Stadtschüler im Überschlag-Simulator

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Stadtschüler im Überschlag-Simulator

BUTZBACH. Bevor es losgeht, gibt Crash-Instructor Paul genaue Anweisungen. Das Fahrzeug wird langsam um 180 Grad gedreht.Text + Foto: win

PRÄVENTIONSTAG – „Aktion junge Fahrer – Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“

BUTZBACH (win). Am Mittwoch fand an der Stadtschule Butzbach der Präventionstag zum Thema Alkohol- und Drogenkonsum im Straßenverkehr statt. In sechs Stationen wurden allen Abschlussklassen der 9cH, 10aR und 10bR die negativen Auswirkungen von Konsum legaler und illegaler Rauschmittel nähergebracht. 56 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren konnten sich im „Selbstversuch“ über den Kontrollverlust durch Ablenkung oder im Rauschzustand einen Eindruck verschaffen. 

Welche Auswirkungen die Ablenkung im Straßenverkehr haben kann, sei es durch Mitfahrer, Handy oder Musik, erläuterte das Team der Verkehrswacht Wetteraukreis. In einem kurzen Film wurde die sogenannte Aufmerksamkeitsblindheit verdeutlicht und anschließend im Selbstversuch überprüft. Ziel war zu verdeutlichen, dass Fahrer immer aufmerksam sein und durch Beifahrer nicht abgelenkt, sondern unterstützt werden sollten. 

Erste Hilfe rettet Leben! Es ist daher wichtig, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen früh die Grundlagen der Ersten Hilfe zu vermitteln. Die Stadtschüler lernten, wie man zum Beispiel eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage bringt, um die Atemwege freizuhalten und damit ein Ersticken zu verhindern. Das Zentrum für Jugendberatung Friedberg (ZJS), zuständig für Prävention in Schulen, hatte sogenannte Rauschbrillen dabei, mit denen der Rauschzustand visualisiert und – ganz ohne Rauschmittel – erlebbar gemacht werden kann. Die Absolventen mussten mittels einer „Alkohol-Rauschbrille“ versuchen, einen Parcours entlang zu laufen. Anschließend sollten sie mit der Rauschbrille XTC einen Hütchenslalom als Paketdienst mit Sackkarre durchfahren. Die Ergebnisse waren in der Tat berauschend. 

Kooperationspartner des Präventionstags waren neben der Verkehrswacht Wetterau und der Polizei Mittelhessen (Projekt BOB) der ADAC sowie das ZJS Friedberg. Die Attraktion war der Überschlagsimulator, mit dem das Team von Crash-Instructor aus Obertshausen, vor Ort war. Organisiert wurde die Veranstaltung von der „Sozialarbeit an der Stadtschule“. Die Sozialpädagogen Alina Gebel und Patrick Thienelt zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz der Schüler und bedankten sich bei der Sparkasse und der Volksbank, den Firmen Auto Mesecke und Hildebrand sowie dem Schulelternbeirat. Ohne Sponsoren sei die Durchführung der Veranstaltung kaum möglich gewesen, so Gebel. Durch den Kuchenverkauf an der Schule konnten weitere Einnahmen generiert werden. 

Ein Highlight war der Überschlagsimulator der Crash-Instructoren aus Obertshausen (www.crash-instructor.de), in dem ein Überschlag mit einem Pkw nachgeahmt wurde. Bevor es losging, gab es eine umfassende Einweisung vom Instructorenteam, wie man sich im Ernstfall in einer solchen Situation zu verhalten hat. Dann saßen jeweils zwei Schüler angeschnallt auf dem Fahrer- bzw. Beifahrersitz. Anschließend wurden sie mit dem Fahrzeug auf den Kopf gedreht. Da gerade bei dieser Art von Unfall und unsachgemäßes Abschnallen des Sicherheitsgurts die schlimmsten, zum Teil tödlichen Verletzungen passieren, durfte sich niemand unaufgefordert aus der Situation befreien. Nur unter fachlicher Anleitung von Instructor Paul durften sich die Insassen in dieser Über-Kopf-Situation freischnallen und das Fahrzeug verlassen. Während die Schüler zu Beginn noch sehr ausgelassen waren, war es nach dem simulierten Überschlag doch deutlich ruhiger um sie herum geworden. Die Aktion dürfte jedem bewusst gemacht haben, wie wichtig das Anschnallen ist. 

Ähnliche „Aha-Erlebnisse“ gab es am ADAC-Fahrsimulator, bei dem die Teilnehmer, die bisher noch keinerlei Fahrerfahrung haben, unmittelbar die Folgen von Alkohol, Drogen, Ablenkung, erleben konnten. Mit einem drastischen, aber reellen Film, der einen Verkehrsunfall mit Todesfolge durch den Konsum von Alkohol widerspiegelte, versuchte die Polizei Mittelhessen die Schüler dafür zu sensibilisieren, Verantwortung für Fahrer und Mitfahrer bei Discobesuchen zu übernehmen. 

Ausgesprochen aufmerksam hörten die Gruppen Polizeioberkommissarin Sabine Axmann vom Regionalen Verkehrsdienst der Polizei Butzbach zu, die über Auswirkung von Drogen auf die Verkehrstüchtigkeit aufklärte. Sie stellte auch das Projekt BOB vor, in dem es darum geht, klar festzulegen, wer Fahrer des Pkw ist und wie dieser durch die Clique, aber auch durch gesponserte nichtalkoholische Freigetränke der Disco- oder Kneipenwirte nicht in Versuchung gebracht wird, an diesem Abend Alkohol zu trinken. 

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