Sophie-Lotte Immanuel offiziell in erste Stelle als Pfarrerin eingeführt

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Sophie-Lotte Immanuel offiziell in erste Stelle als Pfarrerin eingeführt

OBER-MÖRLEN/LANGENHAIN-ZIEGENBERG. Pfarrerin Sophie-Lotte Immanuel erhielt in der Dankeskirche Bad Nauheim von Propst Matthias Schmidt den Segen für die Arbeit in ihrer ersten Pfarrstelle. Foto: dom

Ordination in Bad Nauheim / Seit Jahresanfang in Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg tätig

OBER-MÖRLEN/LANGENHAIN-ZIEGENBERG (nns). Die Ordination von Ober-Mörlens und Langenhain-Ziegenbergs neuer Pfarrerin Sophie-Lotte Immanuel stand offenkundig unter einem guten Stern. Die Sonne lachte vom blauen Firmament, als sich für einen Festgottesdienst voll Freude, Zuversicht und Musik die Tür zur Bad Nauheimer Dankeskirche öffnete. Von Propst Matthias Schmidt in ihr Amt eingeführt und von den Kirchengemeinden im Kooperationsraum Ober-Mörlen/Bad Nauheim mit offenen Armen in ihrer ersten Pfarrstelle willkommen geheißen, berührte die junge Pfarrerin mit einer empathischen Predigt die Herzen.

„Seit ich mich erinnern kann, habe ich mit Pfarrern zu tun“, blickt die heute 32-jährige Pfarrerstochter mit einem Augenzwinkern zurück auf Pfarrer aller Sorten. Bei der Frage, welche Sorte Pfarrerin sie denn wohl werden möchte, wäre ein magischer Hut wie bei Harry Potter schön, mutmaßt die verheiratete Mutter zweier kleiner Kinder – vergisst aber auch nicht die Identitätskrise des Zauberlehrlings, als er eines Tages den sprechenden Hut fragt, warum er dem einen und nicht dem anderen Haus zugeteilt worden sei. „Du wolltest es so“, hatte Harry Potter erfahren. Ihr gehe es ähnlich, auch sie wolle selbst entscheiden, selbst gestalten, gestand lachend eine selbstbewusste junge Frau, die sich nach endlosen Eignungsfeststellungsverfahren just in Zeiten für den Pfarrberuf entschied, in denen sich Hiobsbotschaften nur so aneinanderreihten. 

„Erzähl bloß nicht zuviel von Dir“, sei ihr im Priesterseminar empfohlen worden. Natürlich stehe Gottes Wort im Vordergrund. „Aber will ich mich hinter dem Talar unsichtbar machen? Mich auf Armlänge weghalten?“ Wie wäre es gewesen, wenn Noah offen von seinem Alkoholproblem erzählt hätte, Hanna von ihrer Kinderlosigkeit oder David vom Ehebruch? „Mutig, manchmal schwer zu ertragen, aber ehrlich!“. Immanuel hat für sich entschieden, dass Distanz nicht ihr Weg sein kann. „Ich bin mit dem Herzen dabei, wenn Menschen von sich erzählen. Dann fühle ich mich verbunden, habe ein Flattern im Bauch.“ Die Kirche als Gemeinschaft sei es, die ihr Glücksgefühle mache. 

Leiten lassen will sich Immanuel von jenem Bild aus der Offenbarung des Johannes, das sie zum Ordinationsspruch wählte: „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet“. Das sei ihr Credo als Pfarrerin mit Authentizität: „Gottes Wort nicht leugnen: ganz unverschleiert, ungeschützt – volles Risiko! Niemals will ich das aufgeben!“ 

„Heute führt uns die Freude zusammen. Wie schön, dass Du da bist“, hatte es Pfarrerin Susanne Pieper zum Auftakt des Festgottesdienstes zur Ordination von Pfarrerin Immanuel auf den Punkt gebracht. Kurz zuvor hatte die neue Pfarrerin von Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg mit Propst Schmidt das durchsonnte Kirchenschiff durchschritten. Von der Empore ließen Friedbergs Kantor Ulrich Seeger und sein Ensemble harmonisches Gotteslob durch das Gotteshaus strömen, und immer wieder sollte im Laufe des festlichen Gottesdienstes auch Applaus die Freude über den besonderen Anlass bekräftigen. 

„Wir freuen uns über die neue Kollegin“, unterstrich in seinem Votum Pfarrer Rainer Böhm und wünschte, dass Pfarrerin und Gemeinde Freude aneinander haben mögen. Propst Schmidt ermunterte die Gläubigen, sich Corona zum Trotz an das viele Gute zu erinnern, beleuchtete den Werdegang von Pfarrerin Immanuel und erzählte auch von der „uneingeschränkten Empfehlung“ durch Lehrpfarrerin Hanne Allmansberger in Nidda. An den Anfang einer jeden ersten Pfarrstelle gehöre auch der Zweifel, räumte der Propst ein und wählte, um der jungen Pfarrerin Mut, Gelassenheit und tiefes Vertrauen zu wünschen, das Bild vom Pferd, das zwar seinen eigenen Mist macht, ihn aber auch unter großer Mühe selbst zum Düngen gen Acker zieht. 

Bildreich geriet nach der festlichen Amtseinführung von Pfarrerin Immanuel durch Propst Schmidt und die Segenswünsche der assistierenden Wegbegleiter auch das Grußwort von Dekan Volkhard Guth. Wie beim Gleichnis vom Fischen sei man auch im Miteinander der Kirchengemeinden aufeinander angewiesen. „Sie sind die erste Pfarrerin, die im neuen Kooperationsraum ordiniert wird“, kennzeichnete Guth den auch fürs Dekanat besonderen Tag. „Seien Sie uns willkommen. Es ist total schön, dass Sie hier sind“, unterstrich Guth, charakterisierte in Anlehnung an Martin Schnurs Mundartklassiker die „Werrerau als schie Gebiet“ und legte der Pfarrerin und ihrer Familie die neue Heimat mit Ausflugstipps in Buchform ans Herz.

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