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Rundumversorgung an den Feiertagen

BUTZBACH. Tierheimleiterin Claudia Maid (l.) und Tierschutzvereinsvorsitzende Hanne Kolb und ihr Team haben in den letzten Wochen reichlich zu tun, hier mit den Hunden Poco, Judy, Kaden und Polly.

Für Tiere im Butzbacher Heim ist gesorgt / Vorsitzende: Derzeit müssen viele Tiere aufgenommen werden

BUTZBACH (thg). Tiere kennen keine Feiertage. Sie benötigen jeden Tag die gleiche Aufmerksamkeit, Pflege und Versorgung. Das gilt auch für die im Tierheim untergebrachten Vier- oder (geflügelten) Zweibeiner. 

Tierschutzvereinsvorsitzende Hanne Kolb berichtet unter anderen, dass gerade jüngst vor Weihnachten mehrere Hunde im Tierheim abgegeben wurden. Eine Hündin sei zwölf Jahre alt und leide an Geschwüren. Die an Demenz erkrankte Halterin habe das Tier abgegeben. „Es gibt viele Geschichten, warum Menschen ihre Tiere abgeben“, berichtet Kolb. Das seien nicht nur Alter oder Krankheit. Aber auch „keine Zeit“, kein Platz oder der neue Job seien Begründungen. Auch Wellensittiche sind derzeit erstmals im Heim dabei, auch sie wurden abgegeben. Zwei Hundewelpen sind derzeit unter den Gästen im Himmrichsweg, aber einer ist auch mal zu Gast bei Kolb. „Im Notfall nehme ich auch mal ein Tier mit nach Hause“, sagt die Vereinsvorsitzende, die selbst einen Hund und drei Katzen hat. Kommt ein Tier ins Heim, muss es zunächst einzeln untergebracht werden, bis es auf eventuelle Krankheiten untersucht wurde. 

Die Vermittlung von Tieren vor Weihnachten lehnt das Tierheim nicht grundsätzlich ab. „Wer ernstlich interessiert ist und sich schon länger damit befasst, vermitteln wir auch.“ Aber auf jeden Fall wollen die Tierschützer verhindern, dass Tiere „Impulsgeschenke unter dem Weihnachtsbaum“ werden. Denn nach Weihnachten könne man die Folgen sehen, wenn Tiere im Internet zum Kauf angeboten werden.

Mit der Vermittlung ist eine Vorkontrolle verbunden. Die Interessenten müssen eine „Selbstauskunft“ ausfüllen, die je nach Tierart unterschiedlich angelegt ist. „Die Menschen sollen sich richtig Gedanken machen.“ Wichtige Fragen sind, ob, falls vorhanden, der Vermieter tatsächlich mit der Tierhaltung einverstanden ist oder was passiert, wenn das Tier ernstlich krank wird. „Eine Operation kann 1000 Euro kosten“, gibt Kolb zu bedenken. Ist der Bogen zurückgekommen, folgt ein Besuch beim potentiellen Tierhalter. 

 Zudem hat das Tierheim in jüngster Zeit auch mit Aussetzungen zu tun. „Dieses Jahr ist es wirklich schlimm“, so Kolb. Kürzlich wurde ein acht Wochen altes gelähmtes Kätzchen in einem Karton gefunden. Inzwischen hat sich eine Tierphysiotherapeutin das Kleine angesehen. Es könnte sein, dass die Lähmung nicht bleibend ist. 

Deutlich betont Kolb, dass in einem medizinischen Notfall das Tierheim nicht der richtige Ansprechpartner ist. „Wir können nichts machen, wir sind keine Praxis.“ Vielmehr sollten sich die Menschen direkt an Mediziner wenden, den Tier-Notdienst Mittelhessen. „Sonst geht wertvolle Zeit verloren.“ Auf der Internetseite des Tierschutzvereins ist der Verweis auf die Liste der Dienste unter www.tiernotdienst-mittelhessen.de angegeben. Wenn das Tier dann versorgt sei, könne das Heim es aufnehmen. 

An Weihnachten und zum Jahreswechsel läuft der Betrieb in der Einrichtung im wesentlichen durch, wenn auch „auf Sparflamme“. Aber es muss jeden Tag geputzt, die Schützlinge versorgt, gefüttert und falls erforderlich mit Medikamenten versehen werden. Silvester ist ein besonderer Fall. Dann ist nachts jemand vor Ort, falls Bewohner Schwierigkeiten haben mit dem Lärm, speziell den Knallern und Böllern. Manche Tiere befällt dann panische Angst, einige nässen sich ein. Ein Abschirmen ist nicht möglich. Ein Mitarbeiter, der in einer Arbeitsamtsmaßnahme in der Einrichtung arbeitet, übernimmt an diesem Jahreswechsel diese Aufgabe. 

Aber Weihnachten ist auch die Zeit für ganz viele Leckerlis, berichtet Kolb. Auch ganz viele Spenden habe das Tierheim wieder erhalten, auf die es auch dringend weiter angewiesen sei. Und zum Beispiel für die Hunde gibt es etwas ganz Besonderes. Ein Metzger aus der  Umgebung hat Rinderknochen für sie. Sie werden abends in den Zwinger gebracht, und da sie entsprechend groß sind haben die Vierbeiner daran im positiven Sinn dran zu knabbern. 

Spendenkonto: Tierschutzverein Butzbach und Umgebung; Sparkasse Oberhessen; IBAN: DE68 5185 0079 0002 0005 39

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