auf eine Anfrage zur Nutzung von freien Flächen der JVA Rockenberg. Unter anderem im Bereich, wo Bedienstete parken stünden 3000 Quadratmeter zur Verfügung. 

In der Parlamentssitzung hatte Schneider auch erwähnt, dass das Bistum Mainz der Anfrage des Gemeindevorstands eine Absage erteilt habe. Wie im Anschluss an die Sitzung klar wurde, bezog sich die Kirchenverwaltung bei der Ablehnung auf die Belegung der Pfarrheime. 

Comments are closed.