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Rosen, Plüschteddy und Kulturpreis

Last Updated on 21. November 2017 by Martina Hofmann

Konzert Bembelsänger feiern 30-jähriges Bestehen und nehmen Ehrung der Stadt Butzbach entgegen

NIEDER-WEISEL (win). Eigentlich war es gar kein Konzert, sondern eine riesige Familienfeier. Denn über 500 Zuschauer waren gekommen, um das 30-jährige Bühnenjubiläum „ihrer“ Bembelsänger in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel gebührend zu feiern. Die fünf Goldkehlchen, das sind Ingo Lapp (1. Tenor), Matthias Scholz (2. Tenor), Martin Bauersfeld (1. Bass), Benjamin Haag (Bass/Bariton) und Jörg Welker (2. Bass).

Arno Zimmermann, Vorsitzender der KG Narrenzunft Nieder-Weisel begrüßte zahlreiche Ehrengäste – unter ihnen Bürgermeister Michael Merle, erster Stadtrat Manfred Schütz, Michael Schröter sowie den Vorsitzenden Robert Werner und den Geschäftsführer Hans Möller vom Vereinsring Butzbach, den Vorsitzenden Jürgen Abendroth und Geschäftsführer Andreas Ortwein vom Vereinsring Nieder-Weisel.

Auch Landtagspräsident Norbert Kartmann war anwesend, der eine besondere Beziehung zu den Bembelsängern pflegt. „Danke für 30 Jahre hervorragendste Unterhaltung“ verkündete er in seiner launigen Laudatio, bevor Bürgermeister Merle den fünf Sängern den Kulturpreis der Stadt Butzbach überreichte. Auch die Ehren-Bembelsänger Volkmar und Harry wurden auf die Bühne gebeten, die mehr als zwei Jahrzehnte wesentlich zum Erfolg der Bembelsänger beigetragen haben. So sangen sie siebenstimmig „Flunder gibt es immer wieder“ – ein gemeinsames Lied aus der Anfangszeit und danach noch „Ruhig Blut“, wobei das Publikum den Chor bildete.

Der Abend glich einem Feuerwerk. Ein abwechslungsreiches Programm mit A-cappella-Gesang, Sketchen und kleinen Anekdoten sowie ein filmischer Rückblick auf das Repertoire aus 30 Jahren machten das Konzert zu einem besonderen Erlebnis. Die Bembelsänger bestechen durch ihren Wortwitz gepaart mit Mimik, Gestik und Choreografie. Sie dichten bekannte Schlager um, ihre Texte sind mitten aus dem Leben. Wiedererkennungseffekt garantiert. Ihre kabarettistische Begabung lässt sich nicht leugnen, ist sie doch jahrzehntelang erprobt und verfeinert bei der „Narrenzunft“ . Dem Karnevalsverein und auch dem gemischten Chor Frohsinn hätten sie viel zu verdanken, erzählte Bassmann Welker. Schließlich hätten doch sie alle ihnen damals den Weg auf die Bretter, die die Welt bedeuten, geebnet.

Auch wenn es inhaltlich manchmal etwas derber zugeht, die Bembelsänger verfügen über sprachliches Feingefühl. Dem Publikum gefällt’s, es war ein fröhlicher Abend, an dem viel gelacht wurde. Auch der Streit der Körperteile „Wer ist hier der Boss?“ kam gut an, wie das Publikum applaudierend befand. Das Dilemma einer Langzeitehe intonierten Heinrich und Elsbeth, gefühlte 100 Jahre verheiratet, mit dem Lied „Ohne Dich schlaf ich viel besser ein“ zu einem bekannten Hit der Gruppe „Münchener Freiheit“. Passend dazu gab es ein Stück über „Bindungsangst“, bei dem das Publikum als gemischter Chor einbezogen wurde.

Julian Welker, Sitzungspräsident der KG Narrenzunft und Sohn von Bembelsänger Jörg, hielt eine rührende Rede auf den „liebenswürdigen Haufen“, mit dem er gerne einen großen Teil seines Lebens zusammen verbringe. Er lobte auch die Gäste im ausverkauften Saal: „Ihr seid das tollste Publikum, das die Bembels nach 30 Jahren verdient haben.“

Dem Lied über Hundekot folgte eines über Flatulenzen: „Sie macht Musik nur, wenn sie Kraut isst“ lautete der modifizierte Titel eines bekannten Grönemeyer-Songs. Beim letzten Lied „Elvira ist schwanger“ – im Original lautet der Titel „Eviva Espana“ – ging das Publikum so richtig mit. Am Ende des Konzertes war kein Halten mehr. Standing Ovations und minutenlanger Applaus führten zur Zugabe. Natürlich durfte Ingos Paradestück, das „Hochzeits-Bewerbungslied“, nicht fehlen. Als sich die „Bembelsänger“ zum krönenden Abschluss der gut vierstündigen Veranstaltung an den Bühnenrand setzten und zur Melodie von Abba „Thank you for the music“ ein „Danke für die Kohle“ intonierten, da hielt es im Saal niemand mehr auf den Sitzen. Aus dem Publikum wurden rote Rosen und ein Plüschteddy mit „Bembels forever“-Shirt auf die Bühne geworfen. „Ihr seid das geilste Publikum“, riefen sie in die begeisterte Menge.

Einen Wermutstropfen hatte der Abend dann doch. Denn „Ingo will aufhören“ war die schlechte Nachricht. Wie es weitergehe, stehe noch nicht fest. Aber einmal noch in diesem Jahr rocken die Bembelsänger die Bühne; nämlich am 8. Dezember bei der Wir-sind-Butzbach-Show. Am 10. Juni 2018 treten sie anlässlich der 100-Jahr-Feier des Gesangvereins „Eintracht 1918“ Ockstadt auf.

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