St.-Elisabeth-Kapelle vor Schließung

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St.-Elisabeth-Kapelle vor Schließung

BUTZBACH/WIESENTAL. Die Kapelle Sankt Elisabeth im Franz Rettig Weg 1 des Butzbacher Stadtteils Wiesental kann zur Zeit nicht benutzt werden. Der Grund sind Rußablagerungen im Kircheninneren, die durch eine Kerze verursacht wurden, die nicht gelöscht worden war. Erbaut wurde die Kapelle 1955 auf Initiative von Pfarrer Franz Rettig.

Rußschaden Keine Versicherungsleistung und kein Geld vom Bistum für Wiesentaler Gotteshaus

BUTZBACH(kip). Dass Veränderungen nicht erst in einigen Jahren, sondern möglicherweise unmittelbar bevorstehen, wurde in der Gemeindeversammlung in St. Gottfried deutlich, als Pfarrer Tobias Roßbach über den Schaden an der St.-Elisabeth-Kapelle in Wiesental informierte. Im Mai hatte es dort eine sehr starke Rußverschmutzung gegeben. Seitdem ist die Kapelle vorläufig geschlossen, da sie so nicht mehr genutzt werden kann. 

Versicherungen übernehmen den Schaden nicht, berichtete der Pfarrer. Die Kapelle sei vom Bistum als „C-Kirche“ eingestuft, das heiße, dass im Schadensfall keine Zuschüsse vom Bistum mehr gezahlt werden. Die Fachleute des Baudezernats hätten daher vor dem Hintergrund der bevorstehenden Veränderungen dem Bischof empfohlen, die Kapelle endgültig zu schließen. Die Letzt-Entscheidung liege daher beim Bischof, berichtete Pfarrer Roßbach.  

Für die Gemeinde stelle sich aber die Frage, ob die Kapelle in Wiesental neben den beiden Kirchen St. Gottfried in Butzbach und St. Michael in Fauerbach tatsächlich noch gebraucht werde, gab Pfarrer Roßbach zu bedenken. Der Sonntagsgottesdienst, der bisher alle 14 Tage in Wiesental stattfand, werde nun seit dem Schadensfall immer in Fauerbach gehalten, „und das kommt so ganz gut hin“, meinte der Pfarrer. Dennoch falle es auch ihm schwer, „ein Gott geweihtes Gebäude einfach so aufzugeben“. Die Kapelle sei ein Stück Heimatgeschichte. Er erinnerte an den enormen Einsatz der Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Kapelle unter sehr schwierigen Umständen bauten. 

Wenn man aber die Altersstruktur der Gottesdienstbesucher berücksichtige, werde klar, dass „wir die Kapelle auf absehbare Zukunft hin nicht mehr brauchen“. Unklar sei auch, wie lange bei den bevorstehenden Strukturveränderungen noch ein Priester verfügbar sein werde, um in Wiesental sonntags Gottesdienste zu halten. Nun müsse die Gemeinde überlegen, was aus der Kapelle werden kann und soll und der Bischof werde letzten Endes entscheiden.  

Viele Teilnehmer der Veranstaltung bedauerten diese Entwicklung und fragten, was mit der Kapelle in der kleinen Ortschaft geschehen solle. Befürchtungen, es könnten unpassende Nutzungen wie etwa als Disco erfolgen, wurden geäußert.  

Es dürfe bei den Diskussionen um den Pastoralen Weg nicht nur um Besitzstandswahrung gehen, betonte der Pfarrer. So sei es möglich, Wiesentaler, die nicht selbst nach Fauerbach zum Gottesdienst fahren können, mit den Pfarrbussen abzuholen, wie dies ja bereits im Degerfeld praktiziert werde.  

Eine Gedenktafel im Eingangsbereich der Kapelle erinnert an Pfarrer Franz Rettig.

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