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Schutz vor Hochwasser absehbar

KLEINE BACH – Großflächige Rückhaltung an der Griedeler Straße könnte im Jahr 2021 umgesetzt werden

BUTZBCH (thg). Kleine Bach – große Wirkung, heißt es bei Starkregen, denn bei solchen Ereignissen ist in Griedel mit „Land unter“ zu rechnen. Ein Hochwasserschutz entlang des Bachlaufs scheint nun erreichbar. 2021 könnte ein Rückhaltebecken geschaffen werden, das Entlastung für den Griedeler Abschnitt des Bachs bietet. Aber es sind noch Fragen offen, wie Thorsten Rausch von der Energie und Versorgung Butzbach am Mittwoch im Um-
weltausschuss der Stadtverordnetenversammlung deutlich machte. Unter anderem die nach den Kosten: Die Variationsbreite reicht von einer halben bis zu 2,2 Millionen Euro. 

Im Zuge der Analysen und Planungen sind auch verschiedene Behörden unter anderem des Regierungspräsidiums beteiligt, wie Rausch erläuterte. Die Erarbeitung des ökologischen Leitfadens erfolge in Butzbach erstmals in der Wetterau, und die Ämter verlangten auch, dass der Bach nicht allein, sondern im Verbund mit dem Schorbach und der Wetter zu betrachten sei. Mit den ins Auge gefassten Arbeiten würde die Wetter bis auf die natürliche Zuflussmenge entlastet. 

Am Bachlauf neben der Griedeler Straße in Butzbach, nahe der „Spinne“ Europaplatz und vor dem Baumschulgelände könnte in einer Senke ein Retentionsbecken mit entsprechendem Damm gebaut werden. Dies ist die Lösung, die Rausch favorisiert. Die Folgen eines Regenereignisses wie es nur alle 50 Jahre vorkommt, könnten damit abgemildert werden. 35 000 bis 50 000 Kubikmeter Wasser aus dem Bach könnte das Becken fassen. In den weiteren Verlauf würden dann ein bis höchstens zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde weiterfließen und damit die Überschwemmungsgefahr deutlich senken. Wobei Rausch zu bedenken gab, dass bei einem solchen Starkregen „jeder zu Hause zu tun hat“ und im Keller Wasser habe. 

Rausch erläuterte, dass die Schaffung dieses Beckens der erste Schritt sei. Maßnahmen am Bach-Oberlauf aus Richtung Innenstadt sollten erst danach folgen. In früheren Untersuchungen waren nahe der Sankt-Florian-Straße Rückhaltemaßnahmen vorgesehen. Rausch ergänzte, dass die Entwicklung der Neubaugebiete in der Innenstadt, aber etwa auch das neue Bauzentrum mit der Auflage genehmigt worden seien, Wasserrückhaltebecken anzulegen. Denn auch Oberflächenwasser aus dem Innenstadtgebiet speist das Gewässer, wie aus einer Übersichtskarte hervorgeht. Es entspringt am Schrenzer, fließt zur B3, wird dann verrohrt und kommt erst wieder in der „Dall“ zutage. 

Für die Anlage des Rückhaltebeckens müssen noch Grundstücke angekauft werden, da die Stadt nicht die gesamte Fläche besitzt. Gespräche würden bereits geführt. Rausch wies darauf hin, dass es dort wesentlich bei Ackerland bleibt, die Wasserfläche entstehe nur bei Hochwasser. Aber es könnte auch ein kleiner bleibender Weiher angelegt werden mit Möglichkeiten der Naherholung. Es handele sich aber um ein Bauwerk mit einem entsprechenden Damm, ein Überlauf ist vorgesehen, eine Drossel werde eingebaut. Die Anlage müsse auch gepflegt, gewartet und kontrolliert werden. 

Bis Ende September wollen sich die Behörden mit dem Vorschlag befassen, dann folge die Feinabstimmung. Im kommenden Jahr soll die Planung in die Wirtschaftspläne und den städtischen Haushalt eingearbeitet werden, im Jahr 2021 soll die Ausführung folgen. Weitere Maßnahmen am Gewässer wie Sohlestufen in Richtung Griedel oder eben aus Richtung Oberlauf könnten sich dann 2022 anschließen. Für das in Griedel geplante Baugebiet südlich der Hochstraße sagte Rausch, dass das Wasser von dort nicht durch den Ort, aber auch nicht zum Schorbach, sondern direkt in die Wetter geleitet werden soll. 

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