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Sommerspezial der Reihe „Wir sind Butzbach“

Vielleicht erinnern Sie sich, im vergangenen Jahr hatte ich unmittelbar zu Beginn der Sommerferien einige Butzbacher befragt, wie sie die bevorstehenden Sommerwochen verbringen und wohin sie gegebenenfalls in den Urlaub fahren. In diesem Jahr möchte ich den Spieß umdrehen und erfragen, wie der ausklingende Sommer für sie war, wohin sie womöglich gereist sind und was sie dort erlebt haben. Zunächst frage ich die Butzbacher Förderschulpädagogin Elke Ludwig, was sie in den letzten sechs Wochen erlebt hat.

Elke Ludwig: Zunächst waren unsere Kinder bei meiner Schwiegermutter in Berlin, sodass ich erst einmal ein paar Momente zum Durchschnaufen hatte. Dann haben mein Mann und ich sie dort abgeholt, sind ein paar Tage geblieben und haben mit den Kindern noch Einiges unternommen, z.B. die Filmstudios in Babelsberg besucht. Noch beeindruckender fanden wir aber den Tag in den „Körperwelten“. Mich hat diese Ausstellung ex-trem beeindruckt und zum Nachdenken über das eigene Dasein, über Glück, Stress und Stressbewältigung angeregt. Mein Mann und ich haben uns zudem einen wunderbaren „Auszeit-Tag“ im Norden Berlins gegönnt und haben den Liepnitzsee umwandert.

Den muss man nicht kennen, oder?

Elke Ludwig (lacht): Nein, aber das war ja gerade das Tolle daran, dass es kein „Touri-See“ ist. Die Stille dort war absolut faszinierend, enorm wohltuend und hat auch ihren Teil dazu beigetragen, nach der hektischen Zeit vor den Ferien wieder „runter“- bzw. zu mir zu kommen.

Das heißt, Ihr wart jetzt nicht klassisch am Stück zwei Wochen im Urlaub, wenn ich das richtig verstehe.

Elke Ludwig: Stimmt. Wir hatten überlegt, am Ferienende noch kurzfristig etwas zu buchen, uns aber dann doch dazu entschlossen, die Zeit lieber in unsere Haus-Renovierungsarbeiten zu investieren und sind den Rest der Ferien hier geblieben. Der Fokus lag auf den Kinderzimmern, die wir komplett ausgeräumt und in „Rohbauzustand“ versetzt haben, um sie dann neu zu gestalten, inklusive neuer Fenster. Seitdem wohnen die Kinder im Wohnzimmer und wir arbeiten daran, dass sich das bald wieder ändert.

Habt Ihr Euch dann wenigstens die Baustellenpausen einigermaßen versüßt?

Elke Ludwig: Ja, wir hatten einen kleinen Pool im Garten, haben aber auch die naheliegenden Freibäder aufgesucht. Wir waren mehrfach im Open-Air-Kino und viel joggen und ich habe Zumba getanzt. Hinzu kamen noch ein paar Kurzausflüge nach Marburg (Kunstausstellung) oder Wetzlar (Kultkneipe „Vinyl“). Das einzig Doofe am Sommer war, dass ich beim Open-Air-Bingo wieder nichts gewonnen habe … (lacht)

Am Butzbacher Marktplatz angekommen, beliefere ich schnell Mareike Klopsch in der Liebig-Apotheke mit Werbeplakaten für meine Leseshow in der Maibacher Bücherei am 3. September. Ich nutze die Gelegenheit, auch sie nach ihren Sommererlebnissen zu fragen.

Mareike Klopsch: Ich war mit meinem Mann, unseren drei erwachsenen Töchtern und zwei dazugehörigen Partnern – also zu siebt – in Zandvoort in den Niederlanden. Wir hatten im dortigen „Centerparc“ ein großes Ferienhaus mit vier Schlafzimmern und hatten wirklich eine schöne Zeit zusammen, wenn auch mit etwas wechselhaftem Wetter. Dennoch konnten wir immerhin drei wunderbare Strandtage dort genießen. Wer schon mal dort war, weiß, wie riesig breit und weitläufig die Strände dort sind, kein Vergleich zu dem, was man aus Spanien, Italien oder sonst wo her kennt. 

Was habt Ihr jenseits des Strandes unternommen? 

Mareike Klopsch: Wir waren viel mit den Fahrrädern unterwegs, haben den benachbarten und wirklich entzückenden Ort Haarlem besucht und waren einmal auch in Amsterdam. Das war der Tag, an dem mein Mann Geburtstag hatte und meine Kinder ihm eine Fahrt im Grachtenboot geschenkt haben. Aber nicht auf so einem Touristenkutter, sondern in einem kleinen, eigenen Motorboot, das er selbst steuern durfte und auf dem nur wir sieben mitfuhren. Das hatte schon was. Die zweite Woche meines Urlaubes habe ich dann bei mir zu Hause im schönen Maibach genossen.

Wie sieht Urlaub in Maibach für Dich konkret aus?

Mareike Klopsch: Morgens ein wenig im Haus oder Garten rumwuseln und spätestens ab 12 Uhr ins Freibad gehen und dort den Rest des Tages verbringen. Nicht nur wegen des Pools, nein, die Gäste werden dort ja von Maria – der Besitzerin des „Da Rosetta“ – nach Strich und Faden mediterran verwöhnt. Ein Genuss! 

Ist urlaubsmäßig was für Herbst/Winter geplant? Da ist ja das Maibacher Schwimmbad geschlossen …

Mareike Klopsch: Ja, mein Mann und ich werden – gemeinsam mit einer Clique, zu zehnt – im Herbst die Alpen überqueren. 

Du meinst die Maibacher Schweiz …?

Mareike Klopsch: (lacht) Nein, die echten Alpen. In einer Woche laufen wir vom Tegernsee nach Sterzing. Aber die Senioren-Variante … (lacht) Also mit Gepäcktransport und Übernachtungen in guten Hotels. Mein Mann meinte, er war lang genug bei der Bundeswehr, er brauche in seinem Alter nicht mehr mit zehn Personen in einem Raum zu schlafen (lacht). Eine gute Entscheidung, glaube ich, gerade weil ja jüngst in der BZ der Artikel über die vermehrte Präsenz von Wanzen in Berghütten war …

Nun bist Du seit zwei Wochen schon wieder im Dienst der Apotheke. Ist die Ferienzeit für Euch spürbar ruhiger als sonst? 

Mareike Klopsch: Ja, schon. Mit Ferienbeginn sind naturgemäß weniger Butzbacher vor Ort und auch bei uns ist etwas weniger los, das merkt man schon. Als es jetzt Mitte/Ende Juli so heiß war, kamen dann aber doch einige mit Kreislaufproblemen und auch Kopfschmerzmittel waren im Schnitt etwas gefragter als sonst. Das hielt sich aber alles im Rahmen.

Ich verlasse die Apotheke und mache mich auf den Weg in Richtung Bahnhofsunterführung, um westlich der Schienen im Reisebüro Hauns eine absolute Reisefachfrau, Monika Kirschner, nach ihren persönlichen, aber auch beruflichen Einschätzungen zum Sommer 2019 zu befragen. 

Liebe Moni, Du hast für Deine Kunden stets Ideen und Vorschläge für tolle Urlaube, wo aber hat die Reisefachfrau selbst Urlaub gemacht? 

Monika Kirschner: In diesem Sommer waren wir wegen meiner pflegebedürftigen Eltern leider etwas eingeschränkt und konnten nicht länger am Stück unterwegs sein. Wir haben es uns aber hier in Deutschland gut gehen lassen, vor allem kulinarisch. Zunächst waren wir ein paar Tage im Fränkischen und haben „Schäufele“ und „Kloß mit Soß’“  genossen. Mein Mann und ich lieben die fränkische Küche. Der zweite Trip ging dann an die Kieler Förde, wo wir uns intensiv mit der heimischen Fischküche beschäftigt haben. Das war die Woche, in der es so super heiß war, insofern tat die leichte Brise dort gut, wobei auch die Einheimischen alle gesagt haben, dass sie eine solche Hitze an der Küste noch nie erlebt haben. Darüber hinaus habe ich es genossen, in meinem heimischen Garten zu sein, zu wandern oder unterhalb des Hausberges – mit Panoramablick – spazierenzugehen. Irgendwann, wenn wieder mehr Zeit ist, habe ich noch meinem Traum, San Francisco, auf der Reise-To-Do-Liste.

Kommen wir zum Beruflichen, was waren bei Euch im Reisebüro die „Renner“ in diesem Sommer?

Monika Kirschner: Bei uns sind traditionell die USA stark gefragt, was aber an der Historie des Reisebüros Hauns liegt. Dafür war es schon immer bekannt und dafür kommen die Kunden auch von weiter her zu uns. Wir haben sogar USA-Kunden aus Göppingen oder München, die ganz gezielt über uns buchen.

Was macht Euch da so besonders?

Monika Kirschner: Wir haben viele individuelle Amerika-Rundreisen – jenseits aller Standard-Katalog-Angebote – in petto, die wir dann jeweils noch individuell abändern können. Der Trend zu mehr Individualität ist ja ungebrochen, dennoch empfiehlt es sich z.B. Camper und die benötigten Stellplätze vorab zu buchen. All das bieten wir als Service mit an. Was den europäischen Raum angeht, war Griechenland wieder stark gefragt, aber auch Kroatien und Italien. Auch die Nachfrage nach europäischen Kreuzfahrtreisen ist weiterhin sehr groß. Bei Mallorca wiederum haben wir das Gefühl, dass es in der Hauptreisezeit etwas schwächelt, dass die Leute vermehrt in die Vor- oder Nachsaison gehen, um dem Touri-Trubel etwas aus dem Weg zu gehen. Für den Früh-Herbst habe ich gerade wieder ein paar Anfragen auf dem Tisch, die ich heute noch bearbeiten werde. Aber wenn Du fragst, was uns „besonders“ macht: Mittlerweile kommen auch immer Kunden zu uns, weil wir im Payback-Verbund sind und es somit bei einer Buchung über uns richtig Punkte gibt.

Da die nächsten Kunden schon in der Sitzecke am Fenster geduldig warten, möchte ich Monika Kirschner nicht länger aufhalten und gehe zurück in Richtung Marktplatz, wo mir Dietmar Gillmann, Küster der Sankt-Gottfried-Gemeinde, in die Arme läuft und mir noch kurz Rede und Antwort steht. 

Wie war Ihr Urlaub, Herr Gillmann?

Dietmar Gillmann: Meine Urlaubreise liegt schon etwas zurück, ich war im Mai mit meiner Frau und meiner Tochter auf Ibiza. Da waren wir schon des Öfteren und fahren immer wieder gerne hin. Dann waren wir noch mal für einen Kurztrip in Thüringen und haben uns Erfurt sowie die Skisprungschanzen in Oberwiesenthal angeschaut. Anfang September bin ich dann noch einmal mit der Kirchengemeinde unterwegs, die traditionelle Fünf-Tagesfahrt steht an, unter der bewährten Leitung von Michael Kroes. Diesmal geht es ins Allgäu.

Wie haben Sie die Sommerwochen dann hier in Butzbach gestaltet?

Dietmar Gillmann: Ich habe seit einiger Zeit ein E-Bike mit dem ich sehr gerne unterwegs bin. Ansonsten gab es bei  Sankt Gottfried viel für mich zu tun, angefangen mit dem besonderen Gottesdienst hier am Marktplatz an Fronleichnam, dann das Jubiläum unserer Ordensfrauen in Butzbach, bis hin zur Primiz des neuen Butzbacher Priesters Maximilian Eichler. Das waren sehr arbeitsintensive, aufregende, aber auch schöne Tage. 

Merkt man es den sonntäglichen Gottesdiensten sofort an, wenn Ferien sind?

Dietmar Gillmann: Was die Besucherzahl angeht, natürlich, vor allem die Familien fehlen. Ansonsten hat auch der Butzbacher Pfarrer mal Urlaub und wird vertreten. Viele Jahre lang hat diese Urlaubsvertretung Pfarrer Cajetan Ehiem aus Nigeria übernommen. In diesem Jahr hat das aber nicht geklappt, so dass der Neu-Pfarrer Maximilian Eichler netterweise die Vertretung von Pfarrer Roßbach übernommen hat. 

Als Fußball-Schiri waren Sie in den letzten Wochen aber sicher nicht im Einsatz, schließlich pausiert die Punktspielrunde im ganzen Kreis …

Dietmar Gillmann: Doch. Es gibt ja in dieser Zeit einige Stadtpokal- oder Vorbereitungsspiele. Ich habe seit Mitte Juli schon wieder gut 20 Spiele geleitet. 

Fußballschiri Dietmar Gillmann gibt nun auch den Schlusspfiff zu diesem „Wir sind Butzbach“-Sommerspecial.

Hinweisen möchte ich noch darauf, dass der Vorverkauf für die große „Wir sind Butzbach“-Show am 7. Dezember schon prächtig angelaufen ist, über 350 Karten sind bereits verkauft. Wer noch dabei sein möchte, sollte sich zügig in die Buchhandlung Bindernagel begeben, nur dort gibt es die Karten. In zwei Wochen melde ich mich mit dem nächsten „regulären“ Einzelportrait.

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