„Steinbruch-Erweiterung nicht sinnvoll“

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„Steinbruch-Erweiterung nicht sinnvoll“

Basaltabbau BUND Münzenberg führt Gewässer- und Emissionsschutz an / Priorität Siedlungsentwicklung

Erweiterung des Basalttagebaus in Gambach 

MÜNZENBERG (pm). In einer Bürgerversammlung Ende November stellten die Stadt Münzenberg, das Bergamt und der Betreiber die geplante Abbauerweiterung des Steinbruchs um circa zehn Hektar südlich des bestehenden Abbaugebietes vor (die BZ berichtete). In einer Pressemitteilung bezeichnet der BUND Münzenberg die Versammlung als bemerkenswert und ein positives Signal für einen demokratischen Entscheidungsprozess durch frühzeitige Information der Betroffenen und der Öffentlichkeit.

Durch die Erweiterung würde das Abbaugebiet um 200 Meter weiter Richtung Brunnen Ober-Hörgern und der Siedlungslage vorrücken. Die Erweiterungsfläche und der größte Teil des bestehenden Abbaus liegen in der Schutzzone III des Wassereinzugsgebietes des Brunnens, der Gambach und Ober-Hörgern versorgt. Bereits der bestehende Abbau darf den Basalt nur auf eine begrenzte Tiefe gewinnen, damit eine Deckschicht von wenigen Metern über dem Grundwasserleiter bestehen bleibt. „Kann diese geringe Deckschicht den Grundwasserleiter vor Verunreinigungen schützen, wenn es zu Unfällen im Betrieb mit Öl-, Diesel- oder Chemikalienaustritt kommen würde?“, fragt der BUND.

Es wird angenommen, dass durch die festgelegte Abbautiefe der Brunnen nicht gefährdet wird. Unfallszenarien während des laufenden Betriebes seien jedoch grundsätzlich nie auszuschließen: „Beim Einsatz einer Baumaschine reißt ein Hydraulikschlauch, Öl dringt im abbautiefsten Bereich in den Basalt ein – eingeschwemmte Ölrückstände aus dieser Wasserschutzzone III könnten das Brunnenwasser ungenießbar machen“, so das BUND-Szenario.

Der Abbaubetrieb ruht seit einiger Zeit, weil es kaum noch Gestein zum Abbauen gibt. Die Anwohner in den nordöstlichen Wohngebieten Gambachs wüssten die Ruhe vor Lärm-, Staub- und Erschütterungsemissionen zu schätzen. Eine Erweiterung und Wiederaufnahme des Betriebs werde bei den betroffenen Anliegern zu einer Minderung der Lebensqualität führen. Belastungen durch Staub, Lärm durch Bagger, Lkw, Brecheranlage, möglicherweise sogar Sprengungen, seien damit verbunden.

Würde die Abbauerweiterung nicht vorgenommen werden, hätten die Stadt und die Bürger Gambachs und Ober-Hörgerns laut BUND einige Vorteile:

•    Der Brunnen bliebe besser geschützt, wenn die Deckschichten nicht weiter abgebaut werden. Die Rekultivierung der bisher abgebauten Flächen sei nur in geringem Umfang erfolgt. Das Verfüllen von Fremdmaterial sei wegen der Wassergefährdung nur stark eingeschränkt möglich. Im bestehenden Abbaugebiet könnten nach endgültiger Aufgabe des Abbaus die offenen Gesteinsflächen in der Sohle durch Umlagerung von Abraumhalden in einer gewissen Höhe überdeckt werden, um eine schützende Vegetationsschicht zu entwickeln. Durch eine extensive Beweidung könnten sie halboffen gehalten werden und durch einen Rundweg der Bevölkerung für die Naherholung dienen.

•    Für den Stadtteil Gambach können dadurch mögliche Siedlungserweiterungsflächen entstehen – am Nordostrand abseits der Autobahn 5 und noch weit genug von der A 45 entfernt. „Eine maßvolle Siedlungsentwicklung hat unseres Erachtens eine höhere Priorität im Vergleich zum Firmeninteresse.“

 Für den Ortsteil Gambach würden keine Beeinträchtigungen mehr durch den Steinbruchbetrieb bestehen.

Es liege an der Haltung der Stadt Münzenberg und den Grundstückseigentümern im geplanten Abbaugebiet, wie sie sich zu den Plänen bei Antragstellung verhalten. Die Stadt als Eigentümer der Wege und des schützenswerten Wäldchens sowie die anderen Grundstückseigentümer könnten signalisieren, dass sie nicht verkaufen wollen.

Der BUND Münzenberg hält als Fazit eine Abbauerweiterung und Weiterbetrieb des Steinbruchs für nicht sinnvoll.

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