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Suche nach schlüssigem Konzept

Die Zukunft des Paul-Schneider-Freizeitheims ist ungewiss, die Gemeinde Langgˆns mˆchte Hilfe anbieten. Foto: rieger

ORTSTERMIN  – Hilfe für Paul-Schneider-Heim in Dornholzhausen Thema in Langgönser Sozialausschuss

DORNHOLZHAUSEN (ikr). „Die Erhaltungssituation ist unheimlich gut, innen wie außen, das hat mich sehr beeindruckt“, zeigte sich Ahmed Karadag (SPD), Vorsitzender des Langgönser Sozialausschusses, vom Zustand des Paul-Schneider-Freizeitheims am Ortsrand von Dornholzhausen sichtlich angetan. Die Einrichtung des evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill liegt idyllisch mitten in der Natur am Waldrand und besitzt zudem ein „sehr attraktives Außengelände mit hohem Reiz“, wie der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch (CDU) betonte. 

Gemeinsam mit dem Ortsbeirat Dornholzhausen besichtigten die Mitglieder des Sozialausschusses in ihrer Sitzung das Gebäude, über dem momentan – sinnbildlich gesprochen – dunkle Wolken aufgezogen sind: Weil das Haus seit langem ein Zuschussbetrieb ist, steht seine Zukunft aktuell auf dem Prüfstand. Die Gemeinde Langgöns möchte helfen. Pfarrer Roland Rust vom evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill empfing die Lokalpolitiker gemeinsam mit seinen Kollegen Hartmut Sitzler, Reiner Wagner und Michael Ruf und führte durch die auffallend gepflegte Einrichtung, die eine einladende Atmosphäre ausstrahlt. Das Haus hat „Seele“, hier kann man sich wohl fühlen. 

Anschließend wurde gemeinsam sehr konstruktiv beraten, wie Kooperationen aussehen könnten und wie die Gemeinde Langgöns helfen könnte, das Haus zu erhalten. Es ging 1955 in den Besitz der Kirche über und besteht aus zwei Gebäuden, die durch einen neueren, verglasten Trakt verbunden sind. Ein fest angestellter Hausmeister wohnt auf dem Gelände und hat insbesondere das Außengelände, wie Pfarrer Wagner unterstrich, in den vergangenen Jahren hervorragend erneuert: Prunkstück ist ein neues Backhaus mit Grillstube und Räucherofen. 

Rust informierte über die aktuelle Situation: „Das Haus liegt bei den Betriebskosten zwischen 100 000 und 150 000 Euro jährlich im Defizit, dabei sind die Investitionen noch nicht berücksichtigt.“ Momentan lasse man die Besuchergruppen bis Ende Dezember „ausschleichen“. „2020 wird das Haus für eine kreative Pause geschlossen. Im Juli 2020 wird die Synode des Kirchenkreises entscheiden, ob und wie das Haus zukünftig weitergeführt wird“, erläuterte Rust. Alternativ würde die Einrichtung verkauft. „Aber das ist nicht unser Ziel“, betonte der Kirchenvertreter. Vielmehr wolle man die Zeit bis zum kommenden Sommer nutzen, um verstärkt nach Kooperationspartnern zu suchen. Er nannte als ein konkretes Beispiel die Einrichtung eines Waldkindergartens. „Das kann eine Win-Win-Situation sein!“

Weil der evangelische Kirchenkreis an Lahn und Dill der Rheinischen Landeskirche zugehörig ist und dort die Kirchengemeinden die Hoheit über die Kirchengelder haben, sei es auch besonders wichtig, die rund 50 Kirchengemeinden des Kirchenkreises von einem zukunftsfähigen Konzept für das Paul-Schneider-Freizeitheim zu überzeugen, betonten die vier Pfarrer. Bisher hat das Begegnungszentrum insbesondere Konfirmanden, aber auch Erwachsene beherbergt, auch für Veranstaltungen und Seminare wurde die Einrichtung genutzt. Einig waren sich alle Teilnehmer der Runde, sich für den Fortbestand des Hauses einzusetzen, wobei es den Kirchenvertretern auch ein großes Anliegen ist, das Personal weiter zu beschäftigen. 

„Wir stehen für eine Kooperation bereit und haben Interesse, wollen aber nicht die Trägerschaft übernehmen. Die Frage muss sein, wie wir dazu beitragen können, dass eine Nutzung in das Haus kommt“, sagte Bürgermeister Reusch. „Es könnte ein Haus der Bildung sein für alle Altersgruppen, daraus ein Konzept zu schmieden, wäre erfolgversprechend, da wären wir mit im Boot“, regte er an. Dieser Vorschlag wurde von den vier Pfarrern begrüßt. Auch Dr. Michael Buss (Grüne) sprach sich dafür aus, die Einrichtung für alle Generationen zu öffnen. Sein Fraktionskollege Hans Noormann meinte, dass auch eine Tagespflegeeinrichtung möglich wäre. „Entscheidend ist das schlüssige Konzept: Wenn jeder Partner, der mitmacht, einen Vorteil davon hat“, resümierte Sitzler, der erneut das Thema Waldkindergarten ins Gespräch brachte.

„Die Zeit drängt“, mahnte Karadag. Das Thema soll nun in den Fraktionen beraten werden, gegebenenfalls auch interfraktionell, und dann wieder im Sozialausschuss, wenn die Kirche eine weitergehende Diskussionsgrundlage vorgelegt hat. Angestrebtes Ziel ist es, in der Sitzung des Sozialausschusses am 25. November einen Beschluss zu fassen. Auch der Ortsbeirat Dornholzhausen wird jetzt beraten. „Das ist wirklich ein Signal, das wir so nicht erwartet hätten, ich freue mich darüber“, sagte Rust.

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