Städtepartnerschaftsverein trauert um Rosa Pizzigalli aus Collecchio

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Städtepartnerschaftsverein trauert um Rosa Pizzigalli aus Collecchio

Besuch aus Collecchio anlässlich des Weinfest, mit der neuen Bürgermeisterin ...

Italienerin in zehn Jahren bei jedem Treffen anwesend / Geschichte der Partisanen näher gebracht

BUTZBACH (pi). Aus der italienischen Partnerstadt Collecchio erreichte den Butzbacher Städtepartnerschaftsverein die traurige Nachricht, dass Rosetta Pizzigalli, von allen nur Rosa genannt, in der vergangenen Woche in einem Krankenhaus in Parma im Alter von 73 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben ist.  

„Bei den Treffen in der nun zehn Jahre währenden Partnerschaft zwischen Collecchio und Butzbach war Rosa immer dabei. Sie hatte viele Freunde in Butzbach. Ihre warmherzige und gastfreundliche Art, ihr quirliges, freundliches und strahlendes Wesen machten es leicht, mit ihr Freundschaft zu schließen“, sagt Vereinsvorsitzende Christine Borchers-Fanslau. 

„Die Sprache war für sie nie ein Hinderungsgrund, denn durch ihr bezauberndes und gewinnendes Wesen und ihre Offenherzigkeit konnte sie Grenzen überwinden. Wenn sie uns mit strahlendem Lachen und ausgebreiteten Armen in Collecchio entgegen kam, fühlte man sich in Collecchio zu Hause.“ 

Tanja Schrenk, stellvertretende Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins erinnert: „Rosa hielt immer den Kontakt über die sozialen Medien mit uns. Sie war sehr rege und der Austausch war herzlich. Sie kommentierte und warb immer wieder für unsere Städtepartnerschaft. Wir waren mit ihr auch in der Pandemie verbunden. Mit ihr haben wir eine wichtige und engagierte Freundin verloren.“ 

Ein bedeutsames und unvergessliches Erlebnis war Rosas Besuch zur Wiedereinweihung des Soldatenfriedhofs in Nieder-Weisel im Jahr 2014. Eine kleine Delegation war nicht nur aus dem französischen Saint-Cyr-l‘Ecole, sondern auch aus Collecchio angereist. Pizzigalli war als Vertreterin für die italienischen Partisanen dabei, da ihr Vater im Zweiten Weltkrieg zu den Partisanen zählte und im Widerstand gekämpft hatte. Ihr Vater wurde vom faschistischen Regime unter Mussolini verfolgt, was auch Folgen für die Familie hatte. Die Partisanen kämpften damals gleich an mehreren Fronten: gegen die Faschisten, gegen die Alliierten, die im Zweiten Weltkrieg von Süden nach Italien einfielen und gegen die sozialen Ungerechtigkeiten im Land. 

Dieses für Italien so wichtige Thema brachte Pizzigalli, gemeinsam mit ihrer Freundin Irene Montanini näher. Beide waren sozusagen Brückenbauer zu diesem Teil der italienischen Geschichte. „Gerade dieser Besuch hat zum gegenseitigen Verstehen beigetragen, da Rosa aus eigener Betroffenheit berichten konnte. Sie hat voller Überzeugung auch unsere Vereinsziele unterstützt, die Gräben, die die Geschichte hinterlassen hat, aufzuarbeiten und zu überwinden. Rosa stand ein für Frieden und Völkerverständigung“, so Borchers-Fanslau. 

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