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Spektakulärer Drehtag in Gambach

GAMBACH. Endlich ist es soweit: Die Hütte fliegt in die Luft. Text + Fotos: win

Letztes Update am

Film Regisseur Frank Schraml lässt es im Altstädter Feld krachen

GAMBACH (win). Wer die Ankündigung in Funk und Fernsehen verpasst hatte, der dürfte sich am Samstagnachmittag gewundert haben, als es im Gambacher Feld nahe der Autobahn einen mächtigen Rumms mit Feuer und viel Qualm gab. Die Insider wussten natürlich Bescheid, dass ein heißer Drehtag zum Krimi „Irrtum“ anstand. Und auch die ca. 130 Schaulustigen, die sich für das Event extra Tickets gekauft hatten, um dabei zu sein. Natürlich war auch der Hessische Rundfunk vor Ort, um abends in der Hessenschau über das Spektakel zu berichten. 

Knapp 20 Drehtage sind bereits im Kasten. Die neuesten Szenen wurden am vergangenen Samstag in einer Hütte auf einem Grundstück im Altstädter Feld in Gambach produziert. Dieses Mal sollte es den großen „Rumms“ geben, denn die Hütte flog – fachgerecht vom Profi Dieter Nicolai präpariert – mit lautem Getöse in die Luft und fackelte anschließend für die Filmaufnahmen kontrolliert ab, bis die Feuerwehr Gambach den Brand löschte. Den Zuschauern gefiel der Blick hinter die Kulissen gut. Sie hatten vorab Gelegenheit, sich am Set umzuschauen und sogar die Hütte vor ihrer Zerstörung von innen genau zu inspizieren. Auch Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer war mit ihrem Dienst-E-Bike am Set, um das Spektakel zu erleben.

Der coole Sprengmeister Nicolai, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Gambach, leistete ganze Arbeit. Er befüllte vier Luftballons von je einem Meter Durchmesser mit einer explosiven Mischung und platzierte sie in der eigens für die Dreharbeiten gebauten Hütte. Bis alles vorbereitet war, ging der halbe Tag ins Land. Immer wieder gab es Verzögerungen, die der akribischen Vorbereitung und den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen geschuldet waren. „There is no second chance for a first impression“. Regisseur Schraml überließ nichts dem Zufall. 

Bevor es zur eigentlichen Explosion kam, wurde vorab mit kleinen Ballons getestet. Die Probe ohne Explosion, aber mit Knalleffekt, war schon mal ordentlich laut. Hauptdarsteller Riccardo „Richie“ Conte und Frank „Frankie“ Schraml warfen sich gekonnt mit einem Hechtsprung aus der Hütte ins Gras. Und dann – drei, zwei, eins …. rumms! Die Hütte brennt ab, die Flammen schießen schnell empor. Schwarzer Qualm verdunkelt den Himmel und ist von der Autobahn aus zu sehen. Die Gambacher Feuerwehr rückte mit zwei Trupps beim Innenangriff mit Atemschutz sowie einem Außentrupp und rund 1300 Litern Löschwasser an. Nach knapp drei Minuten hatte sie das Feuer im Griff. 

Wie alles begann 

Manchmal ist es nur ein kurzer Weg vom Kopfkino zum Drehbuch. Und wenn man dann seine Freunde für die Idee begeistern kann, ist der Anfang gemacht. Ein Film entsteht. Genauso ist es Frank Schraml im letzten Sommer ergangen (die BZ berichtete). Schraml trommelte über 100 Freunde und Kollegen – unter ihnen auch der Kirch-Gönser Timo Nern – zusammen und erzählte ihnen von seiner verrückten Idee, einen Film drehen zu wollen. Inzwischen ist aus der verrückten Idee spontan ein großes Projekt geworden. Der Film wird zuerst im Internet auf Facebook oder Youtube zu sehen sein. Später soll er dann noch ins Kino kommen, so der Plan von Regisseur Schraml. Seit Mai ist auch der Roman zum Film im Handel erhältlich.

No-Budget-Film 

Das eigentlich Außergewöhnliche an diesem Projekt ist, dass der Film ohne Produktionsfirma und nahezu ohne Budget gedreht wird. Die Darsteller spielen unentgeltlich und nehmen teils weite Strecken auf sich, um beim Dreh dabei zu sein. Aber nicht nur Schauspieler, auch Profis von Bild und Ton sind mit im Boot. Nicht zu vergessen die Maskenbildnerinnen, die am Samstag stundenlang alle Hände voll zu tun hatten, um Schauspieler Tolga Topcu optisch in eine verbrannte Leiche zu verwandeln. 

Wer den heißen Drehtag am Set oder abends in der Hessenschau verpasst hat, kann ihn sich in der Mediathek noch einmal anschauen. Wie es weitergeht, kann bei facebook oder auf der Internetseite www.irrtum-derfilm.de verfolgt werden.

Der coole Sprengmeister Nicolai, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Gambach, leistete ganze Arbeit.

Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer war ebenfalls am Set, um sich das Spektakel anzuschauen.

Der Film-Aufnahmetag in Gambach wurde am Samstag von einer riesigen Menschenmenge verfolgt.

Das Kamera-Team auf der Suche nach einem neuen Standort zeigt das Bild oben.

 

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