Stadt lässt sich Waldwege einiges kosten

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Stadt lässt sich Waldwege einiges kosten

Wirtschaftsplan Ausschuss billigt Zahlenwerk des Forstamts  / 96 500 Euro für Unterhaltung

BUTZBACH (dt). Umfassend und detailliert informiert wurden die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Forsten am Montagabend in ihrer zweistündigen Sitzung in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel über den Waldwirtschaftsplan 2018 und den Hauungsplan für die Waldungen der Stadt Butzbach. Das zuständige Forstamt Weilrod hatte in Zusammenarbeit mit den Revierleitern beider Butzbacher Waldreviere (262/Butzbach und 261/Hoch-Weisel) die Planungen erstellt, und Forstamtsleiter Bernd Müller informierte über die aktuellen Gegebenheiten und Vorhaben. Danach wird für den städtischen Haushalt zum Jahresende aus der Waldbewirtschaftung ein Überschuss von 112 365 Euro prognostiziert.

In dem ohne Gegenstimmen bei drei Enthaltungen verabschiedeten Plan sind die für das Jahr 2018 geplanten Holzernte-Maßnahmen mit den erwarteten Einkünften aus dem Holzverkauf und aus sonstigen Einnahmen zusammengestellt. Diesen gegenübergestellt sind die geplanten Ausgaben für den Einsatz von Unternehmern in der Holzernte, Waldpflege, Kulturen und Wegebau, Personalkosten, Materialbeschaffung, Kosten für forstfachliche Betreuung und alle sonstigen Betriebskosten. Im gesamten städtischen Wald sollen im laufenden Jahr  16 025 Festmeter Holz, geschlagen werden; dies ist eine etwas geringere Menge als jeweils in den Jahren 2015 oder 2016, und sie liegt – wie bereits in den letzten Jahren – unterhalb des Solls nach dem vorgegeben nachhaltigen Hiebsatz der Forsteinrichtung. In diesem tatsächlich geplanten Holzeinschlag sind bereits die durch Schäden entstandenen 3030 Festmeter Holz enthalten. Müller nannte auch die für den Einschlag vorgesehenen Holzarten, wobei die Fichte (mit 3210 Festmeter) vor der Buche
(3055 Festmeter), der Kiefer (1270 Festmeter) und der Eiche (1060 Festmeter) rangiere; lediglich in der Buche werde man den „erlaubten“ Hiebsatz etwas überschreiten, bei den übrigen Holzarten bleibe man darunter. „Die Eiche ist derzeit der Renner auf dem Holzmarkt,“ betonte Müller.

Ein weiteres wichtiges Kapitel in der Darstellung war der Einsatz der Techniken beim Holzeinschlag. Nach den Anteilen gemessen an den Festmetern ergeben sich die größten Anteile für die motormanuelle Arbeit durch Unternehmer (6600 Festmeter) und die Arbeit mit der Harvester-Technik (5700 Festmeter) ebenfalls durch Unternehmer; von den Forstwirten der Stadt würden
3400 Festmeter eingeschlagen und bei der „Selbstwerbung“ gehe es um 300 Festmeter. Bei den Anpflanzungen – Neukulturen, Nachbesserungen und Ergänzungen – seien
31 000 neue Bäume vorgesehen, wobei es, neben Maßnahmen zur natürlichen Waldverjüngung vorwiegend um Buche, im einzelnen um 18 000 Stück Douglasie, 7500 Stück Eiche, 5000 Stück Fichte und 500 Stück Bergahorn gehe.

Beim Blick in den „Wirtschaftsplan Kostenrechnung“ erläuterten Müller und Fachgebietsleiterin Karin Morkel auf Nachfrage von Ausschussmitglied Markus Ruppel (CDU), dass es bei dem angesetzten Betrag von 40 510 Euro für die „Erholungseinrichtungen“ lediglich um unterhaltende Maßnahmen gehe; mögliche investive Maßnahmen seien in diesem Kostenansatz nicht enthalten. Bürgermeister Michael Merle regte an, dass die geplanten Investitionen für den Erholungswald zukünftig dem Waldwirtschaftsplan als Anlage beigefügt werden sollten. Forstamtsleiter Müller hob insbesondere den überdurchschnittlichen Kostenansatz für 2018 von 96 500 Euro für die Unterhaltung der Waldwege hervor, wobei 10 000 Euro aus Zuschüssen flössen. Nimmt man den anteiligen prozentualen Aufwand für den Forstbetrieb (ohne Gemeinkosten und Verwaltung) in den Fokus, dann ergeben sich 49 Prozent des Gesamtaufwands für den Holzeinschlag, 16 Prozent gelten der Wegeunterhaltung, elf Prozent für Anpflanzungen, neun Prozent für den Arten- und Bodenschutz, Erholung und Umweltbildung, sieben Prozent für Waldschutz und -pflege, fünf Prozent für den Schutz gegen Wildschäden und drei Prozent für die Verkehrssicherung.

Nach dem Ansatz ergibt sich unter dem Strich für den Waldwirtschaftsplan-Haushalt ein Ertrag von 970 565 Euro, dem ein Kostenaufwand von 858 200 Euro gegenübersteht. Daraus resultiere dann ein Überschuss aus der Waldbewirtschaftung von 112 365 Euro. Lohnend ist dazu ein Vergleich mit den Erträgen in den letzten fünf Jahren. 2013 habe man einen Überschuss von 362 150 Euro erwirtschaftet, der deswegen so hoch ausgefallen sei, weil man sehr starke Schadeinflüsse gehabt habe. Die weiteren Überschuss-Vergleichszahlen: 2014
(293 294 Euro), 2015 (141 532), 2016 (112 638) und 2017 (153 000). Ausschussmitglied Dr. Christoph Bindhardt (FDP) äußerte den Wunsch, künftig vorab und frühzeitig alle Unterlagen zu erhalten, um sich deutlich besser auf die Sitzung mit zahlreichen Einzelinformationen vorbereiten zu können.

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