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„Sofort die 112 anrufen“

Prävention Gesundheitszentrum Wetterau klärt in Butzbach über Schlaganfall-Symptome auf

BUTZBACH (thg). Vier Stunden lang machte der rote Doppeldeckerbus der Aufklärungskampagne „Herzenssache Schlaganfall“ am Mittwoch auf dem Butzbacher Marktplatz Station. Rund 100 Interessierte nutzten die Gelegenheit zur Blutdruckmessung, zu einer Bestimmung des Blutzuckers oder zu einer Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader. In einem Fall stellten die beteiligten Mediziner fest, dass sich das Gefäß sehr zugesetzt hatte und weitere ärztliche Behandlung notwendig ist.

Professor Dr. med. Tibo Gerriets, Chefarzt der Schlagfalleinheit (Stroke Unit) des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) im Bürgerhospital Friedberg führte gemeinsam mit dem Kardiologen des GZW, Professor Dr. Reinhard Voss, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Schotten, und der Internistin und Diabetologin Dr. Isa Martin der GZW Diabetes-Klinik Bad Nauheim Informations- und Beratungsgespräche am Bus. Unterstützt wurden die Ärzte vom Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, dessen Einsatz Amtsarzt Dr. med. Reinhold Merbs vom Fachdienst Gesundheit und Gefahrenabwehr des Wetteraukreises koordinierte.

Gerriets berichtete dass an den vorherigen Stationen in der Wetterau in dieser Aktionswoche schon fünf Patienten mit verengter Halsschlagader festgestellt worden seien, bei zwei davon so, dass eine Operation notwendig ist. Bei einer Patientin sei schwerer Diabetes festgestellt worden, ohne dass sie es ahnte. In Butzbach kamen mehrere Besucher an den Bus, die Herzrhythmusstörungen aufwiesen, außerdem ein Fall mit „grenzwertigem“ Diabetes.

Wenn am Bus entsprechende Krankheitsbilder festgestellt werden, empfiehlt das Ärzteteam dringend die weitere Untersuchung bei einem niedergelassenen Arzt. Oft kämen Menschen, die keinen Hausarzt hätten, aber dieses „niederschwellige Angebot“ nutzen, um ihren Gesundheitszustand überprüfen zu lassen.

Unter anderem informierten die Mediziner über Risikofaktoren und Warnzeichen eines Schlaganfalls, die auch in einer Broschüre des GZW beschrieben sind. Risikofaktoren, die zu einem Schlaganfall führen können, sind laut Gerriets hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Vorhofflimmern, was nicht immer leicht zu erkennen sei.

Einige eindeutige Symptome eines Schlaganfalls sind Sprachstörungen, schiefer Mund, halbseitige Lähmungen, halbseitige Gefühlsstörungen, Gangunsicherheit, Sehstörungen und plötzliche stärkste Kopfschmerzen. „Wenn Anzeichen auftreten muss sofort die 112 angerufen werden“, empfahl Gerriets eindringlich. „Wer früh behandelt wird, hat die besten Karten“, sagte er bezogen auf Heilungschancen. Der Rettungsdienst in der Wetterau sei
extrem gut ausgebildet. Die Mitarbeiter könnten Schlaganfall sehr gut erkennen und brächten den Patienten direkt in die nächste Schlaganfall-Station, die freie Betten hat. Internetgestützt hat der Rettungsdienst Zugriff auf diese Information. Komme man als Patient selbst in ein Krankenhaus, in dem alle Betten belegt sind, verliere man wertvolle Zeit.

Die Broschüre gibt es unter anderem online unter www.gz-w.de im Bereich Downloads.

Last Updated on 12. September 2017 by Lothar Müller

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