Schulleiter Gottlieb Burk 40, Claudia Dornseifer 25 Jahre im Dienst

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Schulleiter Gottlieb Burk 40, Claudia Dornseifer 25 Jahre im Dienst

Führungsduo der Gabriel-Biel-Schule Butzbach feiert Jubiläum / Ziel ist es, jedem Kind zu helfen

BUTZBACH (thg). Gleich zwei Jubiläen gibt es an der Gabriel-Biel-Schule in Butzbach zu feiern. Schulleiter Gottlieb Burk ist seit 40 Jahren im Schuldienst, seine Stellvertreterin Claudia Dornseifer seit 25 Jahren. Auf die sonst übliche Übergabe der Urkunde für vier Jahrzehnte Dienst verzichtete das Schulamt, aber dessen Leiterin bescheinigte Burk in einem beigelegten Schreiben, er sei in seiner Tätigkeit „beispielgebend für viele andere“. Dornseifer erhielt ihre Urkunde vom Schulleiter. 

Noch bis zum Sommer ist Burk im Amt, dann geht er in den Ruhestand – mit 67 Jahren. Denn um die Strukturierung der Modellregion Inklusion in der Wetterau weiterzuführen, folgte er dem Wunsch, zwei Jahre länger als vorgesehen Schulleiter zu bleiben. Butzbach bleibt dann eins von drei statt bisher fünf regionalen Beratungs- und Förderzentren (BFZ) im Schulamtsbezirk Hochtaunus/Wetterau. Die Schule wird dann auch wieder eine kleine Anzahl an Schülern aufnehmen.

Als Burk sein Studium der Sonder- und Heilpädagogik begann, wurden diese Fachleute gesucht, als er 1981 die zweite Staatsprüfung abgeschlossen hatte, gab es zunächst keine Stelle für ihn. Doch hatte er Glück und unterrichtete unter anderem in den Justizvollzugsanstalten in Butzbach und Rockenberg. Indem sich der Ober-Mörlener auf so genannte Funktionsstellen bewarb, gelangte er dann ab 1984 in den Schuldienst, zunächst in Frankfurt. Dort wurde er 1992 Konkrektor an der Hallgartenschule. Als dann ein Rektor an der Heinrich-Kielhorn-Schule in Wehrheim gesucht wurde, bewarb er sich und leitete sie ab Dezember 2001 bis Dezember 2012, als er dann als Schulleiter nach Butzbach wechselte. 

In den 90er Jahren gab es bereits die Ansätze der Inklusion, berichtet Burk.  Damit habe man in Frankfurt frühzeitig begonnen, aber mit der Modellregion Inklusion habe die Wetterau Frankfurt weit überholt. 

Als seinen Schwerpunkt sieht der Pädagoge den Übergang der Schüler in die Berufswelt. In Wehrheim sei es ein vorbildliches Arbeiten gewesen, Schüler, „die schon abgeschrieben waren“, noch zu einem Abschluss zu führen. 40 bis 50 Prozent der Betroffenen schafften einen Hauptschulabschluss, den vorher keiner von ihnen erreicht hätte. Ähnlich sei das Projekt „My Way“ an der Gabriel-Biel-Schule, das Dornseifer umsetzt. Seine Zeit in Wehrheim fiel mit dem Beginn der Inklusion zusammen, sodass dort ein Abbau der Schule bevorstand. Er entschied sich aber dafür, dies in Butzbach umzusetzen und erfüllte dies nach einer Anfangsphase im guten Miteinander mit der Lehrerschaft. 

Mit dem Sport hat Burk, sein „Hob-by zum Beruf gemacht“, wie er sagt. Unter anderem organisierte er bereits in Frankfurt Schulwettkämpfe in sechs Sportarten, unter anderem im Mädchenfußball. Er war dort als Schulsport-Koordinator tätig und initiierte auch Spenden- und Charity-Sportveranstaltungen für die Förderschulen – darunter ein 5000-Meter-Lauf durch die Stadt. 

Dornseifer wollte Haupt- und Realschullehrerin werden, gebraucht wurden aber Förderschullehrer. So absolvierte sie auch diesen Bereich im Studium und startete nur vier Tage nach der Prüfung an der Hans-Thoma-Schule in Oberursel. Wegen der Nähe zu ihrem Wohnort Pohlheim und weil sie ein kleines Kind hatte, kam 2002 die Versetzung an die Gabriel-Biel-Schule und übernahm Leitungen in den Klassen sieben bis neun. Dort wurde sie 2015 Konrektorin. 

Intensiv werde an der Schule am Übergang in den Beruf gearbeitet, sie gehörte zu den ersten mit dem Gütesiegel Berufsorientierung. Über das BFZ ist sie an der Berufsschule Butzbach tätigt. Das Projekt „My Way“ ist für sie ein „Herzensding“. Die Kooperation mit dem Wetteraukreis befindet sich derzeit im dritten kompletten Durchgang. Sie richtet sich an schulvermeidende Schüler ab dem achten Jahr des Schulbesuchs und kombiniert Lerninhalte mit der Praxis und unter anderem sozialpädagogischer Betreuung und Elternberatung. 

Außerdem hängt Dornseifers Herz an der Kunst. Unter anderem ist sie seit dem Hessentag an der Schuldokumenta beteiligt. Auch an der Berufsschule widmet sie sich dem Thema. 

Dass wegen Corona derzeit größtenteils kein Präsenzunterricht stattfindet, macht es Schülern, die Förderbedarf haben, nicht eben leichter. Wie Burk und Dornseifer berichten, gebe es viele, die nun überhaupt nichts mehr machten. Sie würden abgehängt, wenn auch zu Hause wenig Unterstützung möglich ist. Es falle ihnen schwerer als anderen, selbständig zu arbeiten. Manchmal fehlten die technischen Geräte wie ein Drucker oder es gebe auch nur einen Computer im Haus für mehrere Nutzer. Und auch die Handhabung der Tablets vom Kreis müsse erläutert werden. Die Probleme zeigten sich massiv bei Schülern und Familien, die das BFZ betreue. Für die Lehrkräfte sei es mitunter schwierig, Kontakt zu halten oder überhaupt aufzunehmen. Aber es sei möglich, Schüler stundenweise in die Schule zu bestellen. Damit hat Dornseifer bei „My Way“ gute Erfahrungen gemacht, und auch der Online-Unterricht habe gut funktioniert. 

Wichtig ist den beiden Pädagogen, dass sie jedem Kind helfen möchten. Nicht für alles gebe es Erfahrungen und es müsse auch mal unorthodoxe Lösungen geben. Und das sei bislang stets gelungen. 

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