Sanierung kostet mehr als vier Millionen

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Sanierung kostet mehr als vier Millionen

Vor einem halben Jahr brannte Hochhaus im Degerfeld / Alle Mieter der BWG haben Wohnung gefunden

BUTZBACH (thg). Ein halbes Jahr nach dem Brand im Mehrfamilienhaus der Butzbacher Wohnungsgesellschaft (BWG) in der Pohl-Gönser Straße 5 erinnerten in einem gemeinsamen Pressegespräch der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Michael Merle und der Geschäftsführer Alexander Kartmann an die Ereignisse des 25. Februar. Gegen 16.00 Uhr waren damals die Einsatzkräfte an den Ort des Geschehens gerufen worden. 

Am 2. August begannen die Sanierungsarbeiten, so Kartmann (weiterer Bericht folgt). Die Schadenshöhe liege in einem siebenstelligen Euro-Bereich. Für die Sanierung seien mehr als vier Millionen Euro zu veranschlagen. Dabei werden die Lagerräume als oberstes Geschoss, in dem seinerzeit das Feuer ausgebrochen war, entfernt. Das Gebäude wird somit etwas niedriger als zuvor, hat aber immer noch 27 Wohnungen. 

Besonders wichtig war Kartmann und Merle der Dank, den sie allen Einsatzkräften und Helfern aussprachen, die in der Brandnacht und in den Wochen danach im Einsatz waren und den Mietern, aber auch der BWG zur Seite standen. 

„Ohne die Leistung anderer herabzusetzen“, so Kartmann, „sind als erstes die Freiwilligen Feuerwehren zu nennen, natürlich mit unseren heimischen Wehren an vorderster Front, die den Großteil der Arbeit zu erbringen hatten, im brennenden Gebäude ihren Dienst verrichteten und die Menschen in Sicherheit brachten.“ Alle Butzbacher Wehren seien beteiligt gewesen. Großer Dank gebühre auch den Wehren aus Bad Nauheim, Pohlheim und Bad Vilbel die ebenfalls an den Lösch- und Rettungsarbeiten beteiligt waren.

Die Liste der Helfer in der Einsatznacht sei lang. Die Feuerwehren, die Rettungsdienste und die Notärzte des Wetteraukreises, die Polizei, das Technische Hilfswerk oder die Notfallseelsorge – alle trugen ihren Teil dazu bei, dass bei allem Unglück keine Menschen beim Brand zu Schaden kamen und der Einsatz und die Versorgung der Menschen so gut vonstatten ging.

„Ich möchte auch den privaten Helferinnen und Helfern danken. Durch Familie, Freunde, Nachbarn, aber auch Fremde, konnte den betroffenen Mietern gleich ein Obdach für die Nacht und die Wochen danach besorgt werden“, so Bürgermeister Merle. 

Der Dank gelte auch, so Kartmann, dem Magistrat mit dem Bürgermeister und den Mitarbeitern aus der Verwaltung, die Notunterkünfte organisierten, bei der Koordination halfen und auch bis tief in die Nacht vor Ort waren und etwa die Kita Alte Pusteblume, das jetzige Kinderhaus „Bullerbü“ für Mieter und Helfer offen hielten.

„Trotz aller Sorge in der Brandnacht war ich vom Zusammenspiel der Rettungskräfte und Helfer sehr beeindruckt und hatte vor allem immer das Gefühl, nicht allein zu stehen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, auch bei denen, die möglicherweise in der vorangegangenen Aufzählung fehlen“, so Kartmann. 

„Nicht vergessen wollen wir auch, alle Spender, die über Sach- oder Geldspenden die Mieter unterstützt haben“, so Merle und Kartmann. Unter anderem hätten die Schausteller Anfang März beim Faselmarkt für die Betroffenen gesammelt. 

Ferner nannte Kartmann die Mitarbeiter der BWG, die die Hauptlast der Arbeit in den nachfolgenden Wochen und Monaten zu tragen hatten. „Diese Arbeit war in erster Linie dadurch geprägt, den Mietern, sofern gewünscht, eine neue Unterkunft zu organisieren und die Räumung und Lagerung der verbliebenen Habseligkeiten zu koordinieren und dabei auch mit anzupacken.“ Auch in dieser Zeit hätten viele freiwillige Helfer zur Verfügung gestanden, die beispielsweise beim Umzug oder Ausräumen der Wohnungen halfen.

„Bei aller Tragik und allen Schwierigkeiten hat die Arbeit in den Wochen nach dem Brand, wenn nicht Spaß gemacht, dann doch zu professioneller Zufriedenheit geführt.“ Die BWG sei in der Lage gewesen, auch mit externer Hilfe, viele Mieter „sehr zeitnah“ in anderen Wohnungen unterzubringen und anderen Mietern, die zunächst privat untergekommen sind, ein Wohnungsangebot in naher Zukunft zu unterbreiten. Ab
1. August waren so alle Mieter wieder dauerhaft mit Wohnraum versorgt. 

Gleichzeitig funktioniere die Zusammenarbeit zwischen der Gebäudeversicherung und der von ihr eingesetzten Baufirma, den lokalen Handwerkern und Umzugsunternehmen wie auch der BWG-Mitarbeiter einwandfrei und ohne Verzögerungen. „Wenn man die Menschen gebraucht hat, waren sie zur Stelle“, so Kartmann, der auch einen Dank an die Mitglieder des Aufsichtsrats und der städtischen Gremien richtete, die ihm und der BWG „den Rücken frei gehalten“ hätten. 

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