„Rückhaltebecken erster Schritt“

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„Rückhaltebecken erster Schritt“

Für Regensammel-Mulde an Griedeler Straße noch Untersuchungen / Niederschlag aus Baugebiet geht in Wetter

BUTZBACH (thg). Überflutungen vorzubeugen, ist das Ziel. „Wir geben jetzt Gas.“ Das sagte der Betriebsleiter des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung Butzbach (EAB), Thorsten Rausch, im Beisein von Bürgermeister Michael Merle im Gespräch mit der BZ im Butzbacher Rathaus. Thema war das „Hochwasser-Rückhaltebecken Griedeler Straße“, also die im Gelände geplante Mulde in Butzbach, in der bei Starkregen überschüssiges Wasser aus dem Kleinen Bach zunächst gesammelt werden und dann erst nach und nach wieder herausfließen soll. 

Es handelt sich um eine große offen Wiese, die dort im Fall von Stark-
regen überflutet werden soll. Und nur dann steht sie auch unter Wasser. Hinzu kommt die landschaftliche Gestaltung rund um das Becken und des Bachbetts. Allein für die Rückhaltung sind 3,4 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings wird die Umsetzung noch etwas auf sich warten lassen. Es sind noch weitere Untersuchungen notwendig. Im Frühjahr soll die Förderung beantragt und die Planung abgeschlossen werden. Im Herbst sollen dann die Ausschreibungen erfolgen, damit Ende des nächsten/Anfang des übernächsten Jahres die Arbeiten beginnen können. 

Zu Verzögerungen führten naturschutzrechtliche und wasserschutzrechtliche Fragestellungen. Unter anderem waren auch innerhalb des Regierungspräsidiums Südhessen noch Klärungen herbeizuführen. „Wir haben ein Jahr mit den Behörden gekämpft“, so Rausch. Hinzu komme der Ankauf der Grundstücke, weil nicht die gesamte vorgesehene Fläche im Eigentum der Stadt ist. Ein ökologischer Leitfaden ist abzuarbeiten und in einem komplexen Gewässermonitoring zu überprüfen, in welchem Zustand sich der Bach tatsächlich befindet. 

Rausch erläuterte, dass sich im Kleinen Bach vereinfacht betrachtet der Überschuss an Regenwasser aus der nördlichen Stadthälfte sammelt, sprich, Wasser, das nicht in die Kanalisation fließt. Der Bach führt dann weiter durch Griedel, wo er teils in Beton eingefasst durch die Ortslage fließt und dann in die Wetter mündet. 

Das Rückhaltebecken ist der erste Schritt zum verbesserten Hochwasserschutz. Laut Rausch könnten danach auch Hydraulik und Ökologie des Bachs verbessert oder andere Maßnahmen ergriffen werden. Im Ort sei es aber kaum möglich, entsprechend einzugreifen.

Dass dies ein Hochwasser-Problem im Stadtteil ergibt, ist schon seit den 70er Jahren bekannt. Unter anderem sind Maßnahmen der letzten Jahre, dass Rückhalteräume beispielsweise auch in den Neubaubereichen errichtet werden müssen. Zum Beispiel werden beim Wohnungsbau auf dem ehemaligen Bauzentrums-Gelände 120 Kubikmeter Niederschläge zurückgehalten. „Verschiedene Puzzleteile“ wie dieses sollen verhindern, dass zu viel Wasser in den Bach gelangt. Dämpfungsmaßnahmen im Vorfeld könnten dafür sorgen, dass sich „die Welle verzögert“. 

Angesprochen auf das Neubaugebiet „Südlich der Hochstraße“ in Griedel gegenüber vom Möbelmarkt sah Rausch keine zusätzliche Belastung des Kleinen Bachs. Im Baugebiet wird ein Trennsystem gebaut. Das heißt, dass aus den Häusern nur das Schmutzwasser in der Kanalisation in Richtung der Ortslage geführt wird. Das Niederschlagswasser werde in Richtung Wetter geleitet.

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