Leserbriefe: Korrekte Adresse hilft nicht immer Betr.: Postzustellung
18. Oktober 2021
Pfarrer Hinke wünscht Gottes Segen
18. Oktober 2021

„Sie haben Kirche mitgestaltet“

BUTZBACH. Der Kirchenchor der Gemeinde Sankt Gottfried wurde am Sonntag verabschiedet.Text + Foto: kip

Kirchenchor von St. Gottfried wurde verabschiedet / Dank für Gesang und helfende Hände

BUTZBACH (kip). Der Dank der Gemeinde stand im Mittelpunkt, als im Sonntagsgottesdienst in der Pfarrei Sankt Gottfried der Kirchenchor verabschiedet wurde. Fast 75 Jahre hat er die Gemeinde bei Gottesdiensten und Feiern durch seinen Gesang erfreut. Doch nun war aufgrund des Alters der Chormitglieder und der langen coronabedingten Pause die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen.

Die meisten Chormitglieder waren im Rentenalter, der Altersdurchschnitt betrug knapp 78 Jahre. Viele von ihnen waren schon sehr lange dabei. Doch nach 20 Monaten Coronapause war manche Stimme „eingerostet“ und man hatte gemeinsam entschieden, jetzt keinen Neustart mehr zu wagen. 

Gerne hätte der Chor den Abschiedsgottesdienst musikalisch noch einmal mitgestaltet, aber auch das war unter den gegebenen Umständen nicht möglich. So saßen die aktuell 29 Sängerinnen und Sänger diesmal nicht auf der Orgelbühne, sondern ohne Chorgesang in den vorderen Kirchenbänken mit dem üblichen Abstand. Dass es neben der Orgelmusik von Chorleiterin Anja Ruppert ein musikalisches Highlight gab, war dem Musiker Martin Zörb zu verdanken, der viele Male mit dem Chor zusammen in der Kirche aufgetreten war und mit Querflöte und Saxophon die Messfeier mitgestaltete. Nicht nur beim Chor, auch bei vielen anderen Gemeindemitgliedern kamen Erinnerungen daran auf, als er „Bleib mit deiner Gnade bei uns“ spielte, das er häufig zusammen mit dem Chor dargeboten hatte. 

Doch nicht der Abschied, sondern der Dank sollte im Mittelpunkt der Messfeier stehen, betonte Pfarrer Tobias Roßbach. „Sie haben der Gemeinde mit Ihren Begabungen gedient. Sie haben Ihren Platz in der Gemeinde gefunden, und mit viel Herzblut, Liebe und Hingabe gesungen, aber sich oft auch still im Hintergrund engagiert.“ Unzählige Proben seien nötig gewesen. Nach der abendlichen Christmette am folgenden Weihnachtstag auch noch im Hochamt zu singen – das war für den Chor lange selbstverständlich, nannte der Pfarrer ein Beispiel für das enorme Engagement der Sängerinnen und Sänger. 

Nicht für sich selbst, sondern zur Ehre Gottes und für die Gemeinde habe der Chor sich eingebracht, und das auch weit über den Gesang hinaus. „Wenn Hilfe in der Gemeinde gebraucht wurde, waren Sie ganz selbstverständlich da.“ So waren die helfenden Hände der Chormitglieder über Jahrzehnte bei Gemeindefesten und Jubiläen, bei der Fastnacht, beim Ostereieressen und vielen anderen Anlässen aktiv. Und vor einigen Jahren bekam das Gemeindehaus durch sie einen frischen Anstrich. „Sie haben Kirche mitgestaltet und Sie gestalten weiter mit“, wagte der Pfarrer einen Blick in die Zukunft. Denn auch, wenn das Ende des Kirchenchores eine Lücke in der Gemeinde reiße, würden die einzelnen Mitglieder doch auch weiterhin da sein und sich einbringen, so seine Hoffnung. „Sie haben ein Beispiel für das Dienen im Sinne Jesu Christi gegeben. Für die langen Jahre des Singens, des Daseins und des Helfens sagen wir Ihnen ein herzliches Danke und Vergelt’s Gott!“

Ein großer Empfang war coronabedingt nicht möglich. So konnte die Gemeinde ihren Dank nur in einem herzlichen Applaus im Gottesdienst zum Ausdruck bringen. Im Anschluss trafen sich die Sängerinnen und Sänger noch im beschränkten Rahmen im Gemeindehaus zu einem gemütlichen Beisammensein. Denn die Geselligkeit und die Gemeinschaft waren der Runde neben dem Gesang immer sehr wichtig und werden sicher auch in Zukunft im kleineren Rahmen weiter gepflegt werden.

Comments are closed.